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Colorist ist der Fachbegriff für Fachleute in der Filmpostproduktion, die das Bild eines Films oder Videos durch professionelle Farbkorrektur und Color Grading gestalten.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Karriere & Ausbildung · Niveau: Einsteiger


Was macht ein/eine Colorist/in?

Der Beruf des Coloristen ist eine hochspezialisierte Disziplin der Postproduktion. Coloristen gestalten die Farbwelt eines Films – sowohl technisch (Belichtungsfehler korrigieren, Einheitlichkeit zwischen verschiedenen Drehtagen herstellen) als auch künstlerisch (den Look eines Films definieren: warm und nostalgisch, kalt und dystopisch, desaturiert und geerdet).

Ihre Arbeit geschieht in der Regel in einem Grading-Suite: einem verdunkelten Raum mit kalibriertem Referenzmonitor, einer Farbsteuerungskonsole (Tangent, DaVinci Resolve Panel) und hochpräziser Software. Der Colorist arbeitet eng mit dem Regisseur und dem Director of Photography zusammen, um die visuelle Intention des Films zu finalisieren.


Tätigkeiten und Aufgaben

  • Primärkorrekturen: Belichtung, Kontrast, Weißabgleich technisch korrigieren (Lift/Gamma/Gain)
  • Sekundärkorrekturen: Selektive Korrekturen für einzelne Farbbereiche, Qualifier- und Masken-basiertes Grading
  • Look Development: Filmischen oder markenspezifischen Look entwickeln und konsistent durchhalten
  • HDR-Grading: Mastering für HDR10 und Dolby Vision (wachsendes Anforderungsfeld)
  • VFX-Integration: Farblich angepasste VFX-Shots in den Gesamtfilm integrieren
  • Lieferformate erstellen: DCP (Kinoauslieferung), Broadcast-Master (ProRes 4444), Streaming-Master (IMF), Social-Media-Versionen
  • Kollaboration: Enger Austausch mit DoP, Regisseur, VFX-Supervisor und Tonmeister

Ausbildungswege

Kein eigener Ausbildungsberuf – typische Wege:

Der Colorist-Beruf existiert nicht als eigenständiger IHK-Ausbildungsberuf. Wege in den Beruf:

1. Über Cutter/Schnitt-Assistenz: Viele Coloristen beginnen als Schnittassistenten oder Junior Cutter in Postproduktionshäusern und spezialisieren sich durch Learning on the Job.

2. Über Studium (Filmtechnik / Medientechnik):

  • Hochschule Mittweida – Medientechnik mit Postproduktionsmodulen
  • HFF München / dffb Berlin – Color-Grundlagen im Rahmen des Filmstudiums
  • Hochschule Hannover – Mediendesign mit technischen Vertiefungen

3. Zertifizierungen: Die wichtigste formelle Qualifikation ist die offizielle Blackmagic Design Certified Professional-Zertifizierung für DaVinci Resolve. Das kostenlose Zertifizierungsprogramm umfasst:

  • DaVinci Resolve Certified User
  • DaVinci Resolve Certified Professional
  • Prüfungen online verfügbar auf der Blackmagic-Website

4. Spezialisierungskurse:

  • Mixing Light (USA, online) – Tiefgehende Colorist-Ausbildung auf Englisch, monatliche Mitgliedschaft
  • LOWEPOST – Europäische Online-Plattform für Coloristen
  • Filmschule Hamburg / ifs – Workshops zu Color Grading (1–3 Tage)

Gehalt

KarrierestufeBruttojahresgehaltQuelle
Junior Colorist / Color Assist28.000–38.000 €Stepstone 2024
Colorist (3–5 Jahre)40.000–58.000 €Gehalt.de 2024
Senior Colorist58.000–80.000 €Stepstone 2024
Lead Colorist / Head of Color75.000–100.000 €Gehalt.de 2024
Freelance (Tagessatz)600–1.500 €AGD-Honorarumfrage 2024
Senior Freelance (HDR, Kino)1.200–2.500 €/TagAGD-Honorarumfrage 2024

Coloristen gehören zu den bestbezahlten Spezialisten in der Postproduktion. In internationalen Postproduktionshäusern (z. B. Company 3, Technicolor) sind Senior-Coloristen auf dem Niveau von Softwareentwicklern angesiedelt.


