Midjourney Prompt Grundlagen beschreiben den strukturellen Aufbau, die Reihenfolge der Bildbegriffe, die Verwendung von Parametern und die wichtigsten Stilkeywords, mit denen sich präzise und reproduzierbare Ergebnisse in Midjourney erzeugen lassen.
Rubrik: GenAI & Content Creation · Unterrubrik: Midjourney · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: MJ Prompt Basics, Midjourney-Promptstruktur, Prompt-Aufbau MJ
Was sind Midjourney Prompt Grundlagen?
Midjourney Prompt Grundlagen sind die Regeln und Best Practices, mit denen man textbasierte Eingaben für Midjourney so formuliert, dass das Modell konsistent das gewünschte Bild generiert. Sie betreffen Wortwahl, Reihenfolge, Spezifität, Parameter und den Umgang mit Stil, Licht, Kamera und Komposition. Wer diese Grundlagen kennt, spart Renderings und kommt schneller zu professionellen Ergebnissen.
Erklärung
Ein Midjourney-Prompt folgt einer impliziten Reihenfolge, die das Modell bei der Gewichtung der Begriffe nutzt: Motiv → Aktion → Umgebung → Stil/Medium → Licht → Kameraangaben → Parameter. Begriffe am Anfang werden tendenziell stärker gewichtet, weshalb das Hauptmotiv möglichst zuerst genannt wird. Adjektivketten („cinematic, moody, dramatic") wirken stilistisch, sind aber oft redundant — präzise Substantive und Materialien („wet asphalt, fluorescent neon, fog") sind wirksamer.
Midjourney unterscheidet drei Prompt-Typen: Text-Prompts (reine Wörter), Image-Prompts (URL eines Referenzbildes vor dem Text) und Multi-Prompts (::-getrennte Konzepte mit eigener Gewichtung). Parameter stehen immer am Ende und beginnen mit doppeltem Bindestrich: --ar 16:9 (Aspect Ratio), --s 250 (Stylize), --c 25 (Chaos), --v 6.1 (Modellversion), --niji 6 (Anime-Modell), --style raw (weniger ästhetische Eigeninterpretation), --seed 12345 (Reproduzierbarkeit), --no people (Negativ-Konzept).
Spezifität schlägt Länge: „a black labrador retriever puppy lying on a wooden floor in afternoon sunlight, 50mm lens, shallow depth of field" ist besser als „cute dog in nice light, very beautiful, masterpiece, 8k, ultra detailed". Marketing-Begriffe („masterpiece", „8k", „award winning") helfen in Midjourney V6+ kaum noch — das Modell rendert ohnehin in hoher Qualität. Wichtiger sind konkrete Referenzen: Kameramodelle (Hasselblad, Leica), Filmstocks (Portra 400, Cinestill 800T), Lichtsetups (Rembrandt lighting, golden hour), Genres (film noir, editorial fashion).
Für konsistente Charaktere oder Stile gibt es seit V6 die Parameter --cref (Midjourney Character Reference) und --sref (Midjourney Style Reference) sowie für Reproduzierbarkeit den Seed (--seed).
Beispiele
- Beispiel 1 – Produktfoto:
studio product shot of a matte black ceramic mug on white marble, soft side light, 100mm macro lens, f/8, shallow shadows --ar 4:5 --v 6.1 - Beispiel 2 – Editorial-Portrait:
editorial portrait of a 30 year old woman with short red hair, freckles, looking off camera, natural window light, shot on Hasselblad, Portra 400 --ar 4:5 --style raw --v 6.1 - Beispiel 3 – Architektur:
brutalist concrete museum interior, polished concrete floor, single skylight, volumetric god rays, wide angle 24mm --ar 16:9 --s 100 - Beispiel 4 – Illustration:
flat vector illustration of a hiker on a mountain trail, sunrise, muted earth tones, geometric shapes, in the style of editorial magazine illustration --no people-realistic --v 6.1 - Beispiel 5 – Konzeptkunst:
concept art of an abandoned underwater research station, bioluminescent algae, broken glass dome, deep blue water --ar 21:9 --s 500 --chaos 30 - Beispiel 6 – Anime/Stylized:
young swordsmith forging a katana in a wooden workshop, sparks flying, dramatic side light --niji 6 --ar 2:3
In der Praxis
Vier Faustregeln für den Alltag: (1) Erst Motiv, dann Stil. Was du siehst, vor wie es aussieht. (2) Konkret statt blumig. Materialien, Licht, Linsen — keine Worthülsen. (3) Iterieren statt überoptimieren. Lieber 4 Varianten mit --seed und kleinen Änderungen als ein 60-Wort-Monsterprompt. (4) Parameter bewusst. --style raw für realistische Fotografie, --s 50–100 für saubere Compositions, --s 500–1000 für künstlerische Interpretation, --chaos 0–30 als guter Default. Wer einen Look gefunden hat, dokumentiert Seed + Prompt — das ist die einzige Möglichkeit, ihn später zu reproduzieren.
Vergleich & Abgrenzung
| Merkmal | Midjourney-Prompts | Stable-Diffusion-Prompts | DALL·E 3-Prompts |
|---|---|---|---|
| Wortgewichtung | Reihenfolge wichtig | Klammern (word:1.3) | Natürliche Sprache |
| Parameter | --ar --s --c --v | UI / Embeddings | Keine |
| Negativ | --no | „Negative Prompt"-Feld | Über Anweisung |
| Optimaler Stil | Knapp, präzise | Stichworte mit Gewichten | Ganze Sätze |
Häufige Fragen (FAQ)
Wie lang sollte ein Midjourney-Prompt sein? Effektiv sind 15–40 Wörter. Über 60 Wörter verwässert das Modell die Gewichtung. Wichtig sind nicht viele Adjektive, sondern wenige, präzise Substantive: Motiv, Material, Licht, Kamera, Aspect Ratio. Wenn ein Prompt zu lang wird, sind meist redundante Synonyme („beautiful, gorgeous, stunning") schuld.
Was ist der Unterschied zwischen `--style raw` und ohne? Ohne --style raw interpretiert Midjourney V6+ den Prompt ästhetisch nach und fügt eigene Stil-Tendenzen hinzu — ideal für Konzeptkunst und Illustration. Mit --style raw rendert das Modell wörtlicher und weniger „künstlerisch interpretiert" — besser für realistische Fotografie und Produktbilder.
Helfen Begriffe wie „8k", „masterpiece" oder „award winning"? In Midjourney V6 und V6.1 kaum noch. Das Modell rendert standardmäßig hochwertig. Solche Begriffe wirken eher als stilistische Hinweise (z. B. „award winning photography" zieht Editorial-Looks an) als als Qualitätsverstärker. Spezifische Lichtsetups, Linsen und Materialien sind deutlich wirksamer.
Weiterführend
- Midjourney Inc. (laufend): Midjourney Documentation. docs.midjourney.com
- Midjourney Inc. (2024): V6 Release Notes. docs.midjourney.com/docs/model-versions
- Tan, Bryce (2024): The Midjourney Handbook. Self-published / midlibrary.io
