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Akkreditierung bezeichnet das formale Verfahren, durch das Fotografen und Journalisten von Veranstaltern eine offizielle Zugangsgenehmigung erhalten, die Zugang zum Fotograben, zur Pressezone oder zu Backstage-Bereichen gewährt.

Rubrik: Fotografie · Unterrubrik: Event & Konzert · Niveau: Einsteiger

Was ist eine Akkreditierung?

Wer professionell Konzerte fotografiert, braucht Zugang zum Fotograben – dem abgesperrten Bereich direkt vor der Bühne, der normalerweise Publikum und Fotografen trennt. Dieser Zugang wird durch eine Akkreditierung gewährt, die vor dem Event beantragt werden muss. Ohne sie sind professionelle Fotos aus guter Position meist nicht möglich. Die Akkreditierung ist gleichzeitig eine Herausforderung für Einsteiger, da Veranstalter und Künstlermanager zunehmend selektiv vorgehen.

Erklärung

Arten der Akkreditierung

Presseakkreditierung: Erfolgt über Medienhäuser, Online-Magazine, Blogs oder Fotografieportale. Der Fotograf muss nachweisen, dass die Bilder für ein spezifisches Medium veröffentlicht werden. Notwendig sind:

  • Anschreiben auf Briefkopf des Mediums oder eigene Webseite als Nachweis
  • Portfolio mit Arbeitsproben
  • Ggf. Presseausweis (z. B. Bundesverband Presse und Kommunikation, DJV, DFJV)

Fotografenakkreditierung ohne Presse: Manche Veranstalter akkreditieren auch freie Fotografen für eigene Zwecke, zum Beispiel für die Veranstalter-Website oder Social Media. Hier gelten andere Bedingungen – oft mit eingeschränkten Nutzungsrechten.

Tourakkreditierung: Für größere Tourneen vergibt das Künstlermanagement oder die Plattenfirma Akkreditierungen an ausgewählte Fotografen. Diese sind erheblich schwieriger zu erhalten und erfordern oft ein bestehendes Netzwerk in der Musikbranche.

So wird eine Akkreditierung beantragt

  1. Zielveranstaltung identifizieren: Konzert oder Event mit ausreichendem Vorlauf recherchieren.
  2. Kontakt finden: Pressekontakt des Veranstalters, der Location oder der Booking-Agentur ermitteln. Häufig auf der Veranstalterwebsite oder Ticketseite angegeben.
  3. Anfrage formulieren: Professionelles, knappes Anschreiben mit Name, Medium, geplanter Verwendung der Fotos, Portfolio-Link und gewünschtem Zugangslevel.
  4. Rechtzeitig anfragen: Akkreditierungen sollten 4–6 Wochen vor dem Event beantragt werden, bei Großveranstaltungen bis zu drei Monate vorher.
  5. Nachfassen: Bei großen Events erhalten nur wenige Anfragen eine Rückmeldung. Freundliches Nachfassen nach 1–2 Wochen ist üblich.

Technische Voraussetzungen

Viele Veranstalter stellen Anforderungen an die Ausrüstung: Professionelle DSLR oder spiegellose Systemkamera, kein Einsatz von Blitzgeräten (ohne gesonderte Genehmigung), keine Stative.

Akkreditierungsbedingungen und AGBs

Mit der Akkreditierung akzeptiert der Fotograf in der Regel spezifische Bedingungen:

  • Anzahl der Songs, die fotografiert werden dürfen (Drei-Song-Regel)
  • Bildnutzungsrechte: Oft dürfen Fotos nur redaktionell, nicht kommerziell verwendet werden
  • Embargos: Bilder dürfen erst nach einem bestimmten Zeitpunkt veröffentlicht werden
  • Genehmigungspflicht für bestimmte Veröffentlichungen

Beispiele

Ein freier Fotograf, der für ein regionales Online-Musikmagazin arbeitet, sendet sechs Wochen vor einem Konzert eine E-Mail an die Presseabteilung des Veranstalters. Er legt seinen Portfolio-Link, ein kurzes Anschreiben mit Magazinname und geplanter Veröffentlichungsfrist bei. Nach drei Wochen erhält er eine Bestätigung mit den Akkreditierungsbedingungen – darunter die Drei-Song-Regel und ein Bildwasserzeichenverbot.

In der Praxis

Der Aufbau einer Akkreditierungspraxis ist ein langfristiger Prozess. Am Anfang empfiehlt es sich, für lokale oder regionale Medien zu arbeiten – selbst ein Blog oder ein Podcast können ausreichend sein, wenn er professionell gestaltet ist. Wichtig ist eine seriöse Online-Präsenz mit Portfolio, Kontaktdaten und klarer Beschreibung des Mediums.

Netzwerke in der Musikbranche sind langfristig wertvoller als einzelne Akkreditierungen. Konzertfotografen, die mit Booking-Agenturen, Plattenfirmen oder Tourmanagern bekannt sind, erhalten oft direktere Zugänge.

Vergleich & Abgrenzung

Die Presseakkreditierung für Konzerte unterscheidet sich von Akkreditierungen für Sport-Events oder politische Veranstaltungen: Bei Konzerten sind die Bedingungen häufig strenger (drei Songs, kein Blitz), aber die formalen Anforderungen an den Presseausweis oft weniger strikt als bei offiziellen Presseveranstaltungen der öffentlichen Hand.

Häufige Fragen (FAQ)

Brauche ich zwingend einen offiziellen Presseausweis? Nein. Viele Veranstalter akzeptieren auch freie Fotografen ohne offiziellen Ausweis, wenn ein glaubwürdiges Medium nachgewiesen werden kann.

Was tun, wenn die Akkreditierung abgelehnt wird? Anfragen beim nächsten Konzert erneut einreichen, Portfolio weiterentwickeln und ggf. zunächst kleinere lokale Events akkreditieren.

Kann man als Instagram-Fotograf akkreditiert werden? Bei kleineren Venues und lokalen Konzerten ja, bei großen Tourneen ist ein professionelles Medium mit nachgewiesener Reichweite in der Regel Voraussetzung.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Freie Fotografen e. V. (2022): Leitfaden zur Presseakkreditierung. Online: freie-fotografen.de.
  • DJV (Deutscher Journalisten-Verband) (2023): Presseausweis und Akkreditierung. Online: djv.de.
  • Wäldele, Falk (2020): Konzert- und Musikfotografie. München: Franzis Verlag.
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