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Grip ist das für mechanische Kameraunterstützung, Kamerafahrten (Dolly, Crane, Steadicam-Rigging) und das Setzen von Lichtmasken und Flaggen am Filmset zuständige Crew-Mitglied unter der Leitung des Key Grips.

Rubrik: Film & Mediendesign · Unterrubrik: Crew & Produktion · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Key Grip, Dolly Grip, Rigging Grip, Kamerabewegungstechniker


Was ist ein Grip?

Der Grip ist der technische Spezialist für alles, was sich am Set mechanisch bewegt und die Kamera trägt oder das Licht abschirmt. Grips bauen Kamerafahrbahnen (Dolly Tracks) auf, bedienen Kamerakräne (Cranes, Jibs), handhaben Slider und sichern alle mobilen Kamerasetups. Darüber hinaus setzen Grips Lichtmasken, Flaggen und Diffusoren, die direktes Licht blockieren oder formen – ein oft unterschätzter Beitrag zur Bildgestaltung.


Erklärung

Das Gripdepartment steht unter der Leitung des Key Grips (leitender Grip), der eng mit dem DOP zusammenarbeitet und die Kamera- und Lichtmasken-Setups plant. Ihm zur Seite steht der Best Boy Grip als Assistent und Teamkoordinator. Darunter arbeiten je nach Produktionsgröße mehrere Grips und ein spezialisierter Dolly Grip.

Der Dolly Grip ist auf die Bedienung des Kameradollys spezialisiert: Er schiebt den Dolly mit exakt der richtigen Geschwindigkeit und Gleichmäßigkeit, damit flüssige Kamerabewegungen entstehen. Gute Dolly Grips gelten am Set als wertvolle Spezialisten – sie müssen das Rhythmusgefühl eines Tänzers mit dem Präzisionsdenken eines Mechanikers verbinden.

Rigging Grips sind auf das Anbringen von Kamerahalterungen an Fahrzeugen, Flugzeugen, Gebäuden und anderen ungewöhnlichen Strukturen spezialisiert. Sie arbeiten nach genauen Sicherheitsplänen und koordinieren sich mit dem Stunt-Coordinator bei gefährlichen Setups.

Im Bereich der Lichtmasken setzen Grips C-Stands, Gobo-Heads und Flaggen, um gezielt Lichtbereiche abzuschatten oder zu formen. Sie ergänzen damit die Arbeit des Lichtdepartments, ohne selbst elektrische Geräte zu bedienen (außer in Ausnahmefällen bei einfachen, nicht-elektrischen Lichthilfen).

Das Gripdepartment koordiniert sich stark mit dem Kamera- und dem Lichtdepartment. Es gibt einen klaren Unterschied in der Zuständigkeit: Alles Elektrische gehört dem Gaffer und seinen Elektrikern, alles Mechanische dem Key Grip und seinen Grips.


Beispiele

  1. Dolly-Fahrt: Bei einer langen Einstellung, in der ein Schauspieler durch einen Flur geht, fährt der Dolly Grip parallel auf einer sorgfältig aufgebauten Schiene mit – die Kamera schwebt dabei in exakter Augenhöhe.
  2. Crane-Einsatz: Der Key Grip koordiniert den Aufbau eines großen Teleskopkrans (Techno Crane) und sichert ihn gegen Kippen ab, während der DOP oben montierte Kamera fernsteuert.
  3. Zusammenarbeit mit dem Gaffer: An einem Außenset setzen Grips große schwarze Stoffrahmen (Siders/Butterflys), um hartes Sonnenlicht zu blockieren und dem Gaffer eine kontrollierte Lichtsituation zu ermöglichen.
  4. Kleine vs. große Produktion: Bei einem Low-Budget-Film übernimmt der Key Grip die Dolly-Bedienung selbst; bei einer Blockbuster-Produktion gibt es spezialisierte Teams für Dolly, Crane und Rigging.
  5. Karriereweg: Einstieg oft als Grip-Assistent oder Set-PA mit Gripnähe; Aufstieg über Dolly Grip zum Key Grip und Best Boy Grip. Handwerkliches Geschick, Kenntnis von Filmausrüstung und körperliche Belastbarkeit sind essenziell.

In der Praxis

Grips arbeiten mit Dolly-Systemen (Chapman, Panther, Fisher), Teleskopkränen (Techno Crane, Moviebird), C-Stands, Sandsäcken, Rohrschellen und umfangreichem mechanischen Montagematerial. Grundlegendes Wissen in Physik (Hebelkräfte, Schwerpunkte) und Sicherheit (DGUV-Vorschriften, Absturzsicherung) ist unerlässlich. Der BVFK und crew-united.de bieten Informationen für den deutschen Markt; das internationale International Alliance of Theatrical Stage Employees (IATSE) regelt die Branche in den USA.


Vergleich & Abgrenzung

Der Gaffer leitet das Lichtdepartment (elektrische Geräte) – der Key Grip leitet das Gripdepartment (mechanische Geräte und Kamerabewegung). Beide Departments berühren sich beim Setzen von Lichtmasken, aber die Verantwortlichkeiten sind klar getrennt. Ein Steadicam-Operator ist ein hochspezialisierter Grip/Kameraoperator, der die Steadicam bedient, und wird manchmal als eigene Rolle gelistet.


Häufige Fragen (FAQ)

Was genau macht ein Grip den ganzen Tag am Set? Ein Grip verbringt viel Zeit mit Aufbau und Umbau: Schienen für den Dolly legen, Kräne aufbauen, Flaggen setzen, Materialien transportieren und sichern. Zwischen Einstellungen baut er um, damit die nächste Kameraposition schnell realisiert werden kann. Es ist körperlich anspruchsvolle Arbeit, die viel Teamwork erfordert.

Woher stammt der Begriff „Grip"? „Grip" ist englisch und bedeutet „Griff" oder „fester Halt". Der Begriff beschreibt treffend die Kernaufgabe: fest greifen, sichern, in Position halten – sei es die Kamera auf einem Kran oder ein Lichtschirm im Wind.


Verwandte Einträge


Weiterführend

  • Uva, M. G. (2010): The Grip Book. Focal Press.
  • Box, H. C. (2013): Set Lighting Technician's Handbook. Focal Press.
  • Online: crew-united.de
  • Online: DGUV – Arbeitssicherheit bei Filmproduktionen
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