Steven Allan Spielberg ( 18. Dezember 1946, Cincinnati, Ohio; lebt in Los Angeles) ist ein US-amerikanischer Filmregisseur, Produzent und Drehbuchautor, der als meistkommerziell erfolgreicher Filmemacher aller Zeiten gilt und mit Jaws, E.T., Schindlers Liste und Saving Private Ryan* sowohl das Unterhaltungskino neu definierte als auch bedeutende künstlerische und humanistische Werke schuf.
Rubrik: Einflussreiche Persönlichkeiten · Unterrubrik: Regisseure · Niveau: Einsteiger Auch bekannt als: „Stevie", „der König des Blockbusters", „Hollywoods Dauerläufer"
Biografie
Steven Spielberg wurde 1946 in Cincinnati in eine jüdisch-amerikanische Familie geboren und wuchs in verschiedenen Städten auf – Arizona, New Jersey, schließlich Saratoga, Kalifornien. Als Kind filmte er mit einer Super-8-Kamera selbst inszenierte Kurzfilme und Kriegsszenen; mit 13 Jahren drehte er seinen ersten 40-minütigen Film. Trotz Ablehnung durch die University of Southern California (USC) Film School hospitierte er im Alter von 17 Jahren bei Universal Studios und erhielt schließlich einen Vertrag als jüngster TV-Regisseur in der Geschichte des Studios.
Sein erster großer Erfolg im Fernsehen war der Telefilm Duel (1971), in dem ein Autofahrer von einem Lastwagen gejagt wird – ein Film, der durch seine Spannung und visuelle Präzision Aufmerksamkeit erregte und später ins Kino kam. Mit Jaws (1975) – einem Kinofilm über einen menschenfressenden Weißen Hai, der eine Küstenstadt terrorisiert – erfand Spielberg den modernen Blockbuster: Ein Sommerfilm mit enormem Marketingaufwand, landesweitem Simultanstart und riesigen Kasseneinnahmen. Jaws war der erste Film, der 100 Millionen Dollar einspielte.
Es folgten Close Encounters of the Third Kind (1977), Raiders of the Lost Ark (1981) und E.T. der Außerirdische (1982) – allesamt Kassenschlager von globalem Ausmaß. In den 1990er Jahren wandte sich Spielberg ernsthafteren Themen zu: Schindlers Liste (1993), eine dreistündige Schwarz-Weiß-Chronik des Holocaust, gewann sieben Oscars, darunter Bester Film und Beste Regie. Saving Private Ryan (1998) revolutionierte die Darstellung von Kriegsgewalt im Kino.
Seit 2000 wechselt Spielberg regelmäßig zwischen kommerziellen Projekten (Minority Report, Indiana Jones 4) und ambitionierten Werken (Lincoln, Bridge of Spies, The Fabelmans).
Filmstil & Ästhetik
Spielbergs filmische Stärke liegt in seiner intuitiven Meisterschaft der Kinosprache: Kamerabewegungen, die den Zuschauer emotional einbeziehen, Montage, die Spannung präzise aufbaut, und die Fähigkeit, Staunen (sense of wonder) zu erzeugen. Er ist ein Meister der Point-of-View-Einstellung: Oft sehen wir zunächst die Reaktion eines Charakters, bevor wir sehen, was diesen Charakter bewegt – eine Technik, die emotionale Identifikation erzeugt.
Thematisch ist Spielberg ein Humanist: Seine Filme glauben an die Güte des Menschen und an die Möglichkeit von Erlösung, Wiederkehr und Heilung – auch in den dunkelsten Werken. Kindheit, Familie und Vaterfiguren sind zentrale Motive; sein Spätwerk The Fabelmans (2022) zeigt autobiografisch, wie das Kino ihm das Werkzeug gab, die Wirklichkeit zu begreifen.
Wichtige Filme (Auswahl)
- Jaws (Der Weiße Hai, 1975): Pionier des modernen Blockbusters; Hai-Thriller mit John Williams' legendärem Thema.
