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`--no` ist der Midjourney-Parameter, mit dem unerwünschte Bildelemente vom Generierungsergebnis ausgeschlossen werden – Midjourneys Variante eines Negative Prompts.

Rubrik: GenAI & Content Creation · Unterrubrik: Midjourney · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Negative Prompt, Ausschluss-Parameter, --no, Exclusion Parameter

Was ist --no?

--no ist ein Midjourney-Parameter, der dem Modell signalisiert, bestimmte Inhalte oder Konzepte aus dem Output fernzuhalten. Während Stable Diffusion ein separates „Negative Prompt"-Feld hat, integriert Midjourney die gleiche Funktion in eine einzige Befehlszeile mit dem Flag --no.

Erklärung

Die Syntax sieht so aus:

`` /imagine prompt: a serene forest path --no people, cars, signs ``

Hier weist --no people, cars, signs Midjourney an, weder Menschen, Autos noch Schilder zu generieren. Mehrere Begriffe werden durch Kommas getrennt. --no kann an jeder Stelle nach dem eigentlichen Text-Prompt stehen, üblich ist aber das Prompt-Ende.

Wichtig zu wissen: --no ist intern kein hartes Verbot, sondern ein Gewichtungs-Hinweis. Midjourney rechnet den --no-Begriff als negatives Token-Gewicht in die Generierung ein (vergleichbar mit ::-0.5). Das funktioniert für klar definierte Begriffe gut (Objekte, Tiere, Stilrichtungen), aber schlecht für abstrakte oder negativ formulierte Konzepte („no blur" hilft kaum, weil das Modell „blur" nicht als negatives Konzept versteht).

Typische Einsatzbereiche:

  • Personen oder spezifische Tiere aus Landschaften entfernen
  • Stilelemente vermeiden (z.B. --no cartoon, illustration für realistische Resultate)
  • Unerwünschte Artefakte unterdrücken (--no text, watermark, logo)
  • Farbliche Vermeidung (--no red, green – funktioniert eingeschränkt)
  • Modus-Korrektur (z.B. --no anime in Foto-Prompts)

Was nicht funktioniert:

  • Negationen im Hauptprompt: „a forest without people" funktioniert schlecht; besser --no people nutzen.
  • Konzept-Negation: --no sadness ist zu abstrakt; das Modell kann keine Emotion „ausschließen".
  • Detail-Korrekturen: --no extra fingers hilft kaum bei Anatomie-Problemen.

--no ist daher ein Werkzeug für klare Objekt- und Stilausschlüsse, kein Allheilmittel.

Beispiele

  • Beispiel 1 (Landschaft ohne Personen): /imagine prompt: misty mountain valley at dawn --no people, animals --ar 16:9 – garantiert eine reine Landschaft ohne Wanderer oder Tiere.
  • Beispiel 2 (Foto-Realismus): /imagine prompt: portrait of a businesswoman --no illustration, painting, anime --v 6 – verhindert, dass V6 in stilisierte Richtungen abdriftet.
  • Beispiel 3 (Sauberes Produktbild): /imagine prompt: black ceramic vase on a white surface --no text, watermark, logo, signature – minimiert künstlich aussehende Schriftartefakte.
  • Beispiel 4 (Architektur ohne Beiwerk): /imagine prompt: modernist concrete villa --no cars, fences, people, plants – pure Architektur ohne Ablenkung.
  • Beispiel 5 (Gesicht ohne Brille): /imagine prompt: middle-aged man, professional headshot --no glasses, beard, hat – grobsteuert die Charakterdarstellung.
  • Beispiel 6 (Food-Foto-Klarheit): /imagine prompt: gourmet pasta plate, top-down --no hands, cutlery, drinks – isoliert das Hauptmotiv.

In der Praxis

--no wirkt am stärksten, wenn die ausgeschlossenen Begriffe konkrete, im Trainingsdatensatz häufig vorkommende Objekte sind. Im Workflow lohnt es sich, --no erst nach den ersten Tests einzufügen: wenn Midjourney immer wieder dasselbe ungewollte Element erzeugt (z.B. Wasserzeichen, zufällige Hände im Bild), lässt es sich mit --no gezielt unterdrücken.

Achtung: Zu viele Begriffe in --no können kontraproduktiv wirken – Midjourney verteilt das negative Gewicht auf alle Begriffe. Faustregel: maximal 5–7 Begriffe pro Negative Prompt, ansonsten lieber den Hauptprompt präziser formulieren.

Bewährt: --no mit Multi-Prompts (::-Operator) kombinieren, wenn ein Element teilweise gewünscht und teilweise unerwünscht ist. Beispiel: forest scene::1 people::-0.5 erlaubt feinere Steuerung als --no people allein.

Vergleich & Abgrenzung

Merkmal--no (Midjourney)Negative Prompt (Stable Diffusion)
SyntaxIm Hauptprompt mit --noEigenes Eingabefeld
GranularitätKommagetrennte ListeBeliebig komplex
GewichtungImplizit fixPer (token:0.7) steuerbar
WirkungStark bei Objekten, schwach bei KonzeptenStark bei beidem, falls gut formuliert

Verwechslungsgefahr besteht mit dem Multi-Prompt-Operator ::-Wert. Beide funktionieren als „negatives Gewicht", aber --no ist die einfachere, gebrauchsfertige Variante.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viele Begriffe darf ich nach `--no` setzen? Technisch unbegrenzt, in der Praxis maximal 5–7. Jeder Begriff teilt sich das negative Gewicht – zu viele schwächen die Wirkung. Wenn mehr Elemente unerwünscht sind, lohnt sich eine Prompt-Umstellung.

Warum erscheinen die mit `--no` ausgeschlossenen Elemente trotzdem manchmal? --no ist eine Tendenzangabe, kein Verbot. Wenn der Hauptprompt stark in eine Richtung lenkt (z.B. „crowded street market" + --no people), kann das Modell den Hauptkontext nicht ignorieren und liefert Kompromisse. Lösung: Hauptprompt umformulieren („empty street market at dawn") und --no als Ergänzung nutzen.

Funktioniert `--no` auch bei Niji 6? Ja, der Parameter ist modellübergreifend. Allerdings reagiert Niji manchmal subtiler – Anime-Klischees lassen sich schwerer ausschließen, weil sie im Trainingsdatensatz dominant sind.

Weiterführend

  • Midjourney Inc. (2024): Parameter List – --no. docs.midjourney.com/docs/parameter-list
  • Salkowitz, Rob (2023): AI Made This: A Guide to Working with Generative AI. Routledge
  • PromptHero (2024): Midjourney Negative Prompts Best Practices. prompthero.com/blog
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