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Das Drehbuch-Format ist die weltweit standardisierte Formatierungskonvention für Filmskripte, bei der eine Seite circa einer Filmminute entspricht – definiert durch spezifische Schriftart, Seitenränder, Einzüge und Elementstruktur.

Rubrik: Film & Mediendesign · Unterrubrik: Drehbuch & Konzept · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Screenplay Format, Skriptformat, Hollywood-Format, Standardformat

Was ist das Drehbuch-Format?

Das Drehbuch-Format ist kein ästhetisches Konzept, sondern ein funktionaler Standard. Es wurde in der amerikanischen Filmindustrie entwickelt und ist heute weltweit gebräuchlich. Das Format ermöglicht es, auf einen Blick die Länge eines Films abzuschätzen (1 Seite ≈ 1 Minute), erleichtert die Kommunikation zwischen Autorin, Regisseur, Produzent und allen Abteilungen eines Filmsets und stellt sicher, dass jeder im Team dasselbe Dokument lesen kann. Ein falsch formatiertes Drehbuch gilt in der Branche als Zeichen mangelnder Professionalität.

Erklärung

Die wichtigsten Formatierungsregeln im Überblick:

Schriftart und -größe:

  • Courier New oder Courier Prime, 12 Punkt
  • Monospace-Schrift, damit die 1-Seite-1-Minute-Regel annähernd eingehalten wird

Seitenränder:

  • Links: 3,8 cm (1,5 Zoll) – für Lochbindung
  • Rechts: 2,5 cm (1 Zoll)
  • Oben und unten: je 2,5 cm (1 Zoll)

Die Elemente des Drehbuchs und ihre Position:

ElementEinzug linksBreite
Scene Heading (Slugline)0Volle Zeilenbreite
Action Line0Volle Zeilenbreite
Figurenname (vor Dialog)ca. 9 cm
Parenthetical (Spielhinweis)ca. 7,5 cm
Dialogca. 4,5 cmca. 8,5 cm breit
Transition (SCHNITT AUF:)rechtsbündig

Seitennummerierung: Oben rechts, gefolgt von einem Punkt.

Szenenüberschriften (Scene Headings / Sluglines): Immer in Großbuchstaben, z. B. INT. KÜCHE – TAG.

Figurennamen: Beim ersten Auftreten im Handlungstext in Großbuchstaben, danach normal. Im Dialogblock immer in Großbuchstaben über dem Dialog.

Seiten- und Szenenanzahl: Ein Spielfilmdrehbuch hat typischerweise 90–120 Seiten, ein Kurzfilm 1–15 Seiten. Fernsehfilme (90 Minuten) liegen bei 80–90 Seiten, da TV oft schneller geschnitten wird.

Das Format ist im deutschsprachigen Raum dasselbe wie im angloamerikanischen Raum – mit dem Unterschied, dass Szenenüberschriften auf Deutsch formuliert werden und Sonderzeichen der deutschen Sprache (Umlaute, ß) korrekt dargestellt sein müssen.

Professionelle Drehbuchsoftware (Final Draft, Celtx, Highland, WriterDuet) formatiert automatisch korrekt, sobald der Elementtyp (Action, Dialog, etc.) gewählt wird. Wer in Word oder LibreOffice schreibt, muss Formatvorlagen manuell einrichten – was fehleranfällig ist.

Beispiele

  1. Korrekte Szenenüberschrift: INT. WOHNZIMMER – NACHT – drinnen, Raum, Tageszeit, alles in Großbuchstaben.
  2. Dialogblock: Der Figurenname steht zentriert (Einzug), darunter optional in Klammern ein Spielhinweis (leise), darunter der Dialog im eingerückten Textblock.
  3. Falsch formatiertes Drehbuch: Ein Drehbuch in Times New Roman, 11pt, ohne Einzüge wirkt unprofessionell und erschwert die Lesbarkeit auf dem Set erheblich.
  4. Fernsehformat: Mehrteilige TV-Drehbücher haben zusätzliche Elemente wie TEASER, ACT ONE, ACT TWO, TAG (kurze Schluss-Szene) – die Akte sind durch Seitentrennungen markiert.
  5. Schreibübung: Formatieren Sie eine einzelne Szene korrekt: Innen/Außen, Raum, Tageszeit als Szenenüberschrift, eine Handlungszeile, Figurenname und Dialogzeile. Prüfen Sie mit einem Drehbuch-Muster, ob alle Einzüge stimmen.

In der Praxis

Investieren Sie in Drehbuchsoftware (Final Draft ist der Industriestandard; Celtx und WriterDuet sind günstigere Alternativen). Diese Software übernimmt das Formatieren automatisch, sodass Sie sich auf das Schreiben konzentrieren können. Vermeiden Sie das Formatieren in Microsoft Word – es ist möglich, aber fehleranfällig. Exportieren Sie immer als PDF, wenn Sie das Drehbuch weitergeben, um Formatierungsfehler durch unterschiedliche Systemschriftarten zu vermeiden.

Vergleich & Abgrenzung

Das Storyboard ist die visuelle Entsprechung des Drehbuchs – es zeigt Bilder statt Text. Der Shotlist (Einstellungsplan) listet einzelne Kamerareinstellungen auf und entsteht nach dem Drehbuch in der Vorproduktion. Das Drehplan (Shooting Schedule) ist ein Produktionsdokument. All diese Dokumente bauen auf dem korrekt formatierten Drehbuch auf.

Häufige Fragen (FAQ)

Muss ich professionelle Drehbuchsoftware kaufen? Nein, es gibt kostenlose Alternativen: Celtx (Basisversion), Highland 2 (Mac, günstig), WriterDuet (Freemium). Für professionelle Einreichungen bei Studios oder Fernsehsendern ist Final Draft (.fdx) das gängigste Format, kann aber immer als PDF exportiert werden.

Gilt das Hollywood-Format auch in Deutschland? Ja, das internationale Drehbuch-Format ist Standard – auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der einzige Unterschied ist die Sprache der Szenenüberschriften und Regieanweisungen.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Field, Syd (1979): Screenplay. The Foundations of Screenwriting. Delta Trade Paperbacks.
  • Trottier, David (2014): The Screenwriter's Bible. 6. Aufl. Silman-James Press.
  • Hant, Peter (1999): Das Drehbuch. Praktische Filmdramaturgie. Zweitausendeins.
  • Online: John August / Craig Mazin (Hosts): Scriptnotes Podcast – scriptnotes.net
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