Infografiker Print ist eine gestalterisch-analytische Fachkraft, die komplexe Informationen, Daten und Zusammenhänge mittels visueller Darstellungen wie Diagrammen, Karten, Illustrationen und Erklär-Grafiken für Printmedien aufbereitet.
Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Print & Verlag · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Data-Visualization-Designer, Grafikjournalist, Infographic Designer, Visual Journalist
Was ist Infografiker Print?
Ein Infografiker Print übersetzt Zahlen, Fakten und komplexe Sachverhalte in visuelle Kommunikation, die auf einen Blick verständlich ist. Er analysiert Datensätze, wählt den passenden Grafik-Typ (Balken-, Linien-, Kreisdiagramm, Karte, Flussdiagramm, Zeitstrahl) und setzt diesen gestalterisch überzeugend in Druckqualität um. Dabei verbindet er journalistisches Denken mit gestalterischem Können.
Erklärung
Infografiken sind in modernen Printmedien allgegenwärtig: In Tageszeitungen erklären sie Wahlergebnisse oder Corona-Infektionskurven, in Magazinen veranschaulichen sie wissenschaftliche Erkenntnisse, in Sachbüchern vertiefend den Text. Der Infografiker Print ist Spezialist an der Schnittstelle von Journalismus, Design und Datenanalyse.
Datenrecherche und -analyse: Bevor eine Infografik entsteht, recherchiert der Infografiker Zahlen aus Statistikämtern, wissenschaftlichen Studien, Datenbanken und journalistischen Quellen. Er bewertet die Verlässlichkeit der Daten und wählt aus, welche Aussage visualisiert werden soll.
Konzept und Skizze: Die richtige Grafik-Form ist entscheidend: Ein Vergleich zweier Werte ist ein Balkendiagramm; zeitliche Verläufe sind Liniendiagramme; geografische Verteilungen sind Karten. Der Infografiker skizziert mehrere Varianten und bespricht diese mit dem Art Director oder Redakteur.
Technische Umsetzung: Vektorgrafiken werden in Adobe Illustrator erstellt; für datengetriebene Visualisierungen kommen auch Datawrapper, Flourish oder RAWGraphs zum Einsatz. Karten entstehen mit Mapbox, QGIS oder Adobe Illustrator mit Shapefiles. Das Ergebnis muss in hoher Auflösung (300+ dpi) in CMYK vorliegen.
Typografische Integration: Beschriftungen, Achsentitel und Legenden müssen typografisch zum restlichen Heft-Layout passen und auch in kleinen Druckgrößen lesbar sein.
Typische Arbeitgeber: Tageszeitungsverlage, Nachrichtenmagazine (Spiegel, Focus, Zeit), Wirtschaftsmedien, wissenschaftliche Verlage, Buchverlage mit illustertem Programm, Infografik-Agenturen (z. B. Scholz & Friends, SZ Werkstatt).
Beispiele
- Arbeitstag in einem Nachrichtenmagazin: Ein Infografiker erstellt innerhalb von drei Stunden eine Wahlkarte für die aktuelle Ausgabe – er verarbeitet Echtzeit-Wahldaten, wählt Farben für Parteien und liefert druckfertige Vektordaten ans Layout.
- Tätigkeit bei einem Wirtschaftsmedium: Für eine Titelgeschichte über die globale Lieferkette erstellt er eine Weltkarte mit Handelsrouten, ergänzt durch Zeitstrahl und Statistik-Diagramme.
- Freelance-Perspektive: Ein freier Infografiker beliefert mehrere Verlage und Agenturen mit Infografiken auf Bestellung, spezialisiert auf medizinische und wissenschaftliche Darstellungen.
- Digitale Transformation: Printinfografiker lernen zunehmend digitale und interaktive Varianten ihrer Grafiken (D3.js, Flourish, Datawrapper) für Online-Ausgaben parallel zur Printfassung zu produzieren.
- Karriereweg: Junior Infografiker → Infografiker → Leitender Infografiker / Head of Visuals; oder Wechsel in Datenvisualisierung und UX-Design.
In der Praxis
Es gibt keinen direkten Ausbildungsberuf. Übliche Wege: Studium Grafikdesign oder Kommunikationsdesign mit journalistischer Zusatzausbildung; oder Journalistik-/Kommunikationswissenschaft-Studium mit Designkenntnissen. Wichtig: praktische Übung in Adobe Illustrator, Grundkenntnisse in Python oder R für Datenverarbeitung, Verständnis statistischer Methoden. Fortbildungen: Journalistenschulen, dpa-Akademie, Datajournalismus-Workshops. Verband: DJV, ddj.de (Netzwerk Datenjournalismus).
Vergleich & Abgrenzung
Der Grafiker Print gestaltet Layouts, der Infografiker fokussiert auf Datenvisualisierung und erklärende Grafiken. Der Illustrator schafft künstlerisch-illustrative Bilder, der Infografiker informationelle Visualisierungen. Der Datajournalist recherchiert und analysiert Daten; der Infografiker visualisiert sie – oft dieselbe Person.
Häufige Fragen (FAQ)
Was verdient ein Infografiker Print in Deutschland? Junior-Infografiker verdienen 28.000 bis 36.000 Euro brutto jährlich. Mit Berufserfahrung und in renommierten Medienhäusern sind 40.000 bis 60.000 Euro möglich. Freelancer, die sowohl Print- als auch Digitalgrafiken anbieten, erzielen Tagessätze von 400 bis 900 Euro. Die Kombination aus Designkompetenz und Datenjournalismus macht diesen Beruf gut bezahlt.
Wie verändert KI die Infografiker-Arbeit? KI-Tools automatisieren einfache Diagrammerstellung (z. B. automatische Chart-Generierung aus CSV), aber die konzeptionelle Entscheidung – welche Grafik welche Geschichte erzählt – bleibt menschliche Expertise. Infografiker, die KI-Tools als Effizienzwerkzeug nutzen und gleichzeitig journalistisches Urteilsvermögen mitbringen, profitieren vom technischen Wandel.
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Weiterführend
- Bundesagentur für Arbeit – berufenet.arbeitsagentur.de
- Netzwerk Datenjournalismus – datenjournalist.de
- Society for News Design (SND) – snd.org
- Fachmagazin Page – page-online.de
