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Kurator/innen konzipieren Ausstellungen, betreuen Sammlungen und erforschen Objekte, meist an Museen, Kunsthallen und Kunstvereinen oder als Freie. Der übliche Weg führt über ein Hochschulstudium, oft mit Promotion, und ein zweijähriges Volontariat; angestellte Kurator/innen verdienen laut Entgeltatlas 2025 im Median 5.139 Euro brutto im Monat.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Kreativberufe · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Kuratorin, Kurator, Kustos/Kustodin, Sammlungsleiter/in, Curator, Ausstellungsmacher/in

Was ist ein/e Kurator/in?

Das Wort kommt vom lateinischen „curare“, sorgen oder pflegen. Kurator/innen sorgen für Sammlungen und machen sie in Ausstellungen sichtbar. Sie wählen Werke aus, entwickeln eine Erzählung, recherchieren Hintergründe und arbeiten mit Gestalter/innen, Restaurator/innen und der Vermittlung zusammen. Wer Kurator/in werden will, braucht Fachwissen, Organisationstalent und Lust am Erzählen im Raum.

Erklärung: Aufgaben im Berufsalltag

Der Alltag hängt stark vom Haus ab. An einem großen Museum betreut ein/e Kurator/in oft eine bestimmte Sammlung, etwa Malerei des 19. Jahrhunderts oder Fotografie. An kleinen Häusern und Kunstvereinen macht eine Person fast alles. Typische Aufgaben sind:

  • Sammlung pflegen: Objekte erforschen, inventarisieren, Ankäufe vorschlagen
  • Ausstellungen konzipieren: Thema, Auswahl, Raumfolge, Texte
  • Leihverkehr organisieren: Leihgaben anfragen, Verträge, Versicherung und Transport mit der Registratur abstimmen
  • Publizieren: Kataloge, Aufsätze, Wandtexte, Audioguides
  • Vermitteln: Führungen, Vorträge, Zusammenarbeit mit der Museumspädagogik
  • Finanzieren: Förderanträge und Kooperationen mit Partnern

Freie Kurator/innen arbeiten projektweise für Kunstvereine, Festivals, Biennalen, Unternehmen oder Städte. Sie entwickeln Ausstellungen von der Idee bis zur Eröffnung und werden meist pro Projekt honoriert.

Wie wird man Kurator/in?

Eine geregelte Ausbildung zum Kurator gibt es nicht, die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. In der Praxis führt der Weg an Museen fast immer über ein Hochschulstudium, je nach Sammlung etwa in Kunstgeschichte, Archäologie, Geschichte, Ethnologie oder Naturwissenschaften. Für viele Stellen wird eine Promotion erwartet. Einige Hochschulen bieten spezielle Studiengänge in Museologie oder kuratorischer Praxis an.

Danach folgt meist ein wissenschaftliches Volontariat. Der Deutsche Museumsbund beschreibt im Leitfaden für das wissenschaftliche Volontariat im Museum (2. Auflage 2018) eine Dauer von zwei Jahren in Vollzeit und empfiehlt eine Vergütung von 50 Prozent der Entgeltgruppe 13 TVöD. Im Volontariat lernen Berufseinsteiger/innen die Arbeit in Sammlung, Ausstellung, Vermittlung und Verwaltung kennen.

Im freien Kunstfeld gibt es mehr Quereinsteiger/innen, etwa Künstler/innen, Gestalter/innen oder Kulturmanager/innen, die eigene Ausstellungsprojekte realisieren. Hier zählen Netzwerk, Referenzen und eine erkennbare Haltung.

Ausbildung an der Lazi Akademie

Ausstellungen leben nicht nur von Auswahl und Wissen, sondern auch von Raum, Licht und Medien. Genau dort setzt der Fachbereich Intermediale Gestaltung der Lazi Akademie in Esslingen an: In drei Jahren Vollzeit arbeitest du im Intermedia-Studio an Installation und Raumgestaltung, Ausstellungsdesign und Szenografie, Projection Mapping, interaktiven Objekten sowie an Konzept, Kritik, Präsentation und eigenem Ausstellungskonzept. Der Bildungsgang ist beim Regierungspräsidium Stuttgart angezeigt und hat keine staatliche Anerkennung; der Abschluss Intermedia Gestalter/in ist ein Abschluss der Lazi Akademie. Mit Mittlerer Reife und ohne Portfolio bewirbst du dich direkt über die Fachbereichsseite.

Gehalt

Kurator/innen gehören im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit zur Berufsgattung „Museumsberufe (ohne Spezialisierung), hoch komplexe Tätigkeiten“. Der Median liegt bei 5.139 Euro brutto im Monat in Vollzeit, die mittlere Hälfte verdient zwischen 3.929 und 6.435 Euro. Zwischen 25 und 54 Jahren sind es 4.919 Euro.

Beruf im EntgeltatlasMedian brutto/MonatMittlere Hälfte
Kurator/in5.139 €3.929 bis 6.435 €
Kulturmanager/in5.048 €4.032 bis 6.447 €
Museumspädagoge/-pädagogin4.164 €3.548 bis 4.971 €

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenstand Entgeltatlas 2025, Vollzeit, abgerufen November 2026.

