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Button-Beschriftung bezeichnet das Schreiben von präzisen, handlungsorientierten Texten für klickbare Elemente einer Benutzeroberfläche, die Nutzern klar signalisieren, was nach einem Klick passiert.

Rubrik: Mediendesign & Digitale Medien · Unterrubrik: UX Writing & Content Design · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Button Copy, CTA-Text, Call-to-Action-Formulierung, Button Label

Was ist Button-Beschriftung?

Buttons sind die zentralen Handlungselemente in jedem digitalen Interface. Ob Registrierung, Kauf, Download oder Formularabsendung – jede wichtige Nutzeraktion beginnt mit einem Klick. Die Formulierung des Button-Textes entscheidet maßgeblich, ob Nutzer diesen Klick ausführen oder zögern.

Button-Beschriftung ist ein Kernbereich des Microcopy: Kleine Texte, große Wirkung-Schreibens und gehört zu den am stärksten messbaren Disziplinen im UX Writing. Minimale Textänderungen – von „Senden" zu „Jetzt kostenfrei testen" – können Konversionsraten messbar beeinflussen.

Erklärung

Das Verb-first-Prinzip

Das wichtigste Prinzip für Button-Texte: Beginne mit einem starken Verb, das die Aktion beschreibt. Das Verb kommuniziert unmissverständlich, was der Klick auslöst.

Passive / schlechte Beispiele:

  • „OK"
  • „Weiter"
  • „Ja"

Aktive / bessere Beispiele:

  • „Konto erstellen"
  • „Download starten"
  • „7 Tage kostenlos testen"

Verben wie „erstellen", „starten", „herunterladen", „buchen" oder „kaufen" sind konkret und handlungsorientiert. Vage Begriffe wie „OK", „Bestätigen" oder „Absenden" sagen nichts über die Konsequenz des Klicks aus.

Spezifität: Was passiert wirklich?

Ein guter Button-Text gibt den Nutzern eine klare Erwartung darüber, was nach dem Klick passiert. Diese Transparenz reduziert Unsicherheit und baut Vertrauen auf.

Zu generisch:

„Weiter"

Spezifisch:

„Zahlung abschließen"

Noch spezifischer:

„Jetzt für 9,90 € kaufen"

Die Einbeziehung relevanter Details (Preis, Zeitraum, nächster Schritt) steigert das Vertrauen und senkt die Abbruchrate. Diese Klarheit ist besonders im E-Commerce und bei Abonnement-Produkten entscheidend.

Länge: So kurz wie möglich, so klar wie nötig

Für primäre Buttons gilt: 2–5 Wörter sind ideal. Längere Formulierungen funktionieren in bestimmten Kontexten (Bestätigungsdialoge, sensible Aktionen), aber der Standard sollte kurz und prägnant sein.

  • 1 Wort: Oft zu generisch („OK", „Bestätigen")
  • 2–3 Wörter: Ideal für die meisten Buttons („Konto erstellen", „Jetzt starten")
  • 4–6 Wörter: Gut für CTAs mit Mehrwertversprechen („7 Tage gratis ausprobieren")
  • 7+ Wörter: Nur in Ausnahmen (bei kritischen Aktionen mit klärungsbedürftigen Konsequenzen)

Erste Person vs. Zweite Person

Interessant ist die Frage, ob Buttons aus der Ich-Perspektive oder der Sie/Du-Perspektive formuliert werden sollen.

Zweite Person (Standard):

„Jetzt registrieren"

Erste Person (selten, aber wirksam):

„Ich will kostenlos starten"

Studien von Michael Aagaard (Unbounce, 2014) haben gezeigt, dass Ich-Formulierungen in bestimmten Kontexten die Klickrate erhöhen können, weil sie die Nutzeraktion explizit als Entscheidung des Nutzers rahmen. Allerdings klingt diese Technik auf Deutsch schnell unnatürlich – Tests sind empfehlenswert.

