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A/B-Testing in E-Mails ist eine Methode, bei der zwei Varianten einer E-Mail (Version A und Version B) an verschiedene Teile einer Liste versendet werden, um anhand von Metriken zu ermitteln, welche Variante besser performt.

Rubrik: Online-Marketing & Content · Unterrubrik: E-Mail-Marketing · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Split-Test, E-Mail-Experiment, Champion-Challenger-Test

Was ist A/B-Testing in E-Mails?

Annahmen über das Verhalten von E-Mail-Abonnenten können falsch liegen – selbst erfahrene Marketer können nicht sicher vorhersagen, ob eine kurze oder lange Betreffzeile, ein roter oder grüner Button, oder ein informeller oder formeller Ton besser ankommt. A/B-Tests ersetzen Bauchgefühl durch Daten: Zwei Varianten werden gleichzeitig getestet, die bessere gewinnt und wird an den Rest der Liste geschickt.

Erklärung

Grundprinzip des A/B-Tests

Der Ablauf eines A/B-Tests in E-Mails:

  1. Hypothese formulieren: Was wird getestet und warum? Z. B.: „Eine fragende Betreffzeile erzielt eine höhere Öffnungsrate als eine aussagende."
  2. Eine Variable isolieren: Nur eine einzige Veränderung zwischen A und B – sonst ist nicht klar, was den Unterschied verursacht hat.
  3. Testgruppe definieren: Zwei gleich große, zufällig ausgewählte Teilgruppen der Liste (z. B. je 20 %).
  4. Versand: Beide Varianten werden gleichzeitig versendet.
  5. Warten: Genug Zeit für statistisch aussagekräftige Ergebnisse (mindestens 4–24 Stunden, abhängig von Öffnungszeitraum).
  6. Gewinner bestimmen: Die Variante mit dem besseren Ergebnis gewinnt und wird an den Rest der Liste (60 %) versendet.
  7. Lernen dokumentieren: Was funktioniert bei dieser Zielgruppe und warum?

Was kann getestet werden?

Öffnungsraten-Tests (Posteingang):

  • Subject Line (Länge, Formulierung, Emojis, Frage vs. Aussage)
  • Preheader Text (Ergänzung vs. andere Perspektive)
  • Absendername (Unternehmensname vs. persönlicher Name)
  • Versandzeitpunkt und -tag

Klickraten-Tests (in der E-Mail):

  • CTA-Button-Text (Farbe, Formulierung, Größe)
  • Platzierung des CTA (oben vs. unten, eine vs. mehrere)
  • Bildauswahl (Produkt vs. Person, mit vs. ohne Bild)
  • E-Mail-Länge (kurz vs. ausführlich)
  • Ton (formell vs. informell, ich-Perspektive vs. du-Ansprache)
  • Personalisierung (mit vs. ohne Vornamen)

Conversion-Tests (nach dem Klick):

  • Landingpage-Variante (erfordert separaten A/B-Test auf der Website)

Statistische Signifikanz

Ein häufiger Fehler: zu früh einen Gewinner ausrufen. Wenn Variante A nach 2 Stunden 35 % und Variante B 33 % Öffnungsrate hat, ist das Ergebnis möglicherweise noch nicht statistisch signifikant – der Unterschied könnte zufällig sein.

Faustregeln für E-Mail-A/B-Tests:

  • Mindestens 100 Öffnungen pro Variante für erste Indikationen
  • Mindestens 500–1.000 Empfänger pro Variante für verlässliche Aussagen
  • Confidence Level 95 %: Der Unterschied ist mit 95 %iger Wahrscheinlichkeit kein Zufall
  • Tests über mindestens 4 Stunden, besser 24 Stunden laufen lassen

Mailchimp, Klaviyo und ActiveCampaign berechnen die statistische Signifikanz automatisch.

Multivariate Tests

Während A/B-Tests zwei Varianten vergleichen, testen multivariate Tests mehrere Variablen gleichzeitig – zum Beispiel zwei Subject Lines kombiniert mit zwei verschiedenen CTA-Farben (ergibt vier Kombinationen: A1/B1, A1/B2, A2/B1, A2/B2). Dies erfordert größere Listen und wird vor allem von fortgeschrittenen Teams genutzt.