Museumsnahe Berufe, Median brutto im Monat
Museumspädagoge/-pädagogin4.164 €
Kulturmanager/in5.048 €
Kurator/in5.139 €
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas 2025, Vollzeit

Ausführlich mit Volontariat und Geschlechtervergleich: Kurator Gehalt.

Voraussetzungen und Skills

  • Fachwissen: fundierte Kenntnisse des Sammlungsgebiets und wissenschaftliches Arbeiten
  • Erzählen im Raum: Themen so ordnen, dass Besucher/innen folgen können
  • Schreiben: klare Texte für Fachpublikum und breite Öffentlichkeit
  • Organisation: Budgets, Zeitpläne, Leihverkehr und viele Beteiligte im Blick behalten
  • Sprachen: Englisch und oft weitere Sprachen für internationale Leihgaben
  • Kommunikation: mit Künstler/innen, Leihgeber/innen, Presse und Förderern

Berufsaussichten

Feste Kuratorenstellen sind begehrt und selten, der Wettbewerb ist hoch. Viele Berufseinsteiger/innen arbeiten nach dem Volontariat zunächst befristet oder projektbezogen. Gute Chancen haben, wer Fachwissen mit digitalen Kompetenzen verbindet, etwa für Online-Sammlungen und digitale Ausstellungen, und wer Drittmittel einwerben kann.

Beispiele

  • Beispiel 1, Landesmuseum: Eine Kuratorin für Fotografie bereitet eine Retrospektive mit Leihgaben aus mehreren Ländern vor.
  • Beispiel 2, Kunstverein: Ein freier Kurator entwickelt eine Gruppenausstellung junger Medienkünstler/innen.
  • Beispiel 3, Naturkundemuseum: Eine Biologin kuratiert eine Ausstellung zur Artenvielfalt und arbeitet eng mit Szenograf/innen zusammen.
  • Beispiel 4, Unternehmensmuseum: Ein Kurator betreut die Firmengeschichte eines Autoherstellers.
  • Beispiel 5, Volontariat: Eine Kunsthistorikerin lernt zwei Jahre lang alle Abteilungen eines städtischen Museums kennen.

In der Praxis

Wer Kurator/in werden möchte, sammelt früh Erfahrung: Praktika an Museen, Mitarbeit in Kunstvereinen, eigene kleine Ausstellungsprojekte. Stellen für Volontariate werden über die Portale der Museumsverbände und Fachnetzwerke ausgeschrieben. Hilfreich ist es, die gestalterische Seite zu verstehen, denn Kurator/innen arbeiten eng mit Szenograf/innen zusammen (siehe Szenograf/in werden: Beruf, Wege, Gehalt), und die Vermittlung übernehmen oft Kunstvermittler/innen (siehe Kunstvermittler/in und Museumspädagoge: Beruf, Gehalt). Grundlagen zur Methode stehen im Eintrag Kuratierung.

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalKurator/inSzenograf/inGalerist/in
SchwerpunktInhalt, Auswahl, ForschungRaum, Gestaltung, InszenierungVertrieb, Künstlerbetreuung
Typischer ArbeitsortMuseum, KunstvereinBüro für Ausstellungsgestaltungeigene Galerie
Typischer WegStudium, VolontariatGestaltung, ArchitekturKunstmarkt, Quereinstieg

Die Kuratierung legt fest, was gezeigt wird; Szenograf/innen gestalten, wie es im Raum wirkt. Galerist/innen verkaufen Kunst und vertreten Künstler/innen am Markt, mehr dazu unter Galerist/in werden: Beruf, Aufgaben, Wege.

Häufige Fragen

Wie wird man Kurator/in? Meist über ein Hochschulstudium im Sammlungsgebiet, oft mit Promotion, und ein zweijähriges wissenschaftliches Volontariat. Im freien Kunstfeld gibt es auch Quereinstiege.

Was verdient ein/e Kurator/in? Laut Entgeltatlas 2025 liegt der Median bei 5.139 Euro brutto im Monat in Vollzeit. Im Volontariat empfiehlt der Museumsbund 50 Prozent der Entgeltgruppe 13 TVöD.

Ist Kurator ein geschützter Beruf? Nein. Die Bezeichnung darf jede/r führen, an Museen werden aber in der Regel wissenschaftliche Abschlüsse verlangt.

Was ist der Unterschied zwischen Kurator und Kustos? Kustos oder Kustodin ist eine ältere, vor allem im öffentlichen Dienst übliche Bezeichnung für die wissenschaftliche Betreuung einer Sammlung. Die Aufgaben überschneiden sich weitgehend.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Deutscher Museumsbund (2018): Leitfaden für das wissenschaftliche Volontariat im Museum, 2. Auflage. museumsbund.de
  • Bundesagentur für Arbeit (2026): Entgeltatlas, Berufe „Kurator/in“, „Kulturmanager/in“, „Museumspädagoge/-pädagogin“, Datenstand Entgeltatlas 2025, abgerufen November 2026. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas
  • Obrist, Hans Ulrich (2015): Kuratieren! C.H. Beck.
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