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CPM (Cost per Mille), CPC (Cost per Click) und CPA (Cost per Action) sind die drei zentralen Abrechnungsmodelle der digitalen Werbung – sie bestimmen, wofür Werbetreibende zahlen: für Sichtbarkeit (Impressionen), Klicks oder konkrete Handlungen.

Rubrik: Online-Marketing & Content · Unterrubrik: Performance Marketing · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Tausend-Kontakt-Preis (TKP), Klickpreis, Cost per Acquisition, CPL (Cost per Lead), CPO (Cost per Order)


Was sind CPM, CPC & CPA?

In der digitalen Werbung gibt es verschiedene Modelle, nach denen Werbetreibende für ihre Anzeigen bezahlen. Das gewählte Abrechnungsmodell beeinflusst Kampagnenstrategie, Risikoverteilung und Messbarkeit erheblich. Die drei häufigsten Modelle sind:

  • CPM – Bezahlung pro 1.000 Impressionen (Sichtbarkeit)
  • CPC – Bezahlung pro Klick auf die Anzeige
  • CPA – Bezahlung pro definierter Conversion (Kauf, Anmeldung, Lead)

Erklärung

CPM – Cost per Mille (Tausend-Kontakt-Preis)

CPM ist das klassische Reichweitenmodell: Der Werbetreibende zahlt für je 1.000 Anzeigeneinblendungen, unabhängig davon, ob jemand klickt oder eine Aktion ausführt.

``` CPM = (Gesamtkosten / Anzahl Impressionen) × 1.000

Beispiel: 500 € für 200.000 Impressionen = CPM 2,50 € ```

Typische CPM-Werte (2024):

KanalDurchschnittlicher CPM
Facebook / Instagram8–18 €
Google Display Network1–5 €
YouTube6–15 €
LinkedIn25–60 €
TikTok4–12 €
Programmatic (Open Exchange)1–4 €

Wann CPM sinnvoll:

  • Brand-Awareness-Kampagnen ohne direktes Conversion-Ziel
  • Reichweitenaufbau bei bekannten Marken
  • Video-Kampagnen, bei denen Sichtkontakt zählt
  • Programmatic Display Advertising

CPC – Cost per Click

CPC berechnet den Preis pro tatsächlichem Klick auf eine Anzeige. Der Vorteil: Es wird nur gezahlt, wenn echtes Interesse vorhanden ist (Klick).

``` CPC = Gesamtkosten / Anzahl Klicks

Beispiel: 300 € für 150 Klicks = CPC 2,00 € ```

Verhältnis CPM ↔ CPC: ``` CTR (Click-Through-Rate) = Klicks / Impressionen × 100 CPC = CPM / (CTR × 10)

Beispiel: CPM 10 €, CTR 0,5 % → CPC = 10 / (0,5 × 10) = 2,00 € ```

Typische CPC-Werte (2024):

KanalDurchschnittlicher CPC
Google Search (D)0,80–4,00 €
Google Shopping0,30–1,50 €
Facebook / Instagram0,40–1,50 €
LinkedIn5–15 €
TikTok0,20–1,00 €

Wann CPC sinnvoll:

  • Trafficgenerierung zur Website
  • Search-Kampagnen (Google Ads, Bing Ads)
  • Messbare Klickergebnisse ohne komplexe Conversion-Tracking-Infrastruktur
  • Budgetplanung nach Klick-Volumen

