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Ein Pitch ist die überzeugende Präsentation einer Filmidee vor Produzenten, Redakteuren oder Investoren – mit dem Ziel, eine Entwicklungs- oder Produktionszusage zu erhalten.

Rubrik: Film & Mediendesign · Unterrubrik: Drehbuch & Scriptwriting · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Filmpitch, Projektpräsentation, Pitch Meeting, Story Pitch


Was ist ein Pitch?

Der Begriff „pitchen" stammt aus der amerikanischen Filmindustrie und bezeichnet die Präsentation einer Projektidee in knapper, überzeugender Form. Der klassische Hollywood-Pitch ist kurz: wenige Minuten, manchmal nur ein oder zwei Sätze – ein Elevator Pitch, so genannt, weil er in der Zeit einer Fahrstuhlfahrt funktionieren muss.

Pitchen ist eine eigene Kompetenz, die über das Schreiben hinausgeht. Ein großartiges Drehbuch, das schlecht gepitcht wird, bekommt keine Chance. Ein mäßiges Projekt, das brillant präsentiert wird, öffnet Türen.

William Goldman, der zweifache Oscar-Preisträger (Butch Cassidy and the Sundance Kid, All the President's Men), formulierte es prägnant: „In Hollywood, nobody knows anything" – aber jeder reagiert auf eine gut erzählte Geschichte.


Die Elemente eines Pitches

Die Logline

Die Die Logline: Das Pitch-Werkzeug ist der erste und wichtigste Bestandteil: Ein Satz, der Figur, Konflikt und Stakes nennt. Wenn die Logline nicht funktioniert, wird der Rest des Pitches schwer.

Das Treatment

Das Das Treatment: Zwischen Idee und Drehbuch ist das Dokument, das bei Interesse nach dem ersten Gespräch vorgelegt wird: 5–20 Seiten, die die Geschichte vollständig und überzeugend beschreiben.

Das Pitch Deck

Das Pitch Deck ist eine visuelle Präsentation (meist 10–20 Folien), die das Projekt umfassend vorstellt. Es enthält:

  1. Titel und Tagline
  2. Logline
  3. Genre und Ton (inkl. Vergleichstitel)
  4. Zielgruppe
  5. Hauptfiguren (kurze Steckbriefe)
  6. Handlung (Synopsis in 3–5 Absätzen)
  7. Thema und Relevanz – Warum jetzt? Warum dieses Projekt?
  8. Visuelle Referenzen (Mood Board: Bilder, Farbpaletten, Stimmungsfotos)
  9. Autoren-/Regisseurbiografie
  10. Produktionsplan / Budget-Rahmen (wenn bereits entwickelt)

Arten des Pitches

Der Elevator Pitch

1–3 Minuten, mündlich, aus dem Stand. Braucht eine starke Logline und zwei bis drei Sätze zur Geschichte. Ziel: Neugierde wecken, Folgegespräch vereinbaren.

Das Pitch Meeting

15–30 Minuten mit Produzent oder Redakteur. Der Autor präsentiert die Idee strukturiert, beantwortet Fragen, zeigt das Pitch Deck oder lässt das Treatment zurück.

Das Pitch Forum / Festival Pitch

Pitchveranstaltungen (z. B. Filmfest Hamburg Talent Pitch, Berlinale Co-Production Market, Series Mania Forum) geben Autoren und Produzenten 5–10 Minuten vor einem Gremium oder Branchenpublikum.


Wie man eine Idee überzeugend pitcht

Storytelling vor Fakten

Ein Pitch ist kein Vortrag über das Projekt. Er ist selbst eine Geschichte. Beginne mit einer Frage, einem Bild oder einer Situation – etwas, das sofort fesselt.

Schwach: „Es geht um eine Frau, die nach Hause zurückkehrt und..." Stark: „Stell dir vor: du kommst nach 20 Jahren in deine Heimatstadt zurück – und niemand erinnert sich an dich."

Vergleichstitel (Comps)

„Wie X trifft auf Y" ist eine klassische Pitch-Technik: Sie gibt Produzenten sofort eine tonale und genremäßige Referenz. „Ein Psychothriller wie Gone Girl – aber in einer Kleinstadt in Bayern."

Vorsicht: Comps sollten realistisch und relevant sein. Nicht: „Es ist wie Inception, nur besser."

Den Autor verkaufen

Produzenten kaufen nicht nur eine Idee, sondern auch den Menschen dahinter. Warum bist du die richtige Person für dieses Projekt? Persönliche Verbindung, Recherche-Tiefe, thematische Expertise – all das gehört in den Pitch.

Antworten auf Fragen

Die häufigsten Fragen in einem Pitch Meeting:

  • Was ist die Hauptfigur genau?
  • Was ist das Ende? (Klarheit ist wichtiger als Überraschung)
  • Wer ist die Zielgruppe?
  • Warum jetzt? Warum dieses Thema?
  • Was ist das Budget-Niveau?

In der Praxis

Probe-Pitches: Ein Pitch sollte mehrfach geprobt werden – vor Freunden, Kollegen, möglichst vor jemandem aus der Branche. Was im Kopf klar ist, klingt im Gespräch oft vage.

Follow-up-Materialien: Nach dem ersten Gespräch kommt oft die Bitte um weiteres Material. Bereithalten: Treatment, Die Synopsis schreiben, Serienbibel oder erstes Drehbuch (je nach Entwicklungsstand).

Pitching-Veranstaltungen in Deutschland:

  • Berlinale Co-Production Market (Berlin, Februar)
  • Hamburg Talent Pitch (Filmfest Hamburg, Oktober)
  • Drehbuchwerkstatt München (Pitchveranstaltungen)
  • ZDF/ARD Pitchday (intern, für Autoren mit Agenten)
  • Series Mania Forum (Lille/Paris, für Serienentwickler)

Häufige Fragen (FAQ)

Brauche ich einen fertigen Agenten, um zu pitchen? In Deutschland weniger als in den USA. Viele Produzenten und Redakteure nehmen direkte Einreichungen entgegen. Agenten erleichtern den Zugang, sind aber kein absolutes Muss.

Wie lang sollte ein Pitch Deck sein? 10–15 Folien sind Standard. Mehr macht selten Sinn. Das Deck sollte in 10 Minuten durchgegangen werden können.

Was tue ich, wenn meine Idee abgelehnt wird? Ablehnung ist normal. Frage nach Feedback, überarbeite das Projekt und versuche es beim nächsten Produzenten. Goldman: „Nobody knows anything" – was heute abgelehnt wird, kann morgen das Projekt des Jahres sein.


Verwandte Einträge


Weiterführend

  • Goldman, William (2000): Which Lie Did I Tell? More Adventures in the Screen Trade. Vintage Books, New York.
  • Hausman, Carl (1992): The Broadcast News Process. Morton Publishing, Englewood. (Pitching im Medienkontext)
  • Kinding, Thomas / Kreye, Oliver (2010): Pitching für Film und Fernsehen. UVK, Konstanz.
  • Schreiber, Ulrich (2009): Der Drehbuchautor. UVK, Konstanz.
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