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Interaction Designer (IxD) ist ein:e Gestalter:in, der oder die das Verhalten digitaler Systeme beim Kontakt mit Nutzer:innen definiert – durch Strukturierung von Dialogflüssen, Feedbackmechanismen, Gesten und Mikrointeraktionen.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Kreativberufe · Niveau: Einsteiger

Auch bekannt als: IxD Designer, UX Designer (Überlappung), Interaction Architect, Behavioral Designer


Was macht ein:e Interaction Designer?

Interaction Design ist der Ast des UX-Designs, der sich am stärksten mit dem Verhalten von Systemen beschäftigt. Während UX-Designer:innen das gesamte Nutzererlebnis im Blick haben, fokussieren Interaction Designer auf den genauen Moment der Interaktion: Was passiert, wenn ein:e Nutzer:in auf einen Button tippt? Wie wird eine Fehleingabe kommuniziert? Wie funktioniert die Navigation in einem komplexen Multi-Step-Flow?

Interaction Designer denken in Zuständen, Übergängen und Logiken. Sie arbeiten eng mit UX-Forschenden, UI-Designern und Frontend-Entwickler:innen zusammen.


Aufgaben & Verantwortlichkeiten

  • Modellierung von Interaktionsflows (User Flows, Task Flows, Screen Flows)
  • Definition von Systemzuständen und Übergangslogiken
  • Gestaltung von Mikrointeraktionen (Animationen, Hover-States, Feedback-Loops)
  • Erstellung interaktiver Prototypen (Figma, Principle, ProtoPie)
  • Usability-Tests zur Evaluierung von Interaktionskonzepten
  • Dokumentation von Interaktionsregeln für Entwicklerteams
  • Mitarbeit an Design-Systemen (Komponentenbibliotheken)
  • Zusammenarbeit mit Accessibility-Expert:innen (WCAG, ARIA)

Typischer Arbeitstag

Interaction Designer verbringen viel Zeit in Tools wie Figma oder ProtoPie, wo sie Interaktionen als Prototypen ausmodellieren. Dazu kommen Abstimmungsrunden mit Frontend-Entwickler:innen, um technische Grenzen zu verstehen, sowie Usability-Tests, die ihre Designannahmen validieren oder widerlegen. Reviews mit Produktmanagement und Präsentationen von Flow-Konzepten gehören ebenfalls zum Alltag.


Ausbildung & Einstieg

Studium

  • Interface Design: Hochschule Potsdam (einer der stärksten Standorte DE)
  • Human-Computer Interaction (HCI): LMU München, Universität Hamburg, TU Berlin
  • Medieninformatik: TH Köln, Hochschule Furtwangen, TU Dresden
  • Interaction Design: Malmö University (SE), Carnegie Mellon (US) – international führend

Quereinstieg

  • UX/UI-Bootcamps mit IxD-Komponente (CareerFoundry, Ironhack)
  • Übergang aus Softwareentwicklung oder Informationsarchitektur
  • Interaction Design Foundation (IxDF) – günstige, anerkannte Onlinekurse
  • Wichtig: Fundiertes Verständnis von Prototyping-Tools und Usability-Methoden

Gehalt & Markt

KarrierestufeJahresgehalt (brutto)
Junior Interaction Designer (0–2 J.)32.000–42.000 €
Mid-Level (2–5 Jahre)43.000–58.000 €
Senior (ab 5 Jahre)58.000–78.000 €
Lead IxD / Principal Designer72.000–100.000 €

(Quelle: Gehalt.de, Stepstone – Stand 2024)

Interaction Design wird oft als Teilprofil von UX-Positionen ausgeschrieben. Spezialisten für komplexe Systeme (Enterprise-Software, medizinische Geräte, Automotive UI) erzielen überdurchschnittliche Gehälter. Freelance-Tagessätze: 550–1.100 €.


Tools & Skills

Hard Skills / Software

  • Prototyping: Figma (mit Interaktionen), ProtoPie, Principle, Framer
  • Flow-Diagramme: Miro, FigJam, Lucidchart, OmniGraffle
  • Nutzerforschung: Maze, Lookback, UserTesting
  • Kenntnisse: HTML/CSS-Grundlagen (Implementierungsverständnis), WCAG Accessibility

Soft Skills

  • Systemisches Denken und Logikverständnis
  • Empathie für Nutzer:innen in komplexen Systemumgebungen
  • Kommunikationsfähigkeit gegenüber Technik und Business
  • Analytische Fähigkeiten für Usability-Auswertungen

Vergleich & Abgrenzung

Interaction Designer vs. UX Designer: UX ist der Oberbegriff; Interaction Design ist ein Teilbereich mit Fokus auf Systemverhalten und Dialogführung. In der Praxis überlappen sich die Rollen sehr stark.

Interaction Designer vs. UI Designer: UI Designer gestalten das visuelle Erscheinungsbild; Interaction Designer definieren das Verhalten. Beide Rollen sind oft in einer UX/UI-Person vereint.

Interaction Designer vs. Service Designer: Service Designer denken über einzelne Interfaces hinaus und betrachten ganzheitliche Dienstleistungssysteme inklusive menschlicher Touchpoints.


Häufige Fragen (FAQ)

Was sind Mikrointeraktionen und warum sind sie wichtig? Mikrointeraktionen sind kleine, zielgerichtete Momente im Interface: das Animieren eines Like-Buttons, das Einblenden einer Fehlermeldung, das sanfte Scrollen zum nächsten Abschnitt. Sie kommunizieren Systemzustände, geben Feedback und schaffen Freude (Delight). Gute Mikrointeraktionen sind kaum wahrnehmbar – schlechte fallen sofort auf.

Brauche ich Programmierkenntnisse als Interaction Designer? Programmierkenntnisse sind ein klarer Vorteil, aber kein Muss. Wer HTML, CSS und grundlegendes JavaScript versteht, kann besser mit Entwickler:innen kommunizieren und realistischere Prototypen bauen. Viele Interaction Designer lernen zumindest grundlegendes Webverständnis.


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Weiterführend

  • Interaction Design Foundation: interaction-design.org
  • NN/g – Nielsen Norman Group (IxD-Artikel): nngroup.com
  • ProtoPie (Prototyping-Tool): protopie.io
  • Hochschule Potsdam – Interface Design: fh-potsdam.de
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