Issey Miyake (1938–2022) war ein japanischer Modeschöpfer, der Mode als Schnittstelle von Technik, Material und Form verstand und mit Pleats Please und A-POC die Herstellung von Kleidung neu dachte.
Rubrik: Mode · Unterrubrik: Designer & Häuser · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Miyake, Issey Miyake Inc.
Was ist Issey Miyake?
Issey Miyake ist einer der innovativsten japanischen Modeschöpfer. Issey Miyake stellte technische Forschung in den Mittelpunkt seiner Arbeit und entwickelte Verfahren, bei denen Material, Falten und Produktionsweise die Form eines Kleidungsstücks bestimmen.
Erklärung
Issey Miyake studierte Grafikdesign in Tokio und arbeitete in Paris und New York, unter anderem bei Guy Laroche und Givenchy, bevor er 1970 sein eigenes Studio gründete. Sein Ansatz unterscheidet sich von rein figürlicher Mode: Er begriff Kleidung als „ein Stück Stoff", das den Raum zwischen Körper und Material gestaltet, und arbeitete eng mit Ingenieur/innen und Materialforscher/innen zusammen.
Berühmt wurde Issey Miyake für „Pleats Please" (ab 1993), bei dem Kleidungsstücke zunächst in Übergröße genäht und anschließend dauerhaft plissiert werden – leicht, knitterfrei und bewegungsfreundlich. Das Konzept „A-POC" (A Piece Of Cloth, 1998) ging noch weiter: Aus einem einzigen, maschinell gefertigten Schlauch entstehen tragbare Kleidungsstücke nahezu ohne Verschnitt. Daneben wurde sein Parfüm „L'Eau d'Issey" zum kommerziellen Erfolg. Issey Miyake verband so technologische Innovation mit poetischer Leichtigkeit.
Beispiele
- Pleats Please (1993): dauerhaft plissierte, leichte Kleidung.
- A-POC (1998): Kleidungsstücke aus einem einzigen Stoffstück.
- „Bodyworks"-Forschung: Experimente mit Körper und Material.
- L'Eau d'Issey: kommerziell erfolgreiches Parfüm.
- Faltobjekte: skulpturale, geometrische Plissee-Formen.
In der Praxis
Issey Miyake ist im Designstudium ein zentrales Beispiel für die Verbindung von Mode, Material und Technologie. Wer über Herstellung, Nachhaltigkeit und Verschnitt nachdenkt, kann an A-POC studieren, wie Produktion und Design zusammengedacht werden. Pleats Please zeigt zudem, wie ein technisches Verfahren zugleich Funktion, Form und Tragekomfort definiert.
Vergleich & Abgrenzung
Anders als Rei Kawakubo, die Form und Konzept hinterfragt, setzt Issey Miyake an Material und Herstellungsverfahren an. Von Yohji Yamamotos Drapierung unterscheidet ihn der technologisch-ingenieurhafte Zugang.
| Merkmal | Issey Miyake | Rei Kawakubo |
|---|---|---|
| Ansatzpunkt | Material & Technik | Form & Konzept |
| Signatur | Plissee, A-POC | Dekonstruktion |
| Leitfrage | Wie entsteht Kleidung? | Was ist Form/Schönheit? |
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist „Pleats Please" von Issey Miyake? Eine Linie dauerhaft plissierter Kleidung, die in Übergröße genäht und anschließend gefaltet wird – leicht, knitterfrei und bewegungsfreundlich.
Was bedeutet A-POC von Issey Miyake? A-POC steht für „A Piece Of Cloth": Aus einem einzigen, maschinell gefertigten Stoffstück entstehen Kleidungsstücke nahezu ohne Verschnitt.
Weiterführend
- Holborn, Mark (1995): Issey Miyake. Taschen.
- Fujiwara, Dai (2016): Irving Penn and Issey Miyake: Visual Dialogue. Steidl.