- Close Encounters of the Third Kind (Unheimliche Begegnung der dritten Art, 1977): Erstkontakt mit Außerirdischen als spirituelles Erlebnis.
- Raiders of the Lost Ark (Jäger des verlorenen Schatzes, 1981): Beginn der Indiana-Jones-Reihe; Abenteuerfilm als Genreklassiker.
- E.T. der Außerirdische (1982): Freundschaft eines Jungen mit einem Außerirdischen; meistgespielter Film seiner Zeit.
- The Color Purple (Die Farbe Lila, 1985): Dramatisches Werk über afroamerikanisches Frauenleben.
- Schindlers Liste (Schindler's List, 1993): Holocaust-Chronik; sieben Oscars; einer der bedeutendsten Filme über den Zweiten Weltkrieg.
- Saving Private Ryan (Der Soldat James Ryan, 1998): Realistische Darstellung der Normandie-Landung; revolutionäre Kriegsdarstellung.
- A.I. – Artificial Intelligence (2001): Von Kubrick entwickeltes Projekt; Science-Fiction über einen fühlenden Roboter.
- Lincoln (2012): Historisches Biopic über Lincolns Kampf für die Abschaffung der Sklaverei.
- The Fabelmans (2022): Autobiografisches Coming-of-Age-Drama; Golden Globe für Besten Film.
Einfluss & Bedeutung
Steven Spielberg hat das kommerzielle Kino des 20. und 21. Jahrhunderts fundamental geformt. Er erfand den modernen Blockbuster und beeinflusste damit nicht nur Hollywood, sondern das Weltkino: Das Konzept des weit vertriebenen Sommerfilms mit enormem Marketingaufwand wurde global zum Standard.
Als Produzent hat Spielberg durch DreamWorks und Amblin Entertainment Dutzende bedeutende Filme ermöglicht. Er förderte Regisseure wie Robert Zemeckis und Joe Dante und produzierte Klassiker wie die Back to the Future-Reihe. Gleichzeitig zeigt sein ernsteres Werk – Schindlers Liste, Amistad, Lincoln – dass er sich nie mit dem Blockbuster-Label zufriedengab.
Auszeichnungen (Auswahl)
- Zwei Oscars für Beste Regie: Schindlers Liste (1994) und Saving Private Ryan (1999)
- Irving G. Thalberg Memorial Award (1987)
- AFI Life Achievement Award (1995)
- Presidential Medal of Freedom (2015)
- Zahlreiche Golden Globes und BAFTA-Preise
Häufige Fragen (FAQ)
Was unterscheidet Spielbergs ernste Werke von seinen Unterhaltungsfilmen? Spielbergs Spannweite ist außergewöhnlich: Er kann zwischen einem Abenteuerfilm (Indiana Jones) und einem historischen Epos (Lincoln) wechseln, ohne in Qualität oder Integrität nachzulassen. Der Schlüssel liegt in seinem konsequenten Humanismus: Auch seine Unterhaltungsfilme sind von echter emotionaler Beteiligung an menschlichen Schicksalen geprägt. Seine ernsten Werke sind zugänglicher als die der meisten Autorenfilm-Regisseure, weil er nie die Verpflichtung gegenüber seinem Publikum vergisst.
*Warum gilt Jaws als Erfinder des modernen Blockbusters? Vor Jaws (1975) wurden Kassenschlager oft im Laufe des Jahres nach und nach in immer mehr Kinos gebracht. Jaws* war der erste Film, der mit einer massiven landesweiten Werbekampagne und einem Simultanstart in hunderten von Kinos anlief. Diese Strategie, kombiniert mit einem Film, der das Publikum wortwörtlich aus den Sitzen riss, definierte den Sommer-Blockbuster als Geschäftsmodell – und veränderte Hollywood dauerhaft.
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Weiterführend
- Joseph McBride: Steven Spielberg. A Biography, Simon & Schuster, 1997
- Amblin Entertainment & DreamWorks: amblin.com
