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ROAS (Return on Ad Spend) ist eine Kennzahl, die angibt, wie viel Umsatz pro eingesetztem Werbe-Euro erzielt wird – berechnet als: Werbe-Umsatz ÷ Werbekosten × 100 (in Prozent) oder als einfaches Verhältnis (z.B. 4:1).

Rubrik: Online-Marketing & Content · Unterrubrik: Performance Marketing · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Return on Ad Spend, Werberendite, Werbeumsatzrendite, Ads-ROAS


Was ist ROAS?

ROAS ist eine der wichtigsten KPIs im Performance Marketing und misst die Rentabilität von Werbekampagnen auf Umsatzbasis. Ein ROAS von 4 bedeutet: Für jeden investierten Euro Werbebudget werden 4 Euro Umsatz generiert. Dabei misst ROAS ausschließlich den direkten Werbeumsatz im Verhältnis zu den Werbeausgaben – im Gegensatz zum ROI (Return on Investment), der alle Kosten einbezieht.


Erklärung

Die ROAS-Formel:

``` ROAS = Werbe-Umsatz / Werbekosten

Beispiel: 10.000 € Umsatz / 2.500 € Werbekosten = ROAS 4 (oder 400 %) ```

ROAS als Verhältnis vs. Prozent:

  • Als Verhältnis: ROAS 4 = „4x" = „4:1"
  • Als Prozent: 400 %
  • Beide Schreibweisen sind in der Praxis gebräuchlich

Was zählt zu Werbekosten? Typischerweise: Media-Spend (tatsächliche Anzeigenkosten auf Plattformen). Agenturhonorare und Tool-Kosten werden manchmal eingerechnet, manchmal nicht – wichtig ist Konsistenz bei der Definition.

Welcher ROAS ist gut? – Benchmarks (2024):

Die Antwort hängt stark von Branche, Marge und Kanal ab:

KanalTypischer ROAS-Benchmark
Google Shopping4–8×
Google Search3–6×
Meta Ads (E-Commerce)3–5×
Display / Programmatic2–4×
TikTok Ads2–4×
Amazon Ads3–7×

Break-even-ROAS und Ziel-ROAS: Entscheidender als absolute Benchmarks ist der Break-even-ROAS, der sich aus der Produktmarge ergibt:

``` Break-even-ROAS = 1 / Nettomarge

Beispiel: Nettomarge 25 % → Break-even-ROAS = 1 / 0,25 = 4 ``` Liegt der ROAS unter dem Break-even, sind Kampagnen nicht profitabel. Ziel-ROAS sollte deutlich darüber liegen (z.B. Break-even 4, Ziel 6–8).

ROAS vs. ROI:

  • ROAS berücksichtigt nur Werbekosten vs. Werbeumsatz → schnelle Kampagnen-KPI
  • ROI berücksichtigt alle Kosten (Produkt, Personal, Versand, Retouren) → betriebswirtschaftliche Gesamtbetrachtung
  • Ein ROAS von 5 kann trotzdem negative ROI bedeuten, wenn Produktkosten, Versand und Retouren hoch sind

Achtung – ROAS und Attribution: ROAS-Werte sind stark abhängig vom verwendeten Attributionsmodell. Last-Click-Attribution überschätzt den Beitrag des letzten Touchpoints und damit den ROAS unterer Funnel-Kampagnen. Datengetriebene Attribution (Google, Meta) liefert realistischere ROAS-Werte über alle Kampagnentypen.

Target ROAS als Gebotsstrategie: Alle großen Plattformen (Google, Meta) bieten „Target ROAS" als automatische Gebotsstrategie an: Der Algorithmus optimiert Gebote so, dass der angestrebte ROAS erreicht wird. Diese Strategie erfordert:

  • Mindestens 15–50 Conversions pro Monat für ausreichende Datenbasis
  • Korrekt konfigurierte Conversion-Werte (dynamische Werte für unterschiedliche Produkte)

