Veranstaltungstechniker ist eine staatlich anerkannte Fachkraft für die Planung, den Aufbau, den Betrieb und den Abbau technischer Anlagen bei Veranstaltungen – insbesondere Bühnen-, Ton-, Licht- und Videotechnik.
Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Medientechnik & Broadcast · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Fachkraft für Veranstaltungstechnik (offizieller Ausbildungsname bis 2022), Veranstaltungstechniker und -meister (nach Aufstiegsfortbildung), Event Technician, Stage Technician
Was ist ein Veranstaltungstechniker?
Der Veranstaltungstechniker ist das technische Rückgrat der Live-Entertainment-Industrie. Er baut Bühnen auf, installiert Licht- und Tonanlagen, richtet Videoleinwände ein und sorgt dafür, dass Konzerte, Festivals, Messen, Theater- und Firmenveranstaltungen technisch einwandfrei ablaufen. Seit der Neuordnung 2022 heißt der Ausbildungsberuf offiziell „Veranstaltungstechniker/-in".
Erklärung
Die Ausbildung zum Veranstaltungstechniker ist staatlich anerkannt und dauert drei Jahre. Sie wird dual durchgeführt – im Ausbildungsbetrieb (Eventdienstleister, Theater, Konzerthaus) und in der Berufsschule. Der Beruf umfasst alle drei Hauptgewerke der Veranstaltungstechnik:
Bühne und Rigging: Aufbau von Bühnenkonstruktionen, Traversen (Stahlrohr-Rahmen), Motorenbetrieb (Kettenzüge), Sicherheitsberechnungen für Lasten und Hängepunkte. Veranstaltungstechniker sind im Rigging-Bereich in besonderem Maße für die Sicherheit aller Beteiligten verantwortlich (BGV C1-konforme Prüfung).
Lichttechnik: Installation und Betrieb von Theaterscheinwerfern, Moving Lights, LED-Fixtures und Steuerungspulten. Grundkenntnisse in DMX-Protokoll, Steuerpulten (GrandMA, Hog) und Kabeltechnik sind Pflichtbestandteil der Ausbildung.
Tontechnik: Aufbau von Beschallungsanlagen (PA-Systemen), Mikrofontechnik, Soundcheck-Durchführung, Grundbedienung von Digitalmischpulten und Monitoranlagen.
Zusätzlich lernen Veranstaltungstechniker Grundlagen der Videotechnik, Arbeitssicherheit, Sicherheitsvorschriften (VStättVO – Versammlungsstättenverordnung) und Projektmanagement.
Typische Arbeitgeber: Eventdienstleister und Rental-Firmen, Theater und Opernhäuser, Konzerthallen und Arenen, Messe- und Kongresszentren, Rundfunkanstalten mit Live-Event-Bereich, Freelance.
Beispiele
- Konzert-Produktion: Der Veranstaltungstechniker baut für ein dreitägiges Open-Air-Festival Bühne, PA und Lichtanlage auf, führt technische Sicherheitschecks durch und betreut alle Produktionstage im Bereitschaftsdienst.
- Theater-Spielbetrieb: Im Stadttheater betreut er den technischen Tagesbetrieb: Auf- und Abbau von Bühnenbildern, Betrieb der Lichtanlage für Proben und Vorstellungen und Wartung von Bühnenmaschinerie.
- Messe Frankfurt: Er betreut als Standtechniker zwei Messestände eines Elektronikherstellers, betreibt Display-Anlagen, Beschallung und Beleuchtung und reagiert auf Störungen.
- Betriebliche Veranstaltung: Für eine Weihnachtsfeier eines Unternehmens mit 500 Gästen richtet er Licht, Ton und Beamertechnik ein, koordiniert den Aufbau mit Dekoration und Catering und ist während der Veranstaltung anwesend.
- Aufstieg zum Meister: Nach fünf Jahren Berufserfahrung absolviert er die Meisterprüfung für Veranstaltungstechnik (an einer Handwerks- oder Technikerschule) und eröffnet sein eigenes Eventdienstleistungsunternehmen.
In der Praxis
Die staatlich anerkannte Ausbildung zum Veranstaltungstechniker dauert 3 Jahre (IHK/HWK). Danach stehen Aufstiegsfortbildungen offen: Meister für Veranstaltungstechnik (Handwerksordnung) oder staatlich geprüfter Techniker (Fachrichtung Veranstaltungstechnik). Wichtige Normen und Vorschriften: BGV C1 (Bühnentechnik-BG-Vorschrift), DIN 15905 (Lärmschutz bei Veranstaltungen), VStättVO (Versammlungsstättenverordnung). Verbände: VPLT (Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik), DTHG (Deutsche Theatertechnische Gesellschaft). Fachmedien: Production Partner, Bt bühnentechnische Rundschau.
Vergleich & Abgrenzung
Der Lichttechniker (Veranstaltung) hat sich aus dem Veranstaltungstechniker heraus auf ein Gewerk spezialisiert. Der Tonmischer Live fokussiert auf die Audiomischung. Der AV-Techniker ist stärker auf Festinstallationen und Konferenztechnik ausgerichtet, während der Veranstaltungstechniker vorwiegend im temporären Auf- und Abbau-Kontext tätig ist. Der Medientechniker hat einen breiteren Medienkontext mit Broadcast-Bezug.
Häufige Fragen (FAQ)
Was verdient ein Veranstaltungstechniker in Deutschland? Auszubildende erhalten 600–900 € monatlich, je nach Bundesland und Betrieb. Berufseinstiger nach der Ausbildung verdienen 2.100–2.800 € brutto. Mit Erfahrung und bei größeren Arbeitgebern sind 3.000–4.000 € brutto erreichbar. Meister in leitenden Positionen können 4.500 € und mehr verdienen. Freelancer für Konzerttouren erzielen 250–500 € Tagessatz je nach Spezialisierung; bei internationalen Touren mit Unterkunft und Diäten entspricht der Nettoverdienst oft deutlich mehr.
Hat die Veranstaltungstechnik eine Zukunft nach Corona? Die Branche hat sich nach den pandemiebedingten Ausfällen 2020–2022 erholt. Es besteht aktuell Fachkräftemangel, da viele Fachkräfte während der Pandemie die Branche verlassen haben. Veranstaltungstechniker haben damit aktuell gute Verhandlungsposition und günstige Einstiegschancen.
Verwandte Einträge
Weiterführend
- Bundesagentur für Arbeit – berufenet.arbeitsagentur.de
- VPLT Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik – vplt.de
- DTHG Deutsche Theatertechnische Gesellschaft – dthg.de
- Fachzeitschrift Production Partner – production-partner.de
