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Die Wahl des Hochschultyps (Kunstakademie, Fachhochschule / HAW, Universität) prägt Studienkultur, Abschluss und Berufseinstieg erheblich – besonders im Medien- und Designbereich, wo alle drei Typen relevante Studiengänge anbieten.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Ausbildungswege · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Hochschultypen, Hochschulformen, HS, FH, HAW, Kunsthochschule, Akademie der Bildenden Künste


Was sind die verschiedenen Hochschultypen?

Im deutschen Bildungssystem existieren unterschiedliche Hochschultypen, die sich in ihrer Ausrichtung, ihren Zulassungsverfahren und ihrer Lehrkultur unterscheiden. Für Medienschaffende und Designstudierende ist die Wahl besonders relevant, weil alle drei Typen in diesen Fächern stark vertreten sind.


Erklärung: Die drei Haupttypen

1. Universität / Technische Universität

Universitäten sind forschungsorientierte Hochschulen mit dem Recht, Promotionen und Habilitationen zu verleihen. Im Medienbereich bieten sie vor allem geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer an.

Medienrelevante Fächer an Universitäten:

Merkmale:

  • Langer Theorieanteil
  • Eigenständiges Forschen als Bildungsziel
  • NC oft vorhanden (populäre Fächer)
  • Promotionsrecht
  • Große Hochschulen (10.000–50.000 Studierende)
  • Weniger direkter Praxisbezug

2. Fachhochschule / Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW)

FHs und HAWs sind praxisorientierte Hochschulen, die für den direkten Berufseinstieg ausbilden. Im Medien- und Designbereich sind sie zentral für Grafikdesign, Kommunikationsdesign, Medienproduktion und Medieninformatik.

Merkmale:

  • Stärkerer Praxisbezug (Praxissemester oft Pflicht)
  • Kleinere Hochschulen und Kurse
  • Abschlüsse: B.A. / B.Sc. / B.Eng. und M.A. / M.Sc.
  • NC variiert (teils kein NC, teils Eignungstest)
  • Kooperationen mit Unternehmen
  • Kein volles Promotionsrecht (kooperative Promotionen möglich)

Bekannte HAWs / FHs im Medienbereich:

  • HAW Hamburg (Kommunikationsdesign, Design)
  • HS München (Kommunikationsdesign, Fotodesign)
  • FH Potsdam (Interface Design)
  • TH Köln (Medientechnik, Game Development)
  • HS Mainz (Kommunikationsdesign)
  • HS Darmstadt (UX-Design, Spiel- und Interaktionsdesign)

3. Kunsthochschule / Kunstakademie

Kunsthochschulen sind spezialisierte Hochschulen für Kunst, Design und darstellende Künste. Sie sind besonders exklusiv (wenige Plätze) und legen höchsten Wert auf künstlerische Originalität und individuelle Handschrift.

Merkmale:

  • Extrem selektives Aufnahmeverfahren (Mappe + Gespräch, teils Wettbewerb)
  • Sehr kleine Jahrgänge (5–20 Studierende pro Fach)
  • Intensives Meisterschüler/Klassen-System
  • Abschlüsse: Diplom (teils noch), B.F.A. / M.F.A. (international), Meisterschüler
  • Maximale Freiheit und Eigenverantwortung
  • Starke internationale Netzwerke

Bedeutende Kunsthochschulen in Deutschland:

  • Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (ABK)
  • UdK Berlin (Universität der Künste)
  • Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG)
  • HFBK Hamburg
  • Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  • Kunsthochschule Kassel
  • Akademie der Bildenden Künste München
  • Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG Karlsruhe)

Vergleich: Alle drei Typen auf einen Blick

MerkmalUniversitätFH / HAWKunsthochschule
SchwerpunktForschung, TheoriePraxis, BerufsvorbereitungKunstpraxis, Originalität
Platzzahl (Design/Medien)GroßMittelSehr klein
ZulassungNC oder EignungstestNC oder EignungstestStrenge Mappenprüfung
StudiengebührenNur SemesterbeitragNur SemesterbeitragNur Semesterbeitrag
PromotionsrechtJaEingeschränktEingeschränkt
Akademische FreiheitSehr hochMittelSehr hoch (künstlerisch)
PraxisbezugGeringHochHoch (künstlerisch-praktisch)
Berufseinstieg GestaltungMittelGutSehr gut (wenn Netzwerk vorhanden)

Private Hochschulen

Neben staatlichen Hochschulen gibt es ein wachsendes Angebot privater Hochschulen im Medienbereich:

Bekannte private Anbieter:

  • Macromedia Hochschule (München, Hamburg, Berlin, Köln) – Design, Film, Medien
  • IU Internationale Hochschule – Mediendesign, Kommunikation (online/hybrid)
  • HMKW Berlin – Kommunikationsdesign, PR, Journalismus
  • AMD Akademie Mode & Design – Modedesign, Kommunikationsdesign
  • SAE Institute – Audio, Film, Games (international)

Merkmale privater Hochschulen:

  • Studiengebühren: 400–1.500 €/Monat
  • Niedrigere Zulassungshürden als staatliche Kunsthochschulen
  • Oft internationale Abschlüsse (BA/BSc nach britischem Standard)
  • Flexible Studienmodelle (Vollzeit, Teilzeit, Online)
  • Stärker industrie-orientiert, weniger künstlerisch-akademisch

In der Praxis: Welcher Typ passt zu mir?

ZielEmpfohlener Typ
Freie Kunst, Galerie, LehrstuhlKunsthochschule
Agentur, Design-Beruf, DirekteinstiegFH / HAW
Forschung, Wissenschaft, PromotionUniversität
Schnell berufsfähig, flexibelPrivate Hochschule
Kombination Praxis + AbschlussDuales Studium in der Medienbranche

Häufige Fragen (FAQ)

Ist ein Abschluss von einer FH weniger wert als einer Universität? Nein. Im Arbeitsmarkt werden FH-Abschlüsse gleichwertig anerkannt. Bei Promotionen und Professuren kann der Hochschultyp eine Rolle spielen, ist aber nicht entscheidend.

Kann man von einer FH an eine Universität wechseln? Ja. Ein Bachelor von einer FH berechtigt zur Bewerbung für Master-Programme an Universitäten. Einige Universitäten verlangen Zusatzleistungen.

Gibt es an Kunsthochschulen auch Bachelorstudiengänge? Zunehmend ja. Viele Kunsthochschulen stellen auf BA/MA-System um, behalten aber Diplom-Programme für bestimmte Spezialisierungen bei.

Sind private Hochschulen staatlich anerkannt? Die meisten privaten Hochschulen in Deutschland sind staatlich anerkannt. Vor der Bewerbung sollte man die Akkreditierung prüfen (FIBAA, AQAS, ZEvA).


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Weiterführend

  • Hochschulkompass der HRK: Suche und Vergleich aller deutschen Hochschulen hochschulkompass.de
  • CHE Hochschulranking: Studiengangsvergleiche mit Praxis- und Zufriedenheitsbewertungen
  • DAAD: Informationen für Studierende, auch zu internationalen Vergleichen daad.de
  • Stiftung Warentest Studienwahl: Orientierungstests und Hochschulvergleich
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