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Szenograf/innen inszenieren Räume, damit sie Geschichten erzählen: Ausstellungen in Museen, Markenwelten auf Messen, Bühnen und Veranstaltungen. In den Beruf führen Studiengänge in Szenografie, Innenarchitektur oder Kommunikationsdesign und gestalterische Ausbildungen mit Raumschwerpunkt; für Ausstellungsdesigner/innen nennt der Entgeltatlas 2025 einen Median von 4.009 Euro brutto im Monat.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Kreativberufe · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Szenografin, Szenograph/in, Ausstellungsgestalter/in, Ausstellungsdesigner/in, Exhibition Designer, Scenographer

Was ist ein/e Szenograf/in?

Szenografie bedeutet ursprünglich Bühnenmalerei. Heute beschreibt der Begriff die Gestaltung von Räumen als Erlebnis: Licht, Architektur, Grafik, Medien, Ton und Objekte werden so kombiniert, dass Besucher/innen einen Inhalt mit allen Sinnen erfahren. Ein/e Szenograf/in denkt dabei in Abläufen, Blickachsen und Stimmungen, nicht nur in Flächen.

Erklärung: Aufgaben im Berufsalltag

Szenograf/innen arbeiten in Büros für Ausstellungsgestaltung, in Agenturen für Markenkommunikation, an Theatern, bei Museen oder selbstständig. Ein Projekt durchläuft meist diese Schritte:

  • Briefing und Recherche: Inhalte mit Kurator/innen oder Auftraggeber/innen klären
  • Konzept: Raumdramaturgie, Besucherführung und gestalterische Idee entwickeln
  • Entwurf: Skizzen, 3D-Modelle, Material- und Lichtkonzept, Grafik und Medien
  • Ausführungsplanung: Pläne für Gewerke, Kosten und Termine
  • Umsetzung: Bauleitung, Abstimmung mit Messebau, Licht- und Medientechnik
  • Eröffnung und Betrieb: Feinschliff, Wartung von Medienstationen, Abbau

Die Themen reichen von historischen Dauerausstellungen über Science Center und Unternehmensmuseen bis zu Messeauftritten, Pop-up-Stores und Festivals.

Wie wird man Szenograf/in?

Einen geregelten Ausbildungsberuf „Szenograf/in“ gibt es nicht. Viele kommen über ein Studium: Es gibt Studiengänge in Szenografie, Ausstellungsdesign oder Raumgestaltung an Kunst- und Fachhochschulen, und viele Szenograf/innen haben Innenarchitektur, Architektur, Bühnenbild oder Kommunikationsdesign studiert. Ein Beispiel für eine Vertiefung ist der dreisemestrige Master Szenografie und Kommunikation an der Fachhochschule Dortmund, der sich an Designer/innen, Architekt/innen und Raumplaner/innen richtet und Theater-, Museums-, Medien- und öffentliche Räume behandelt.

Daneben gibt es Wege über gestalterische Ausbildungen mit Raum- und Medienschwerpunkt sowie über den dualen Beruf Gestalter/in für visuelles Marketing, der mit Präsentation im Raum zu tun hat. Entscheidend für den Einstieg ist meist ein Portfolio mit realisierten oder überzeugend visualisierten Raumprojekten.

Ausbildung an der Lazi Akademie

Szenografie ist ausdrücklich Teil des Fachbereichs Intermediale Gestaltung der Lazi Akademie in Esslingen. Im Schwerpunkt Installation und Raumgestaltung lernst du in drei Jahren Vollzeit Konzept und Raumplanung, Projection Mapping und Licht, interaktive Objekte und Sensoren sowie Ausstellungsdesign und Szenografie, von der Skizze bis zur begehbaren Ausstellung, ergänzt um Video, Sound und interaktive Medien. Der Bildungsgang ist beim Regierungspräsidium Stuttgart angezeigt und hat keine staatliche Anerkennung; der Abschluss Intermedia Gestalter/in ist ein Abschluss der Lazi Akademie. Voraussetzung ist die Mittlere Reife, ein Portfolio brauchst du nicht, und du bewirbst dich direkt über die Fachbereichsseite.

Gehalt

Für die Bezeichnungen Szenograf/in und Ausstatter/in weist der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit zu wenige Daten aus; belastbare Zahlen gibt es dafür nicht. Die nächstliegende Gruppe sind Ausstellungsdesigner/innen auf Spezialistenniveau im visuellen Marketing.

Beruf im EntgeltatlasAnforderungsniveauMedian brutto/MonatMittlere Hälfte
Gestalter/in visuelles MarketingFachkraft3.327 €2.772 bis 3.898 €
Ausstellungsdesigner/inSpezialist/in4.009 €3.139 bis 5.317 €
Szenograf/in, Ausstatter/inkeine Angabekeine belastbaren Datenkeine belastbaren Daten

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenstand Entgeltatlas 2025, Vollzeit, abgerufen November 2026.

