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Rei Kawakubo (geb. 1942) ist eine japanische Modeschöpferin und Gründerin von Comme des Garçons, deren konzeptuelle, oft asymmetrische und „unfertige" Mode den westlichen Schönheitsbegriff radikal hinterfragt.

Rubrik: Mode · Unterrubrik: Designer & Häuser · Niveau: Profi Synonyme / Auch bekannt als: Comme des Garçons, CdG

Was ist Rei Kawakubo?

Rei Kawakubo ist eine der einflussreichsten Avantgarde-Designerinnen der Mode. Rei Kawakubo gründete das Label Comme des Garçons und gilt als Pionierin einer konzeptuellen Mode, die nicht den Körper schmückt, sondern Ideen über Form, Körper und Schönheit verhandelt.

Erklärung

Rei Kawakubo studierte Kunst und Literatur, nicht Modedesign, und gründete Comme des Garçons 1969 in Tokio. Mit ihrer Pariser Debütschau 1981 löste sie einen Schock aus: zerlöcherte, asymmetrische, überwiegend schwarze Kleidung, die von der westlichen Presse als „Hiroshima chic" oder „Lumpen-Look" bezeichnet wurde. Tatsächlich stellte Rei Kawakubo damit grundlegende Annahmen über Symmetrie, Passform und Vollständigkeit infrage.

Ihre Arbeit ist betont konzeptuell: Die Kollektion „Body Meets Dress, Dress Meets Body" (1997) – wegen ihrer Polster auch „Lumps and Bumps" genannt – verformte den Körper bewusst und brach mit der Idee idealer Proportionen. Rei Kawakubo arbeitet häufig mit Dekonstruktion, Negativräumen und der Spannung zwischen Kleidung und Körper. Über Comme des Garçons baute sie zudem ein eigenes Geschäftsmodell mit mehreren Sublabels, dem erfolgreichen Parfümbereich und dem Concept-Store Dover Street Market auf.

Beispiele

  • Pariser Debüt (1981): zerrissene, schwarze, asymmetrische Mode.
  • „Body Meets Dress" (1997): Kleider mit körperverformenden Polstern.
  • Dekonstruierte Schnitte: sichtbare Nähte, bewusste „Fehler".
  • Dover Street Market: kuratiertes Multibrand-Konzept.
  • CdG-Parfüms: kommerzielle Säule der konzeptuellen Marke.

In der Praxis

Rei Kawakubo ist im Designstudium ein zentrales Beispiel für konzeptuelle und dekonstruktive Mode. Wer über die Beziehung von Körper und Kleidung nachdenkt, kann an ihren Arbeiten studieren, wie Form gegen Konvention entworfen wird. Ihr Ansatz zeigt, dass Mode auch Forschung und Kunst sein kann – und dass dies mit einem tragfähigen Geschäftsmodell vereinbar ist.

Vergleich & Abgrenzung

Rei Kawakubo teilt mit Yohji Yamamoto den japanischen, schwarz geprägten Anti-Glamour der frühen 1980er, ist aber stärker konzeptuell und körperverformend. Anders als Issey Miyake, der Technik und Material in den Mittelpunkt stellt, fragt sie nach Form und Idee.

MerkmalRei KawakuboYohji Yamamoto
Zugangkonzeptuell, formverformendpoetisch, drapierend
Silhouetteasymmetrisch, „unfertig"fließend, verhüllend
LeitfrageWas ist Schönheit/Form?Wie verhüllt Stoff den Körper?

Häufige Fragen (FAQ)

Was macht Rei Kawakubo und Comme des Garçons besonders? Sie entwirft konzeptuelle, oft asymmetrische und dekonstruierte Mode, die nicht den Körper schmückt, sondern Annahmen über Schönheit, Symmetrie und Passform infrage stellt.

Warum gilt Rei Kawakubos Debüt 1981 als Wendepunkt? Weil ihre schwarze, zerrissene und unsymmetrische Mode den westlichen Schönheitsbegriff radikal herausforderte und die japanische Avantgarde in Paris etablierte.

Weiterführend

  • Bolton, Andrew (2017): Rei Kawakubo / Comme des Garçons: Art of the In-Between. The Metropolitan Museum of Art.
  • Frankel, Susannah (2001): Visionaries: Interviews with Fashion Designers. V&A Publishing.
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