CPA – Cost per Action / Acquisition

CPA definiert den Preis pro konkreter Handlung: Kauf, Lead, App-Install, Formular-Ausfüllung, Anmeldung.

``` CPA = Gesamtkosten / Anzahl Conversions

Beispiel: 600 € für 30 Leads = CPA 20,00 € ```

Varianten des CPA:

  • CPL (Cost per Lead): Speziell für Lead-Generierung
  • CPO (Cost per Order): Für abgeschlossene Bestellungen
  • CPAS (Cost per App Store Install): Für App-Marketing
  • CPV (Cost per View): Für Video-Completion (bes. bei YouTube)

Wann CPA sinnvoll:

  • Direkte Response-Kampagnen mit klarem Conversion-Ziel
  • E-Commerce mit gut konfiguriertem Conversion-Tracking
  • Performance-Agenturen mit Erfolgsbeteiligung
  • Affiliate Marketing (hier oft dominierendes Modell)

Risiko beim CPA-Modell: Plattformen optimieren stark auf das definierte Conversion-Event. Wenn dieses falsch konfiguriert ist (z.B. zu weit oben im Funnel), wird auf die falsche Handlung optimiert.


Weitere Abrechnungsmodelle:

  • CPV (Cost per View): Pro Video-Aufruf, bes. bei YouTube TrueView
  • CPCV (Cost per Completed View): Pro vollständig gesehenes Video
  • CPE (Cost per Engagement): Pro Interaktion (Like, Share, Kommentar)
  • vCPM (viewable CPM): CPM nur für tatsächlich sichtbare Impressionen (Viewability-Standard: 50 % der Pixel für 1 Sekunde)

Beispiele

  1. Awareness-Kampagne mit CPM: Eine Lebensmittelmarke führt eine Neuprodukt-Bekanntheitskampagne auf YouTube durch. Ziel: 5 Mio. Impressionen mit CPM 8 € = Budget 40.000 €. Kein Klickziel, reine Reichweite.
  2. E-Commerce Traffickampagne mit CPC: Ein Online-Buchladen betreibt Google Shopping mit Ziel-CPC 0,50 €. Bei 2.000 € Monatsbudget = 4.000 Klicks geplant. Conversion Rate der Landingpage 3 % → 120 Bestellungen. CPO = 2.000 / 120 = 16,67 €.
  3. B2B Lead Generation mit CPL: Eine Unternehmensberatung definiert als Ziel-CPL 80 €. Mit Monatsbugdet 4.000 € werden 50 qualifizierte Leads erwartet. Abschlussquote 10 %, Auftragswert 5.000 € → Revenue aus Kampagne: 25.000 €, ROAS: 6,25.
  4. Typischer Fehler – Falsche KPI-Wahl: Ein Start-up optimiert seine Awareness-Kampagne auf CPC statt CPM und erhält dadurch einen schlechten Qualitätsscore, weil Nutzer die Anzeige nicht anklicken wollen (normales Verhalten bei Awareness). Lösung: KPI zum Kampagnenziel passend wählen.
  5. Best Practice – Funnel-basierte Modellwahl: Ein Reiseveranstalter nutzt CPM für Upper-Funnel-Video-Awareness, CPC für Mid-Funnel-Traffic auf Reiseziel-Seiten und CPA für Bottom-Funnel-Buchungskampagnen. Jede Funnelstufe hat die passende Abrechnungslogik.

In der Praxis

Entscheidungsrahmen für das richtige Modell:

KampagnenzielEmpfohlenes Modell
MarkenbekanntheitCPM oder vCPM
Website-TrafficCPC
Video-ReichweiteCPV / CPM
Lead GenerationCPA / CPL
E-Commerce ConversionsCPA / Target ROAS
App InstallsCPI (Cost per Install)

Budgetplanung-Formel: `` Benötigtes Budget = Gewünschte Conversions × Ziel-CPA Oder: Gewünschte Klicks × Ziel-CPC Oder: Gewünschte Impressionen / 1.000 × CPM ``


Vergleich & Abgrenzung

CPM, CPC und CPA unterscheiden sich in der Risikoverteilung: Beim CPM trägt der Werbetreibende das Performance-Risiko vollständig, beim CPC teilen es Publisher und Werbetreibender, beim CPA liegt das Risiko stärker beim Publisher oder der Plattform. In der Praxis sind CPM und CPC die häufigsten Modelle in Auktionssystemen; reines CPA-Modell findet sich typischerweise im Affiliate Marketing oder bei Performance-Agenturen mit Erfolgsbeteiligung.


Häufige Fragen (FAQ)

Was ist ein guter CPC bei Google Ads? Das hängt stark von Branche und Keyword-Wettbewerb ab. Im Durchschnitt liegt der CPC in Deutschland zwischen 0,50 € und 3,00 €, in hart umkämpften Branchen wie Versicherungen oder Kredit kann er auf 10–30 € steigen. Entscheidend ist nicht ein niedriger CPC, sondern das Verhältnis aus CPC zur Conversion Rate und dem daraus resultierenden CPA im Verhältnis zum Kundenwert.

Kann man CPC und CPA selbst beeinflussen? Ja, über mehrere Hebel: Qualitätsscore (Google) oder Relevanz-Score (Meta) verbessern reduziert CPC. Bessere Landingpages erhöhen die Conversion Rate und senken effektiven CPA. Höhere Gebote und bessere Anzeigenqualität verbessern Auktionsergebnisse. Zielgenaues Targeting reduziert Streuverluste.


Verwandte Einträge


Weiterführend

  • Google Ads Hilfe – Gebotsstrategie:
  • IAB: Digital Advertising Glossary:
  • Lammenett, E. (2021): Praxiswissen Online Marketing. Springer Gabler.
  • Horizont:
  • OnlineMarketing.de:
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