Linkbuilding bezeichnet alle Maßnahmen, die darauf abzielen, externe Webseiten dazu zu bringen, auf die eigene Website zu verlinken (Backlinks) – mit dem Ziel, die Autorität und Sichtbarkeit in Suchmaschinen zu erhöhen.
Rubrik: Online-Marketing & Content · Unterrubrik: SEO · Niveau: Einsteiger
Was ist Linkbuilding?
Backlinks – also Verlinkungen von anderen Websites auf die eigene – sind eines der ältesten und nach wie vor wirkungsvollsten Ranking-Signale bei Google. Das ursprüngliche Prinzip des PageRank-Algorithmus (Page / Brin, 1998) basierte darauf: Eine Seite ist wichtig, wenn andere wichtige Seiten auf sie verlinken.
Heute ist das Thema differenzierter. Nicht jeder Link zählt gleich viel. Qualität schlägt Quantität: Ein einziger Link von einer renommierten Fachzeitschrift kann wertvoller sein als hundert Links von dubiosen Verzeichnissen. Und manipulative Linkkauf-Praktiken können zu Abstrafungen (Manual Actions) führen.
Für Fotografen, Mediendesigner und Content Creator bietet Linkbuilding jedoch besondere Chancen: Kreative Arbeit hat natürliches Potenzial für Verlinkungen, weil andere sie teilen, zitieren und empfehlen wollen.
Erklärung
Warum Backlinks wichtig sind
Im Zusammenspiel der SEO-Faktoren stehen Backlinks für Off-Page-Autorität (siehe Off-Page-SEO). Sie signalisieren Google: "Diese Seite wird von anderen als relevant eingestuft." Ohne Backlinks ist es extrem schwer, für wettbewerbsstarke Keywords zu ranken – selbst bei perfekt optimiertem On-Page-SEO.
Metriken zur Bewertung von Backlinks:
- Domain Rating (DR) / Domain Authority (DA): Gesamtautorität der verlinkenden Website (proprietäre Metriken von Ahrefs bzw. Moz, keine Google-Daten)
- Relevanz: Kommt der Link von einer thematisch verwandten Seite?
- Ankertext: Welcher Text ist klickbar verlinkt?
- Dofollow vs. Nofollow: Dofollow-Links geben "Link Equity" weiter; Nofollow-Links tun dies nicht (offiziell), können aber dennoch Traffic und Sichtbarkeit bringen
- Platzierung: Ein Link im Redaktionsteil einer Seite ist wertvoller als einer im Footer oder in einer Sidebar
Natürliche vs. manipulative Links
Natürliche Links (Link Earning): Entstehen, weil Inhalte, Produkte oder Dienstleistungen so wertvoll sind, dass andere von selbst verlinken. Das ist die nachhaltigste Form des Linkbuildings und von Google ausdrücklich erwünscht.
Aktives Linkbuilding: Proaktive Maßnahmen, um Links zu gewinnen – durch Gastbeiträge, PR, Broken-Link-Building etc. Zulässig, solange keine Bezahlung für Links im Austausch gegen redaktionelle Inhalte stattfindet.
Manipulative Links (Black Hat): Linkkauf, Private Blog Networks (PBNs), Link-Spam. Verstößt gegen Google-Richtlinien und kann zu Abstrafungen führen.
Linkbuilding-Strategien für Kreative
1. Linkable Assets erstellen Inhalte entwickeln, die von Natur aus verlinkt werden wollen:
- Umfassende Ratgeber und Tutorials ("Der komplette Guide zur Studio-Beleuchtung")
- Kostenlose Ressourcen: Vorlagen, Presets, Checklisten
- Originäre Studien, Umfragen oder Statistiken
- Infografiken mit Quellenangabe und Einbettungscode
2. Gastbeiträge (Guest Posting) Artikel für andere Websites/Blogs aus der Branche schreiben und dabei einen Link zur eigenen Seite einbinden. Qualität ist entscheidend: Gastbeiträge sollten echten Mehrwert bieten, nicht nur als Link-Container dienen. Relevante Plattformen: Fachmagazine, Agenturen-Blogs, Bildungsportale.
3. HARO / Expertenzitate (Help a Reporter Out) Journalisten und Blogger suchen regelmäßig Experten für Zitate in ihren Artikeln. Über Plattformen wie HARO (Cision), Help a B2B Writer oder direkte Anfragen können Kreative als Experten zitiert werden – mit Link zur eigenen Website.
4. Broken-Link-Building Defekte Links auf anderen Websites finden (z. B. mit dem Tool Ahrefs oder Check My Links) und dem Website-Betreiber eine Ersatz-Ressource (die eigene) vorschlagen. Erhöhte Erfolgsquote, weil man ein Problem löst.
5. Unverlinkte Markennennungen Andere Websites, die den eigenen Namen oder das eigene Werk erwähnen, ohne zu verlinken, können gebeten werden, einen Link hinzuzufügen. SEO-Tools im Vergleich: Ahrefs, SEMrush, Sistrix & Google Tools wie Ahrefs oder Mention helfen, solche Erwähnungen zu finden.
6. Lokale Verzeichnisse und Branchenportale Einträge in relevanten Verzeichnissen (DPAG, Fotopraktiker.de, Creative Commons-Portale, lokale Unternehmensverzeichnisse). Diese Links sind oft "Nofollow", aber für Local SEO und Markenbekanntheit dennoch wertvoll.