Beispiele

Registrierung:

  • Schlecht: „Senden"
  • Gut: „Konto erstellen"
  • Sehr gut: „Kostenlos registrieren"

E-Commerce:

  • Schlecht: „OK"
  • Gut: „In den Warenkorb"
  • Sehr gut: „Jetzt kaufen – kostenloser Versand"

Newsletter:

  • Schlecht: „Abonnieren"
  • Gut: „Newsletter abonnieren"
  • Sehr gut: „Wöchentliche Tipps erhalten"

Gefährliche Aktion (Löschen):

  • Schlecht: „OK"
  • Gut: „Profil endgültig löschen"

In der Praxis

Konsistenz im Produktvokabular

Button-Texte sollten aus einem einheitlichen Vokabular stammen, das im UX-Style-Guide des Produkts festgehalten ist. Wenn eine App „Erstellen" verwendet, sollte sie nicht an anderer Stelle „Anlegen" oder „Hinzufügen" für dieselbe Aktion nutzen – das erzeugt Verwirrung.

Primärer vs. sekundärer Button

In Dialogen mit zwei Buttons ist die Beschriftung des sekundären Buttons ebenso wichtig. Das klassische Paar „OK / Abbrechen" ist oft unzureichend.

Besser:

„Datei löschen" / „Behalten"

Das Gegenteil der Hauptaktion benennen, nicht nur „Abbrechen" schreiben – so wissen Nutzer genau, was jede Option bewirkt.

Barrierefreiheit bei Buttons

Aus Accessibility-Perspektive müssen Button-Texte auch ohne visuellen Kontext verständlich sein, da Screenreader-Nutzer alle Buttons einer Seite sequenziell vorlesen lassen können. Drei Buttons mit der Aufschrift „Lesen" sind für Screenreader-Nutzer ununterscheidbar. Mehr dazu unter Barrierefreie Texte.

Vergleich & Abgrenzung

Button vs. Link: Links führen zu weiterführenden Informationen, Buttons lösen Aktionen aus. Diese funktionale Unterscheidung sollte sich in der Formulierung widerspiegeln: Links werden meist mit dem Ziel beschriftet („Datenschutzerklärung"), Buttons mit der Aktion.

Primär-CTA vs. Mikro-CTA: Große, hervorgehobene Hauptaktionen (primäre CTAs) können etwas ausführlicher formuliert sein. Kleinere, kontextbezogene Buttons (z. B. „Bearbeiten" in einer Liste) sollten extrem kurz und prägnant sein.

Button-Text vs. Hyperlink-Text: Beide müssen verständlich sein, aber Button-Texte beginnen mit Verben, Hyperlinks können auch substantivisch formuliert werden.

Häufige Fragen (FAQ)

Darf ein Button-Text eine Frage sein? In der Regel nicht. Buttons kommunizieren Aktionen, keine Fragen. Ausnahmen gibt es in Onboarding-Flows, wo spielerische Formulierungen erlaubt sind.

Soll ich Großschreibung im Button verwenden? In der deutschen Typografie werden Buttons üblicherweise in Groß-/Kleinschreibung verfasst (Titelcase oder Satzschreibung). Vollständige Großschreibung (ALL CAPS) wirkt aggressiv und sollte vermieden werden.

Was ist mit Emoji in Buttons? Sparsam und kontextabhängig. Ein 🛒 neben „In den Warenkorb" kann die Erkennbarkeit erhöhen, aber Emojis sollten nie die einzige Information im Button sein.

Wie teste ich, welcher Button-Text besser funktioniert? Über A/B-Testing von UX-Texten. Selbst kleine Änderungen wie „Jetzt testen" vs. „Kostenlos starten" können signifikante Unterschiede in der Konversion zeigen.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Aagaard, Michael: „How to Write a CTA that Converts", Unbounce Blog, 2014
  • Redish, Janice: Letting Go of the Words, Morgan Kaufmann, 2012
  • Harley, Aurora: „Microcopy: Tiny Words with a Huge UX Impact", Nielsen Norman Group, 2015
  • Kholmatova, Alla: Design Systems, Smashing Magazine, 2017
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