Mode der 1960er steht für den Minirock, den Mod-Stil und geometrische, jugendliche Formen, die das traditionelle Modebild radikal umwälzten.
Rubrik: Mode · Unterrubrik: Modegeschichte · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Sixties-Mode, Swinging Sixties, Mod-Stil, 1960s fashion
Was ist die Mode der 1960er?
Die Mode der 1960er war eine Jugendrevolution in Stoff: kurze Miniröcke, klare geometrische Linien und kräftige Farben lösten die elegante Erwachsenenmode der 1950er ab. Erstmals gab die Jugend den Ton an.
Erklärung
Die Mode der 1960er markiert einen Bruch mit der vorausgegangenen Eleganz. Statt der femininen Wespentaille setzte sich eine gerade, jugendliche Linie durch. Im Zentrum stand der Minirock, popularisiert durch die Londoner Designerin Mary Quant ab Mitte des Jahrzehnts. Das Model Twiggy verkörperte mit knabenhafter Figur und großen Augen das neue Schönheitsideal.
Der „Mod"-Stil (von „modernist") prägte das „Swinging London": saubere Linien, geometrische Muster, kurze A-Linien-Kleider. Parallel entstand die „Space Age"-Mode von Designern wie André Courrèges und Paco Rabanne mit futuristischen Materialien wie Kunststoff und Metall, weißen Stiefeln und kühlen Formen. Op-Art-Muster mit Schwarz-Weiß-Kontrasten waren ebenfalls beliebt.
Die Mode der 1960er war eng mit der Pop- und Jugendkultur verbunden — Musik (Beatles, Mod-Bands) und Mode verschmolzen. Der Konfektionsmarkt boomte, und Mode wurde erstmals massenhaft jung, schnell und veränderbar. Gegen Ende des Jahrzehnts kündigte sich mit der Hippie-Bewegung bereits der Wandel zu den 1970ern an.
Beispiele
- Beispiel 1: Mary Quants Minirock als Symbol der Jugendbefreiung.
- Beispiel 2: Twiggy als knabenhaftes Supermodel der Ära.
- Beispiel 3: Das geometrische A-Linien-Kleid des Mod-Stils.
- Beispiel 4: André Courrèges' futuristische „Space Age"-Entwürfe mit weißen Stiefeln.
- Beispiel 5: Op-Art-Muster in kontrastreichem Schwarz-Weiß.
In der Praxis
Die Mode der 1960er ist in Film und Theater für „Swinging London"-Settings gefragt. Kostümbildner/innen achten auf kurze A-Linien, kräftige Farben und geometrische Muster. Synthetische Stoffe und PVC waren zeittypisch. Modefotografien von David Bailey und Magazine der Zeit dienen als Referenz.
Vergleich & Abgrenzung
Die Mode der 1960er wird oft mit der Mode der 1970er verwechselt, die jedoch von fließenden, naturverbundenen Hippie- und glamourösen Disco-Stilen geprägt war statt von geometrischer Strenge.
| Merkmal | Mode der 1960er | Mode der 1970er |
|---|---|---|
| Linien | Geometrisch, kurz | Fließend, lang |
| Stimmung | Futuristisch, Pop | Natürlich/Glamour |
Häufige Fragen (FAQ)
Wer erfand den Minirock? Der Minirock wird vor allem der britischen Designerin Mary Quant zugeschrieben, die ihn Mitte der 1960er popularisierte. Auch André Courrèges beanspruchte die Urheberschaft. Der Minirock wurde zum Symbol der Mode der 1960er.
Was bedeutet der „Mod"-Stil? „Mod" leitet sich von „modernist" ab und bezeichnet einen jugendlichen Stil des „Swinging London" mit sauberen Linien, geometrischen Mustern und kurzen A-Linien-Kleidern.
Weiterführend
- Mendes, Valerie; de la Haye, Amy (2010): Fashion since 1900. Thames & Hudson, London.
- Connikie, Yvonne (1990): Fashions of a Decade: The 1960s. Batsford, London.
- Loschek, Ingrid (2005): Reclams Mode- und Kostümlexikon. Reclam, Stuttgart.