7. Kooperationen und Partnerschaften Andere Kreative, Agenturen, Hersteller und Bildungseinrichtungen verlinken auf Kooperationspartner. Gemeinsame Projekte, Testimonials, "Featured in"-Erwähnungen bieten natürliche Verlinkungsanlässe.
8. PR und Medienarbeit Auszeichnungen, Preise, spannende Projekte oder Studien werden von Medien aufgegriffen. Ein Pressebereich auf der eigenen Website mit hochauflösenden Pressefotos und Kontaktinformationen erleichtert Journalisten die Arbeit und erhöht die Chance auf Verlinkungen.
9. Bildverlinkungen Eigene Fotos, die unter Creative-Commons-Lizenz (mit Attributionspflicht) oder über Stock-Plattformen verbreitet werden, können bei korrekter Nutzung Backlinks generieren. Reverse Image Search via Google oder TinEye hilft, unlizenzierten Nutzungen nachzuspüren – und dabei können korrekte Verlinkungen eingefordert werden.
10. Social Proof durch Auszeichnungen und Zertifizierungen Auszeichnungen von Branchenverbänden, Aufnahme in "Best of"-Listen, zertifizierte Partnerschaften (z. B. Google Partner, Adobe Education) gehen oft mit einem Backlink einher.
Disavow: Schlechte Links entwerten
Wenn eine Website über manipulative oder spammy Backlinks verfügt (z. B. von einer Vorgänger-Agentur), kann das Disavow-Tool der Google Search Console: Einrichten & effektiv nutzen genutzt werden, um Google mitzuteilen, dass diese Links ignoriert werden sollen. Dies ist eine Expertenmassnahme, die nur bei echten Problemen eingesetzt werden sollte.
Beispiele
Beispiel 1: Fotografin baut Backlinks durch Tutorial-Content Eine Porträtfotografin schreibt einen umfassenden Artikel über Blitzlicht-Setups. Der Artikel wird von Kamera-Foren, Fotografiemagazinen und anderen Blogs verlinkt. Innerhalb von 6 Monaten: 35 neue Backlinks von relevanten Quellen.
Beispiel 2: Mediendesigner gewinnt Links durch Gastbeiträge Ein Brand Designer schreibt Gastbeiträge für Marketing-Blogs zum Thema "Typografie in der Markenkommunikation". Jeder Beitrag enthält einen natürlichen Link zur eigenen Porfolio-Website.
In der Praxis
Linkbuilding-Prozess:
- Audit bestehender Backlinks (Ahrefs Webmaster Tools oder SEO-Tools im Vergleich: Ahrefs, SEMrush, Sistrix & Google Tools)
- Konkurrenz analysieren: Woher kommen deren Links?
- Linkable Assets identifizieren oder erstellen
- Outreach-Liste aufbauen und personalisierte Anfragen formulieren
- Fortschritt tracken: Neue Links im Backlink-Bericht der GSC verfolgen
Zeitaufwand realistisch einschätzen: Linkbuilding ist langfristig – Ergebnisse zeigen sich oft erst nach 3–6 Monaten. Konsistenz ist wichtiger als punktuelle Aktionen.
Vergleich & Abgrenzung
| Methode | Aufwand | Nachhaltigkeit | Risiko |
|---|---|---|---|
| Link Earning (Content) | Hoch (Produktion) | Sehr hoch | Kein |
| Gastbeiträge | Mittel | Hoch | Gering |
| Linkkauf | Gering | Gering | Hoch (Penalty) |
| Verzeichnis-Links | Gering | Mittel | Kein |
| HARO/Expertenzitate | Mittel | Hoch | Kein |
Häufige Fragen (FAQ)
Wie viele Backlinks braucht eine Website? Es gibt keine Mindestzahl. Entscheidend ist die Qualität und Relevanz der Links relativ zur Konkurrenz. Für lokale oder nischige Themen reichen oft wenige, gut platzierte Links für gute Rankings.
Sind Nofollow-Links wertlos? Für die direkte Linkweitergabe (Link Equity) ja. Für Traffic, Markenbekanntheit und Indexierung nein. Google hat 2019 zudem das Nofollow-Attribut zu einem "Hinweis" umgedeutet, der in manchen Fällen doch berücksichtigt werden kann.
Darf ich Links kaufen? Googles Richtlinien verbieten den Kauf von Links, die ohne "Sponsored" oder "Nofollow"-Attribut platziert werden. Bezahlte Links müssen entsprechend gekennzeichnet sein. Verstöße können zu manuellen Abstrafungen führen.
Wie lange dauert es, bis neue Backlinks wirken? Im Schnitt 2–6 Monate, bis ein neuer Link sich im Ranking niederschlägt – abhängig vom Crawling-Rhythmus des verlinkenden Domains und dem nächsten Google-Update.
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Weiterführend
- Dean, Brian: Link Building – The Definitive Guide (Backlinko, 2024)
- Page, Larry / Brin, Sergey: The Anatomy of a Large-Scale Hypertextual Web Search Engine (Stanford, 1998)
- Moz: Link Building Guide (Moz, 2023)
- Google: Link schemes – Google Search Central (Google, 2024)