Beispiele

  1. E-Commerce mit Google Shopping: Ein Schreibwarenshop investiert 3.000 €/Monat in Google Shopping Ads und erzielt 15.000 € Umsatz aus diesen Kampagnen. ROAS = 15.000 / 3.000 = 5,0. Bei 40 % Rohertragsmarge entspricht der Break-even-ROAS 2,5 – Kampagne ist profitabel.
  2. Meta Ads Fashion-Shop: Eine Modemarke schaltet Conversion-Kampagnen mit 5.000 €/Monat und erreicht 18.000 € attribuierten Umsatz. ROAS = 3,6. Bei 35 % Marge und hoher Retourenquote (25 %) sinkt der effektive Nettoumsatz – das Management überlegt, ob Target ROAS auf 5+ erhöht werden soll.
  3. B2B Lead Generation: Im B2B-Kontext wird ROAS seltener verwendet, da der Umsatz durch lange Sales Cycles nicht direkt zuordenbar ist. Stattdessen wird Cost per Lead (CPL) und Pipeline-Value als Näherung genutzt. Ein Software-Unternehmen rechnet: Lead-Kosten 50 €, Abschlussquote 10 %, Auftragswert 2.000 € → impliziter ROAS: 4.
  4. Typischer Fehler – ROAS ohne Margenbetrachtung: Ein Start-up freut sich über einen ROAS von 6, übersieht aber, dass die Produktmarge nur 15 % beträgt (Break-even-ROAS = 6,7). Die Kampagne ist tatsächlich unprofitabel. Lösung: Immer Break-even-ROAS vor Kampagnenstart berechnen.
  5. Best Practice – Segmentierter ROAS nach Produktkategorie: Ein Online-Elektronikhändler analysiert ROAS getrennt nach Produktkategorien und stellt fest: Smartphones haben ROAS 8, Zubehör ROAS 12, Großgeräte ROAS 2. Budget wird entsprechend umgeschichtet.

In der Praxis

ROAS-Ziel festlegen – Schritt für Schritt:

  1. Nettomarge bestimmen (nach Warenkosten, Versand, Retouren)
  2. Break-even-ROAS berechnen: 1 / Nettomarge
  3. Profitabilitätsziel definieren: Break-even × Faktor 1,5–2,0 als Ziel-ROAS
  4. In Plattform als Target ROAS einstellen (nur wenn genug Conversion-Daten vorhanden)
  5. ROAS wöchentlich tracken – Schwankungen sind normal, monatliche Betrachtung stabiler
  6. Segmentieren: ROAS nach Kanal, Kampagne, Produkt, Gerätetyp analysieren

Tools für ROAS-Tracking: Google Analytics 4, Google Ads Reports, Meta Ads Manager, Looker Studio (Datenvisualisierung), Northbeam, Triple Whale (Multi-Touch Attribution Tools).


Vergleich & Abgrenzung

ROAS vs. ROI: ROAS ist eine reine Werbemetrik ohne Produktkosten; ROI ist die umfassendere Wirtschaftlichkeitskennzahl. Für taktische Kampagnen-Optimierung ist ROAS ideal, für strategische Budgetentscheidungen sollte immer auch ROI berücksichtigt werden. ROAS vs. CPA: CPA (Cost per Acquisition) misst Kosten pro Abschluss unabhängig vom Umsatz – nützlich, wenn alle Conversions denselben Wert haben. ROAS ist besser, wenn Conversion-Werte variieren (verschiedene Produkte, unterschiedliche Bestellwerte).


Häufige Fragen (FAQ)

Ist ein höherer ROAS immer besser? Nicht unbedingt. Ein sehr hoher ROAS kann auf zu konservatives Targeting oder Budgetbeschränkungen hinweisen – d.h. es werden nur die einfachsten Conversions gewonnen, Wachstumspotenzial bleibt ungenutzt. Manchmal lohnt es sich, ROAS-Ziele zu senken, um mehr Volumen zu gewinnen – vorausgesetzt, Kampagnen bleiben über dem Break-even.

Warum unterscheiden sich ROAS-Zahlen in verschiedenen Tools? Attribution ist der Hauptgrund: Google Ads misst ROAS nach eigenen Modellen (oft last-click oder datengetrieben), Meta Ads nach eigenen (7-Day-Click, 1-Day-View), Google Analytics 4 nach wiederum eigenen Modellen. Kanalübergreifende Vergleiche erfordern ein konsistentes Attributionsmodell in einem zentralen Reporting-Tool.


Verwandte Einträge


Weiterführend

  • Google Ads Help – Return on Ad Spend (ROAS):
  • Meta Ads Manager – Werbeergebnisse messen:
  • Lammenett, E. (2021): Praxiswissen Online Marketing. Springer Gabler.
  • Conversion-Optimierung.de:
  • t3n:
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