Raumgestaltung, Median brutto im Monat
Gestalter/in visuelles Marketing3.327 €
Ausstellungsdesigner/in4.009 €
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas 2025, Vollzeit

Zwischen 25 und 54 Jahren liegt der Median der Ausstellungsdesigner/innen bei 4.015 Euro, bei Frauen bei 3.842 Euro. Regionale Werte gibt es für diese Gruppe nicht. Selbstständige Szenograf/innen arbeiten meist auf Honorarbasis; amtliche Einkommensdaten für sie gibt es nicht.

Voraussetzungen und Skills

  • Räumliches Denken: Grundrisse lesen, Wege und Blickachsen planen
  • Visualisierung: Skizzen, 3D-Software und Modellbau
  • Licht und Medien: Grundwissen über Beleuchtung, Projektion und interaktive Technik
  • Dramaturgie: Inhalte in eine Abfolge bringen, die Besucher/innen trägt
  • Projektsteuerung: Kosten, Termine und viele Gewerke koordinieren
  • Barrierefreiheit: Räume so planen, dass alle sie nutzen können

Berufsaussichten

Museen erneuern Dauerausstellungen, Unternehmen setzen auf Markenräume und Messen, Städte auf Besucherzentren. Gleichzeitig ist das Feld klein und projektgetrieben, viele Büros haben wenige Mitarbeitende. Gute Chancen haben Szenograf/innen, die digitale Medien, Licht und Raum zusammenbringen, etwa mit Projection Mapping oder interaktiven Stationen.

Beispiele

  • Beispiel 1, Museum: Ein Szenografie-Büro gestaltet die neue Dauerausstellung eines Stadtmuseums mit Medienstationen und Hörstationen.
  • Beispiel 2, Messe: Eine Szenografin entwirft den Messeauftritt eines Maschinenbauers als begehbare Produktwelt.
  • Beispiel 3, Science Center: Ein Team entwickelt interaktive Exponate, die Physik zum Anfassen erklären.
  • Beispiel 4, Gedenkstätte: Eine Szenografin gestaltet eine zurückhaltende Ausstellung mit Zeitzeugeninterviews.
  • Beispiel 5, Festival: Ein Szenograf inszeniert einen Außenraum mit Licht, Ton und temporären Bauten.

In der Praxis

Szenografie ist Teamarbeit. Wer einsteigen will, sollte die Sprache der Nachbarberufe verstehen: Kurator/innen (siehe Kurator/in werden: Aufgaben, Wege, Gehalt), Lichtplaner/innen, Medientechniker/innen und Messebauer. Praktika in Ausstellungsbüros und Mitarbeit bei Theaterproduktionen sind gute Einstiege. Methodisches Grundwissen bündeln die Einträge Ausstellungsdesign Grundlagen und Exhibition Design Prozess.

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalSzenograf/inBühnenbildner/inGestalter/in visuelles Marketing
Typischer RaumAusstellung, Messe, MarkeTheater, OperLaden, Schaufenster, Messe
AusbildungStudium oder gestalterische AusbildungStudium an Kunsthochschuledual, 3 Jahre
Daten im Entgeltatlaskeine belastbaren Datenkeine belastbaren Daten3.327 € Median

Die Grenzen sind fließend. Im Theater spricht man eher von Bühnenbild (siehe Bühnenbildner/in werden: Beruf, Wege, Gehalt), im Museum und auf der Messe von Szenografie.

Häufige Fragen

Was macht ein/e Szenograf/in? Szenograf/innen gestalten Räume so, dass sie Inhalte erzählen, etwa in Ausstellungen, auf Messen oder bei Veranstaltungen. Sie verbinden Architektur, Licht, Grafik und Medien.

Wie wird man Szenograf/in? Meist über ein Studium in Szenografie, Innenarchitektur, Architektur oder Kommunikationsdesign, teils über gestalterische Ausbildungen mit Raumschwerpunkt. Ein geregelter Ausbildungsberuf existiert nicht.

Was verdient ein/e Szenograf/in? Für Szenograf/innen gibt es im Entgeltatlas keine belastbaren Daten. Ausstellungsdesigner/innen auf Spezialistenniveau verdienen im Median 4.009 Euro brutto im Monat.

Ist Szenografie dasselbe wie Bühnenbild? Nicht ganz. Bühnenbild bezieht sich auf Theater und Oper, Szenografie umfasst zusätzlich Ausstellungen, Messen und Markenräume.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Bundesagentur für Arbeit (2026): Entgeltatlas, Berufe „Ausstellungsdesigner/in“, „Ausstatter/in“, „Gestalter/in visuelles Marketing“, Datenstand Entgeltatlas 2025, abgerufen November 2026. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas
  • Fachhochschule Dortmund (2026): Masterstudiengang Szenografie und Kommunikation. design.fh-dortmund.de
  • Kossmann, Herman; Mulder, Suzanne; den Oudsten, Frank (2012): Narrative Spaces: On the Art of Exhibiting. 010 Publishers.
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