Arbeitgeber und Branchen

  • Postproduktionshäuser: Chimney Group (Berlin/Stockholm), Accenture Post, Polyphon, Studio Hamburg Produktion
  • TV-Sender: Inhouse-Coloristen bei ARD, ZDF, ProSiebenSat.1 (für Live-Grading bei TV-Shows)
  • Werbeproduktionen: Hoher Bedarf nach schnellem, markenkonsistentem Grading
  • Streaming-Plattformen: Netflix und Amazon haben eigene Qualitätsstandards für Colorwork
  • Freelance: Für unabhängige Filmproduktionen, Musikvideos, Werbeclips

Gefragte Tools und Skills

Primäre Software:

  • DaVinci Resolve Studio – Absolute Pflicht; Industriestandard für Colorgrading
  • Baselight (FilmLight) – Häufig in High-End-Produktionshäusern (sehr teures System, ca. 20.000+ €)
  • Autodesk Lustre – In VFX-schweren Produktionen

Hardware:

  • Blackmagic DaVinci Resolve Mini Panel / Advanced Panel – Trackball-Konsole für präzises Grading (800–30.000 €)
  • Kalibrierter Referenzmonitor: Sony BVM-HX310 oder EIZO ColorEdge (ab 3.000 €)
  • Scope-Displays: Waveform, Vectorscope, Parade (in DaVinci Resolve integriert)

Fachwissen:

  • Colorimetrie und Farbräume (Rec.709, Rec.2020, DCI-P3, ACEScg)
  • Log-Footage verstehen (ARRI Log-C, Sony S-Log2/3, RED IPP2)
  • LUT-Erstellung und -Management
  • HDR-Standards (HDR10, HDR10+, Dolby Vision, HLG)

Vergleich & Abgrenzung

BerufUnterschied zum Coloristen
CutterSchnitt und Dramaturgie; kein Farbfokus
VFX ArtistEffekte und Compositing; Colorist integriert das Ergebnis
FotografBildbearbeitung für Einzelbilder, kein Film-Workflow
Kameramann (DoP)Dreht das Material; Colorist finalisiert es

Häufige Fragen (FAQ)

Brauche ich teure Hardware, um als Colorist zu starten? DaVinci Resolve in der kostenlosen Version läuft auf normalen MacBooks oder Windows-PCs. Für professionelle Arbeit ist ein kalibrierter Monitor empfehlenswert (ab ca. 500–800 € für EIZO-Einsteiger), aber keine absolute Pflicht in der Lernphase. Eine DaVinci Resolve Panelkonsole ist hilfreich, aber erst bei regelmäßigen Aufträgen sinnvoll.

Wie wichtig ist die Blackmagic-Zertifizierung im Lebenslauf? Die Zertifizierung ist ein starkes Signal, besonders für Berufseinsteiger, die noch keine umfangreichen Referenzprojekte vorweisen können. Sie zeigt, dass man die Software systematisch beherrscht. Für erfahrene Coloristen zählt der Reelund Referenzprojekte mehr als das Zertifikat.


Verwandte Einträge


Weiterführend

  • Blackmagic Design Certified Training: Offizielle Zertifizierung und Lernmaterialien (blackmagicdesign.com/learn)
  • Mixing Light: Tiefgehende Online-Kurse für professionelle Coloristen (mixinglight.com)
  • Color Grading Central: Community, Tutorials, LUT-Pakete (colorgradingcentral.com)
  • LUT Robot: Gratis-Tool zum LUT-Erstellen und -Testen
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