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Concept Art ist die visuelle Erkundungs- und Planungsphase in der Spielentwicklung und Filmproduktion, bei der Concept Artists Charaktere, Umgebungen, Fahrzeuge und Objekte als gestalterische Grundlage für das gesamte Produktionsteam entwickeln.

Rubrik: Grafik & Kommunikationsdesign · Unterrubrik: Illustration & Digital Art · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Konzeptkunst, Visual Development Art, Pre-Production Art, Key Visual Art

Was ist Concept Art?

Concept Art ist kein fertiges Kunstwerk – es ist ein Werkzeug. Es dient dazu, einer Produktionsmannschaft (Programmierer, 3D-Artists, Regisseure, Produzenten) eine einheitliche visuelle Vision zu vermitteln, bevor die aufwändige Umsetzung beginnt. Concept Art beantwortet Fragen wie: Wie sieht die Welt aus? Welche Farben, Formen und Materialien prägen die Ästhetik? Wie bewegt sich ein Charakter?

In Games wie The Last of Us, God of War oder Elden Ring gibt es umfangreiche Concept-Art-Abteilungen. In Hollywood-Produktionen arbeiten Concept Artists für Studios wie Industrial Light & Magic oder Pixar.

Erklärung

Disziplinen innerhalb von Concept Art

1. Environment Art / Background Design Erschaffung von Spielwelten, Stadtbildern, Innenräumen, Landschaften. Ziel ist die Stimmungs- und Atmosphäre-Definition (Lighting, Color Keys).

2. Charakterdesign im Concept-Art-Kontext Ähnlich wie Charakterdesign, aber mit stärkerem Fokus auf Machbarkeit für 3D-Modellierung oder Kostümdesign. Concept Artists für Charaktere liefern Maßstabszeichnungen, Materialhinweise und Detailansichten.

3. Prop Design / Vehicle Design Waffen, Fahrzeuge, Gebrauchsgegenstände, Architektur-Details. Oft sehr technisch, mit Orthogonal-Ansichten (Draufsicht, Seitenansicht) für 3D-Artists.

4. Key Visuals / Splash Art Repräsentative Bilder, die die Stimmung eines gesamten Projekts einfangen. Diese werden oft für Marketing und Präsentationen verwendet.

Workflow eines Concept Artists

  1. Briefing lesen, Research betreiben: Was ist das Setting? Welche Stimmung? Historische, kulturelle, technologische Referenzen sammeln.
  2. Thumbnail-Phase: Schnelle, kleine Skizzen – oft 20–50 Varianten einer Idee in Minuten. Ziel ist Exploration, nicht Perfektion.
  3. Entwicklung ausgewählter Thumbnails: 2–3 Varianten werden detaillierter ausgearbeitet.
  4. Feedback-Runde: Mit Art Director oder Regisseur besprechen.
  5. Final Concept: Detaillierte Reinzeichnung mit Color, Material und Lighting.

Technische Tools

  • Digital Painting: Adobe Photoshop (Industriestandard), Clip Studio Paint (Clip Studio Paint für Comics und Manga), Procreate (Procreate: iPad-Illustration)
  • 3D-Basis: Viele Concept Artists nutzen 3D-Modelle (Blender, SketchUp) als Zeichengrundlage, auf die dann digitale Farbe gemalt wird.
  • Referenz-Tools: PureRef (Referenzbilder sammeln), Pinterest-Boards

Perspektive und Komposition

Technisches Wissen über Zentralperspektive, Luftperspektive und Licht-Schatten-Modellierung ist für Concept Artists Pflicht. Besonders Environment-Artists müssen komplexe Architekturen perspektivisch korrekt konstruieren können.

Beispiele

  • Games: Die Concept-Art-Bücher zu The Legend of Zelda: Breath of the Wild (Nintendo, 2018) zeigen ausführlich den Explorationsprozess.
  • Film: The Art of Rogue One (2016, DK Publishing) dokumentiert den Concept-Art-Prozess eines Star-Wars-Films.
  • Animation: Pixar veröffentlicht regelmäßig Artbooks zu Filmen wie Soul, Coco oder Up.

In der Praxis

Concept Artists sind in der Spielebranche stark nachgefragt. Laut einer Studie von Newzoo (2023) wächst der globale Spielemarkt auf über 200 Milliarden US-Dollar, was eine konstante Nachfrage nach Visual-Development-Talenten erzeugt.

Karrierewege:

  • Junior Concept Artist in einem Spieleentwickler-Studio
  • Freelance Concept Artist für Indie-Studios oder Book-Cover-Aufträge
  • Visual Development Artist bei Animationsstudios

Portfolio-Anforderungen für Studios:

  • Mehrere vollständige Environments mit Lighting
  • Charakterkonzepte mit Iterationen
  • Prop-Design-Samples
  • Color Keys und Stimmungsbilder

Plattformen wie ArtStation sind der Standard für Portfolio-Präsentation in der Game- und Film-Industrie.

Vergleich & Abgrenzung

KriteriumConcept ArtCharakterdesignIllustration
FunktionProduktionsvorbereitungFigur definierenFertigbild kommunizieren
OutputVarianten, Process SheetsModel SheetsEinzelbild
MediumVorwiegend DigitalDigital oder AnalogBeides
KontextExklusiv Games/FilmGames, Animation, ComicsAlle Medien

Für die zeichnerischen Grundlagen empfiehlt sich: Digitales Zeichnen. Für den Stil-Kontext: Illustrationsstile im Vergleich.

Häufige Fragen (FAQ)

Kann man als Concept Artist remote arbeiten? Ja, besonders Freelance-Concept-Artists arbeiten international für Studios. Großstudios haben oft feste Stellen, aber auch remote Arrangements nehmen zu.

Wie lange dauert die Ausbildung? Ein Bachelor-Studium (4 Jahre) in Game Art, Animation oder Illustration ist eine gängige Route. Online-Kurse auf Plattformen wie CGMA, ArtStation Learning oder Schoolism bieten spezialisierte Kurse von 8–24 Wochen.

Was verdient ein Concept Artist? In Deutschland: Junior 30.000–40.000 €/Jahr; Senior 50.000–70.000 €/Jahr bei größeren Studios. Freelance-Tagessätze: 300–700 € je nach Erfahrung und Klient.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Mateu-Mestre, Marcos (2010): Framed Ink: Drawing and Composition for Visual Storytellers. Design Studio Press.
  • Gurney, James (2010): Color and Light: A Guide for the Realist Painter. Andrews McMeel.
  • Robertson, Scott / Bertling, Thomas (2013): How to Draw. Design Studio Press.
  • CGMA – Concept Art Kurse: cgmasteracademy.com
  • The Gnomon Workshop: thegnomonworkshop.com
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