CMYK (Cyan, Magenta, Yellow, Key/Black) ist das subtraktive Farbmodell des Drucks, bei dem Farbpigmente bestimmte Wellenlängen des weißen Lichts absorbieren und die verbleibenden Wellenlängen als Farbe reflektiert werden.
Rubrik: Grundlagen der Gestaltung · Unterrubrik: Farbsysteme & Farbräume · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Vierfarbdruck, Prozessdruck, CMYK-Modell; englisch: CMYK Color Model, Process Color, Four-Color Printing
Was ist CMYK?
CMYK ist das Standardfarbmodell für alle Druckverfahren, die mit Tinten oder Farbtoner arbeiten – von Inkjet-Druckern über Offsetdruck bis hin zu Zeitungsdruck. Die vier Kanäle (Cyan, Magenta, Yellow und Key/Schwarz) werden als Prozentwerte von 0 % bis 100 % angegeben. „Subtraktiv" bedeutet: Farbe entsteht nicht durch Addition von Licht, sondern durch Subtraktion – jede Druckfarbe absorbiert (schluckt) bestimmte Wellenlängen des weißen Lichts und reflektiert den Rest.
Erklärung
Das subtraktive Prinzip: Weißes Licht besteht aus allen Wellenlängen des sichtbaren Spektrums. Wenn Licht auf bedrucktes Papier trifft, absorbiert die aufgetragene Farbe bestimmte Wellenlängen:
- Cyan absorbiert Rot (reflektiert Grün + Blau)
- Magenta absorbiert Grün (reflektiert Rot + Blau)
- Yellow absorbiert Blau (reflektiert Rot + Grün)
- Schwarz (Key) absorbiert alle Wellenlängen
Theoretisch würde die Überlagerung von Cyan + Magenta + Yellow Schwarz ergeben. In der Praxis erzeugen diese drei Farben jedoch nur ein schmutziges Dunkelbraun, weshalb Schwarz als vierter Kanal hinzugefügt wird. Schwarz (K) dient außerdem dazu, Texte gestochen scharf zu drucken und Druckfarbe einzusparen.
CMYK-Werte in der Praxis:
- Prozentwerte von 0 % (kein Pigment) bis 100 % (volle Sättigung)
- Reines Cyan: C=100, M=0, Y=0, K=0
- Reines Schwarz (Tiefschwarz): C=0, M=0, Y=0, K=100
- Sattes „Tiefschwarz" für großflächige Druckflächen: C=60, M=40, Y=40, K=100 (sogenanntes Rich Black)
- Weiß entsteht durch Nichtbedrucken des Papiers (K=0, alle anderen 0 %)
Gamut-Unterschied zu RGB: Der CMYK-Farbraum ist deutlich kleiner als RGB. Ein typisches ISO Coated v2-Profil (Offsetdruck auf gestrichenem Papier) deckt nur ca. 55–65 % des sRGB-Farbraums ab. Besonders leuchtende Farben wie leuchtendes Cyan, Orange oder Pink liegen häufig außerhalb des CMYK-Gamuts – sie sind im Druck nicht reproduzierbar und müssen entweder durch Sonderfarben (Pantone, HKS) ersetzt oder kompromissbehaftet angenähert werden.
Wichtige CMYK-Profile (ISO-Norm ISO 12647):
- ISO Coated v2 (Fogra39): Europäischer Standard für gestrichenes Papier (Kunstdruck), maximale Gesamtfarbauftrag (TAC): 330 %
- ISO Uncoated (Fogra47): Für ungestrichenes Papier, TAC: 300 %
- Newspaper (SNAP/IFRA): Für Zeitungsdruck auf Recyclingpapier, TAC: 240–260 %
- GRACoL/SWOP: US-amerikanische Druckstandards
Total Ink Coverage (TIC / TAC): In der Druckvorstufe muss der maximale Gesamtfarbauftrag beachtet werden. Werden zu viele Farben übereinandergedruckt, trocknet die Tinte nicht richtig – es kommt zu Schmieren, Durchdrucken oder Blasen. ISO Coated v2 erlaubt maximal 330 % (C+M+Y+K zusammen), was bedeutet, dass ein volles Schwarz nicht C=100+M=100+Y=100+K=100 = 400 % sein darf.
Beispiele
- Druckvorstufe in Adobe InDesign: Dokument als „CMYK, ISO Coated v2" anlegen. Im Druckdialog (Datei → Exportieren → Adobe PDF) Farbmanagement auf „Ausgabeprofil: ISO Coated v2 300% (ECI)" einstellen.
- Fotoretusche in Photoshop: Nach der Bearbeitung in RGB über Bild → Modus → CMYK-Farbe in CMYK konvertieren. Im Softproof vorher mit Ansicht → Proof-Setup → Benutzerdefiniert das Ausgabeprofil simulieren.
