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Social-Media-Redakteur (Broadcast) ist eine journalistisch-digitale Fachkraft, die TV- und Medieninhalte für soziale Plattformen aufbereitet, eigenständige digitale Formate entwickelt und die Online-Community eines Senders betreut.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Medientechnik & Broadcast · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Digital Editor Broadcast, Online-Redakteur TV, Social-Media-Manager Sender, Content Creator Broadcast

Was ist ein Social-Media-Redakteur (Broadcast)?

Dieser Beruf ist an der Schnittstelle von klassischem TV-Journalismus und digitaler Medienarbeit angesiedelt. Der Social-Media-Redakteur im Broadcast-Kontext sorgt dafür, dass Sendungsinhalte ihre Reichweite über den TV-Bildschirm hinaus entfalten: Er produziert Clips, schreibt Posts, betreut Kommentarspalten und entwickelt Formate, die nur im digitalen Raum funktionieren.

Erklärung

Fernseh- und Radiosender haben in den letzten Jahren massiv in digitale Redaktionen investiert. Der Social-Media-Redakteur arbeitet oft direkt in der Senderedaktion und koordiniert die digitale Ausspielung von Inhalten mit der linearen Ausstrahlung. Zu seinen Aufgaben gehören:

  • Content-Adaption: TV-Beiträge kürzen und für verschiedene Plattformen optimieren (vertikale Formate für Instagram Reels/TikTok, 16:9 für YouTube, Quadrat für Facebook).
  • Caption und Untertitel: Erstellen von Untertiteln und Beschriftungen, da viele Videos ohne Ton konsumiert werden.
  • Publishing und Community Management: Posts veröffentlichen, Kommentare moderieren, auf Nachrichten antworten und Community-Fragen an die Redaktion weitergeben.
  • Content-Erstellung: Eigenständige Produktion von Social-Media-First-Inhalten: Erklärvideos, Live-Q&As, Behind-the-Scenes-Clips, Polls und Stories.
  • Monitoring und Analyse: Auswertung von Reichweiten, Engagement-Raten und demographischen Daten; Ableitung von Optimierungsempfehlungen.
  • SEO/SEV: Suchmaschinenoptimierung für Video-Plattformen (YouTube SEO, Thumbnails, Titeltexte, Beschreibungen).
  • Crossmediale Koordination: Enge Abstimmung mit TV-Redaktion, Produktion und Marketing für abgestimmte Kampagnen.

Arbeitgeber: ARD-Digitaleinheiten (BR24, WDR, NDR), ZDF-Digital, RTL+ (Mediengruppe RTL), ProSiebenSat.1 Digital, Stern TV, Nachrichtenmagazine. Auch Produktionsfirmen mit YouTube-Kanälen und Corporate-Media-Abteilungen suchen diese Kompetenz.

Beispiele

  1. ARD-Nachrichtenkanal: Der Social-Media-Redakteur schneidet täglich 8–10 Clips aus Tagesschau-Beiträgen für YouTube, Untertitelt sie, optimiert Titel/Thumbnails und analysiert die Performance-Daten der Vorwoche.
  2. TV-Magazin: Für ein Verbrauchermagazin entwickelt er eigenständige TikTok-Erklärvideos zu Alltagsthemen, die zwar auf dem Sendungsthema basieren, aber eigens für die Plattform produziert und im Ton angepasst werden.
  3. Sportrechtevermarkter: Er betreut Social-Media-Kanäle für eine Sportsendermarke während eines Großevents (EM, Olympia), stellt Highlights schnell online, nutzt Live-Tickerei auf X/Twitter und moderiert eine Instagram-Live-Sendung.
  4. Breaking News: Beim Eintreten eines Breaking-News-Ereignisses koordiniert er die sofortige digitale Berichterstattung: erste Posts, Live-Blog, Clip-Uploads und Community-Fragen – parallel zur laufenden TV-Sendung.
  5. Karriereweg: Nach zwei Jahren als Social-Media-Redakteur übernimmt er die Leitung des Digital-Teams seines Senders und entwickelt die crossmediale Strategie.

In der Praxis

Einstieg über Journalistikstudium mit Digital-Fokus, Medien- oder Kommunikationswissenschaft. Alternativ: klassisches Volontariat kombiniert mit eigenem Social-Media-Portfolio (YouTube-Kanal, Newsletter, Podcast). Wichtige Tools: Adobe Premiere Rush, CapCut, Canva, Sprout Social, Hootsuite, Google Analytics, YouTube Studio, Meta Business Suite. Grundkenntnisse in SEO, Datenjournalismus und Videobearbeitung sind wichtig. Verbände: DJV, BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft).

Vergleich & Abgrenzung

Der Redakteur TV arbeitet primär für das lineare TV-Programm; der Social-Media-Redakteur denkt digital-first. Der klassische Social-Media-Manager in Unternehmen hat keine journalistische Ausbildung und betreibt eher Marketing als Journalismus. Der Online-Redakteur arbeitet textlastig für Nachrichtenwebsites, während der Social-Media-Redakteur Broadcast stark video- und community-orientiert agiert.

Häufige Fragen (FAQ)

Was verdient ein Social-Media-Redakteur bei einem Sender? Berufseinsteiger verdienen 2.400–3.200 € brutto monatlich. Mit Erfahrung und Leitungsverantwortung sind 3.500–4.800 € brutto realistisch. Öffentlich-rechtliche Sender zahlen in der Regel nach Tarifvertrag besser als Privatunternehmen. Freelancer für einzelne Kampagnen oder Content-Projekte rechnen 300–600 € pro Tag ab.

Muss ein Social-Media-Redakteur auch selbst vor der Kamera auftreten? Zunehmend ja – besonders für TikTok und Instagram Reels werden Persönlichkeiten mit Kamerakomfort gesucht. Viele Social-Media-Redakteure beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk moderieren mittlerweile eigenständige digitale Formate als Gesicht des Senders auf Social Media.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Bundesagentur für Arbeit – berufenet.arbeitsagentur.de
  • DJV Deutscher Journalisten-Verband – djv.de
  • BVDW Bundesverband Digitale Wirtschaft – bvdw.org
  • Fachmagazin journalist – journalist.de
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