A/B-Testing als kontinuierlicher Prozess

A/B-Tests sind kein einmaliges Ereignis, sondern ein kontinuierlicher Lernprozess. Best Practice: Pro Monat mindestens einen A/B-Test durchführen, die Erkenntnisse dokumentieren, und aus der Gesamtheit der Tests ein Bild des eigenen Publikums aufbauen.

Wichtig: Was für eine Liste funktioniert, funktioniert möglicherweise nicht für eine andere. Ergebnisse aus externen Studien können als Ausgangshypothesen dienen, aber nie als endgültige Wahrheit für die eigene Liste.

Beispiele

  1. Subject Line Test: Variante A: „5 Tipps für bessere E-Mails" (8 % höhere Öffnungsrate). Variante B: „Machst du diese E-Mail-Fehler?" → Ergebnis: Variante B gewinnt mit 12 % mehr Öffnungen. Erkenntnis: Fragende Formulierungen wecken mehr Neugier bei dieser Zielgruppe.
  2. CTA-Button-Farbe: Roter Button vs. orangefarbener Button → Orangener Button hat 18 % mehr Klicks. Erkenntnis: Warme Farben performen in dieser Branche besser.
  3. Absendername: „Lazi-Akademie" vs. „Dominik von Lazi-Akademie" → Persönlicher Absendername erhöht Öffnungsrate um 11 %.
  4. E-Mail-Länge: Kurze E-Mail (200 Wörter) vs. lange E-Mail (600 Wörter) → Kurze E-Mail hat 25 % höhere Klickrate; lange E-Mail hat höhere Verweildauer, aber weniger Klicks.
  5. Versandzeitpunkt: Dienstag 10 Uhr vs. Donnerstag 18 Uhr → Dienstag 10 Uhr erzielt 15 % mehr Öffnungen für B2B-Zielgruppe.

In der Praxis

  • Mailchimp: Integrierter A/B-Test für Betreff, Absendernamen, Inhalte und Versandzeitpunkt; automatischer Gewinner-Versand; max. 3 Varianten
  • Klaviyo: A/B-Tests für Subject Line, E-Mail-Inhalt und Sendezeitpunkt in Flows und Kampagnen; statistische Auswertung inklusive
  • ActiveCampaign: Split-Testing in Automations und Kampagnen; erweiterte Berichte
  • Brevo: A/B-Test für Betreffzeilen; Gewinner-Versand nach definiierter Zeit automatisch

Für die Dokumentation empfiehlt sich ein einfaches Test-Log: Was wurde getestet, Hypothese, Ergebnis, Schlussfolgerung, Datum.

Vergleich & Abgrenzung

A/B-TestMultivariater TestBauchgefühl
Testbare Variablen1Mehrere gleichzeitigKeine
Benötigte ListengrößeMittel (500+)Groß (5.000+)Beliebig
AuswertungsaufwandGeringHochKeiner
ErkenntnistiefeMittelHochKeine
ZuverlässigkeitGutSehr gutGering

Häufige Fragen (FAQ)

Wie setze ich A/B-Tests in E-Mails konkret um? Wähle eine einzige Variable zum Testen – beginne mit der Subject Line, da sie den größten Einfluss auf die Öffnungsrate hat. Formuliere zwei Varianten, die sich in einem Punkt unterscheiden. Richte den A/B-Test in deinem E-Mail-Tool ein, weise jeweils 25–30 % der Liste je einer Variante zu und warte mindestens 4 Stunden, bevor du den Gewinner bestimmst. Dokumentiere das Ergebnis.

Was sind typische Fehler bei A/B-Tests in E-Mails? Der häufigste Fehler ist das Testen mehrerer Variablen gleichzeitig – dann weiß man nicht, was den Unterschied verursacht hat. Weitere Fehler: zu kleine Testgruppen (unter 100 Empfänger pro Variante), Tests zu früh abbrechen, und Erkenntnisse nicht dokumentieren oder nicht auf zukünftige Kampagnen anwenden.

Weiterführend

  • Litmus: „The Email Marketer's Guide to A/B Testing" (Litmus, 2024) – litmus.com/blog
  • Klaviyo: „A/B Testing in Email Marketing" (Klaviyo, 2023) – klaviyo.com/blog
  • ConversionXL (CXL): „Statistical Significance in A/B Testing" (CXL, 2023) – cxl.com/blog
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