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Bilderdruckpapier ist ein gestrichenes, hochweißes Druckpapier, das speziell für die brillante Wiedergabe von Bildern und Farbflächen im Offsetdruck optimiert ist.

Rubrik: Drucktechnik · Unterrubrik: Papier & Materialien · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Kunstdruckpapier, BD-Papier, coated paper, art paper

Was ist Bilderdruckpapier?

Bilderdruckpapier ist die in Print-Magazinen, Bildbänden, Katalogen und hochwertigen Broschüren am häufigsten eingesetzte Papierklasse. Es besteht aus einem Rohpapier, das mit einer mineralischen Streichmasse (meist Kaolin und Calciumcarbonat) ein- oder beidseitig beschichtet wird. Diese Strichschicht schließt die Poren und sorgt dafür, dass Druckfarbe nicht wegschlägt, sondern als geschlossener Farbfilm auf der Oberfläche bleibt — die Voraussetzung für scharfe Konturen, dichte Schwarz-Werte und brillante Farben.

Erklärung

Bilderdruckpapier wird in mehreren Qualitätsklassen produziert. Die obere Klasse ist holzfrei, hochweiß und mit zweifachem oder dreifachem Strich versehen — typische Marken sind LumiSilk, Magno, Galaxi, MultiArt Silk oder Profimatt. Darunter liegen LWC- (Light Weight Coated, Magazine wie Spiegel oder Stern) und MFC-Papiere (Machine Finished Coated, Discount-Prospekte). Bilderdruckpapier wird in drei Oberflächen angeboten: glänzend (hohe Brillanz, starker Kontrast, aber starke Reflexion bei Lesetexten), matt (gedämpfter Glanz, leseangenehm, gleichzeitig gute Bildwiedergabe — der Standard im Magazindesign) und seidenmatt (zwischen beiden, sehr beliebt für Imagebroschüren). Die geschlossene Oberfläche reduziert den Tonwertzuwachs gegenüber Naturpapier deutlich, weshalb Bilderdruckpapier nach den Fogra-Profilen ISO Coated v2 oder PSO Coated v3 gedruckt wird. Wer maximale Bildqualität braucht, druckt auf Bilderdruckpapier — egal ob Vier-, Sechs- oder Siebenfarbdruck mit Sonderfarben.

Beispiele

  • Beispiel 1: Hochglanzmagazin (Vogue, Architectural Digest) — 90–115 g/m² LWC, glänzend, für maximale Bildbrillanz im Modefoto.
  • Beispiel 2: Imagebroschüre einer Marke — 170 g/m² Bilderdruck matt, weil das Auge ruhiger über Text und Bild gleitet.
  • Beispiel 3: Fotobuch im Hardcover — 150 g/m² seidenmatt, weil glänzendes Papier Fingerabdrücke zeigt.
  • Beispiel 4: Werbeprospekt im Briefkasten — 80 g/m² LWC glänzend, sehr kostenoptimiert.
  • Beispiel 5: Kunstkatalog — 200 g/m² mattgestrichen, doppelt gestrichen, weil Reproduktionen von Gemälden hohe Farbtreue verlangen.

In der Praxis

Bei der Auswahl entscheidest du dich für drei Achsen gleichzeitig: Oberfläche (glänzend/matt/seidenmatt), Grammatur (siehe Eintrag Papiergrammatur) und Volumen (siehe Volumen-Papier). Für Magazine sind 90–135 g/m² Standard, für Broschüren 135–170 g/m², für Cover und Karten ab 250 g/m². Tipp: Bestelle vor jedem größeren Projekt ein Andruck-Buch oder eine Papiermusterkollektion direkt beim Hersteller (Sappi, Arctic Paper, UPM, Stora Enso). Die Onlineshops listen oft nur Standardsorten — wer ein spezielles Bilderdruckpapier sucht, fragt direkt beim Druckdienstleister an. Im Druckdaten-PDF muss das Output-Intent-Profil zum Papier passen (ISO Coated v2 für Bilderdruck-glänzend/matt, PSO Coated v3 für moderne Druckanlagen). Sonst sehen Bilder unter Umständen flau oder zu satt aus.

Vergleich & Abgrenzung

Bilderdruckpapier wird oft mit Naturpapier oder Designerpapier verwechselt — die Unterschiede sind aber gravierend.

MerkmalBilderdruckpapierNaturpapier
Oberflächegestrichen, glattungestrichen, rau
Bildbrillanzhoch bis sehr hochgedämpft, weicher Look
Tonwertzuwachsniedrighoch
Haptikglatt, kühlwarm, naturnah
EinsatzMagazine, BildbändeRomane, Imagebücher

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Bilderdruck glänzend und matt? Glänzendes Bilderdruckpapier hat eine reflektierende Strichschicht — Bilder wirken brillanter, Schwarz tiefer. Mattes Bilderdruckpapier reflektiert weniger Licht und liest sich deutlich angenehmer. In hochwertigen Magazinen dominiert seit etwa 2010 matt oder seidenmatt, weil es professioneller und weniger marktschreierisch wirkt.

Welche Grammatur ist für ein Magazin sinnvoll? Innenseiten von Magazinen liegen typischerweise bei 90–115 g/m², das Cover bei 200–250 g/m². Wichtig ist nicht nur das Gewicht, sondern auch das Volumen (Dicke pro Gramm) — ein 90er-Papier mit hohem Volumen wirkt wertiger als ein dünnes 100er.

Weiterführend

  • Teschner, Helmut (2017): Druck- und Medientechnik. Christiani Verlag.
  • Sappi Europe (2023): The Standard – Papierhandbuch für Designer. sappi.com
  • Fogra Forschungsinstitut (2023): Prozessstandard Offsetdruck PSO. fogra.org
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