Mode der 1970er umfasst gegensätzliche Strömungen: den naturverbundenen Hippie-Look mit Schlaghosen und Batik sowie den glamourösen, glänzenden Disco-Stil.
Rubrik: Mode · Unterrubrik: Modegeschichte · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Seventies-Mode, Flower-Power-Mode, Disco-Look, 1970s fashion
Was ist die Mode der 1970er?
Die Mode der 1970er war ein Jahrzehnt der Stilvielfalt und Gegensätze. Der frühe Hippie-Stil betonte Natürlichkeit und Folklore, während die späte Disco-Ära auf Glamour, Glanz und Tanzflächen-Tauglichkeit setzte.
Erklärung
Die Mode der 1970er lässt sich grob in zwei Phasen teilen. Die frühen Jahre standen im Zeichen der Hippie- und Flower-Power-Bewegung, die aus den späten 1960ern erwuchs. Charakteristisch waren Schlaghosen, weite Tuniken, Batikmuster, Fransen, Folklore-Elemente und natürliche Materialien. Der Stil drückte Naturverbundenheit, Anti-Konsum und Individualität aus. Ein zentrales Kleidungsstück war die immer weiter ausgestellte Schlaghose (Bell-Bottoms).
In der zweiten Jahrzehnthälfte gewann der Disco-Stil an Bedeutung, befeuert von Filmen wie „Saturday Night Fever". Glänzende Stoffe wie Lurex und Satin, enge Hosen, tiefe Ausschnitte, Pailletten und hohe Plateauschuhe prägten das Bild der Tanzflächen. Gleichzeitig entstand gegen Ende des Jahrzehnts mit Punk eine rebellische Gegenbewegung (etwa um Vivienne Westwood).
Die Mode der 1970er war damit weniger durch eine einzige Silhouette als durch das Nebeneinander verschiedener Lebensstile geprägt. Sie gilt als eines der vielfältigsten Jahrzehnte der Modegeschichte und wird bis heute regelmäßig zitiert.
Beispiele
- Beispiel 1: Die weit ausgestellte Schlaghose (Bell-Bottoms) als Schlüsselstück.
- Beispiel 2: Batik-Shirts und Fransenwesten der Hippie-Bewegung.
- Beispiel 3: Der weiße Anzug aus „Saturday Night Fever" als Disco-Ikone.
- Beispiel 4: Glänzende Lurex-Tops und Plateauschuhe für die Tanzfläche.
- Beispiel 5: Frühe Punk-Mode mit zerrissenen Stoffen und Sicherheitsnadeln.
In der Praxis
Die Mode der 1970er ist auf Mottopartys, im Theater und Film sehr beliebt. Kostümbildner/innen unterscheiden klar zwischen Hippie- (natürliche Stoffe, erdige Töne) und Disco-Look (Glanzstoffe, glänzende Farben). Cord, Denim und Polyester sind zeittypische Materialien. Plattencover und Modemagazine der Ära dienen als Quellen.
Vergleich & Abgrenzung
Die Mode der 1970er wird oft mit der Mode der 1980er verwechselt, die jedoch mit Power Dressing, breiten Schultern und greller Farbigkeit eine ganz eigene Ästhetik entwickelte.
| Merkmal | Mode der 1970er | Mode der 1980er |
|---|---|---|
| Schlüsselstück | Schlaghose | Schulterpolster |
| Stimmung | Hippie/Disco | Power Dressing |
Häufige Fragen (FAQ)
Was unterscheidet Hippie- und Disco-Mode der 1970er? Der Hippie-Stil der frühen 1970er betonte Natürlichkeit, Folklore und erdige Töne, während der Disco-Stil der späten 1970er auf Glamour, glänzende Stoffe wie Lurex und Plateauschuhe setzte.
Was ist eine Schlaghose? Eine Schlaghose (Bell-Bottoms) ist eine Hose, die ab dem Knie weit ausgestellt ist. Sie gilt als ikonisches Schlüsselstück der Mode der 1970er.
Weiterführend
- Mendes, Valerie; de la Haye, Amy (2010): Fashion since 1900. Thames & Hudson, London.
- Herald, Jacqueline (1992): Fashions of a Decade: The 1970s. Batsford, London.
- Loschek, Ingrid (2005): Reclams Mode- und Kostümlexikon. Reclam, Stuttgart.