- Logo-Erstellung in Adobe Illustrator: Logodateien für Print immer mit CMYK-Farbwerten anlegen; Sonderfarben (Pantone) als Volltonfarben definieren.
- Verpackungsdesign: Für Produktverpackungen werden CMYK-Werte mit Pantone-Sonderfarben kombiniert, um ein Firmen-CI exakt zu treffen. Die Angabe C=0, M=100, Y=91, K=0 entspricht ungefähr Pantone 485 C (Rot).
- Zeitungsanzeige: Im Zeitungsdruck gelten andere Profile (z. B. ISO Newspaper); Bilder müssen auf 72 dpi und maximal 240 % TAC komprimiert werden – ein anderer Workflow als im Kunstdruckbereich.
In der Praxis
Adobe Photoshop – RGB zu CMYK konvertieren:
- Öffne Bearbeiten → Farbeinstellungen und stelle den CMYK-Arbeitsfarbraum auf das gewünschte Druckprofil (z. B. ISO Coated v2).
- Aktiviere den Softproof unter Ansicht → Proof-Farben (Strg/Cmd+Y), um das Druckergebnis zu simulieren.
- Konvertiere mit Bild → Modus → CMYK-Farbe. Das Bild wird nun im CMYK-Farbraum gespeichert.
- Exportiere als TIFF oder PDF/X-1a für die Druckerei.
Adobe InDesign – PDF/X-3 Ausgabe: Beim Export (Datei → Adobe PDF Exportieren) unter „Ausgabe" das Ausgabeprofil und die Rendering-Methode (Relativ farbmetrisch oder Wahrnehmend) festlegen. Alle eingebetteten RGB-Bilder werden dabei automatisch in CMYK konvertiert.
Vergleich & Abgrenzung
CMYK vs. RGB: RGB ist für Bildschirm und digitale Ausgabe, CMYK für den physischen Druck. RGB hat einen größeren Gamut und kann leuchtendere Farben darstellen. Umgekehrt können bestimmte sehr dunkle, satten Farbtöne im CMYK manchmal plastischer wirken als auf Bildschirmen.
CMYK vs. Pantone/Sonderfarben: CMYK-Farben sind Mischungen aus vier Druckfarben und hängen vom Papier und Drucker ab. Pantone (PMS) oder HKS sind normierte Volltonfarben aus einem eigenen Mischsystem – sie liefern deutlich präzisere, reproduzierbarere Ergebnisse, sind aber teurer (Zusatzdruckwerk erforderlich).
CMYK vs. Hexachrome: Hexachrome (oder Hi-Fi-Druck) erweitert CMYK um Orange, Grün und manchmal weitere Farben, um den Gamut zu vergrößern. Selten, aber in der Verpackungsindustrie anzutreffen.
Häufige Fragen (FAQ)
Warum heißt Schwarz „K" und nicht „B"? Das „K" steht für „Key" (englisch: Schlüsselplatte), da im Offsetdruck die Schwarzplatte als Referenz (Schlüssel) für die Passergenauigkeit aller anderen Farben dient. „B" wurde vermieden, um Verwechslungen mit „Blue" im RGB-Modell auszuschließen. Die Schwarzplatte trägt vor allem die feinen Details wie Text und Konturlinien.
Kann ich CMYK-Werte aus dem Internet direkt für den Druck übernehmen? Vorsicht: CMYK-Werte im Web sind oft für US-amerikanische Druckstandards (SWOP, GRACoL) angegeben. In Europa gelten ISO 12647-Normen (ISO Coated v2, Fogra). Ein CMYK-Wert, der in SWOP „Pantone 186" entspricht, sieht in ISO Coated v2 anders aus. Immer das Ausgabeprofil der Druckerei erfragen und danach arbeiten.
Was ist Rich Black und wann setze ich es ein? Rich Black bezeichnet ein Schwarz, dem andere Farben beigemischt werden, um ein tiefes, sattes Schwarz zu erzeugen – typisch C=60, M=40, Y=40, K=100 oder C=40, M=30, Y=30, K=100. Es wird für große schwarze Flächen empfohlen, da reines K=100 auf gestrichenem Papier oft flach wirkt. Für Texte und dünne Linien sollte ausschließlich K=100 verwendet werden, da Rich Black bei kleinen Elementen Unschärfen durch Passer-Probleme erzeugt.
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Weiterführend
- Kipphan, Helmut (Hrsg., 2001): Handbuch der Printmedien. Springer. ISBN 978-3-540-67230-5.
- ISO 12647-2:2013 – Graphic technology – Process control for the production of halftone colour separations, proof and production prints. ISO.
- ECI (European Color Initiative, 2009): ISO Coated v2 Profile.
- Hunt, R. W. G. (2004): The Reproduction of Colour. 6. Aufl. Wiley. ISBN 978-0-470-02425-6.
- Farbmanagement-Leitfaden FOGRA (2022): Praxis-Leitfaden Farbmanagement im Druck. Fogra Forschungsgesellschaft Druck e.V.
