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Journalismus als Berufsfeld umfasst die Recherche, Aufbereitung und Verbreitung von Informationen für ein öffentliches Publikum – und kann über verschiedene Ausbildungswege erschlossen werden, von denen keiner formal zwingend vorgeschrieben ist.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Ausbildungswege · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Redakteur/in, Reporter/in, Journalist/in, Korrespondent/in, Content Creator (digital)


Was ist die Journalismusausbildung?

Journalismus ist kein gesetzlich regulierter Beruf in Deutschland, Österreich oder der Schweiz – das bedeutet, es gibt keine einheitlich vorgeschriebene Ausbildung. In der Praxis haben sich jedoch drei Hauptwege etabliert: das Volontariat, der Besuch einer Journalistenschule und das Journalismus-Studium. Viele erfolgreiche Journalisten kombinieren mehrere Wege oder steigen über ein Fachstudium ein.


Erklärung: Die drei klassischen Wege

1. Das Volontariat

Das Volontariat ist der klassische und in der Praxis meistgenutzte Ausbildungsweg im Journalismus. Es ist eine on-the-job-Ausbildung, bei der Volontäre in einer Redaktion alle Bereiche des journalistischen Arbeitens durchlaufen.

Eckdaten:

  • Dauer: 18–24 Monate (je nach Verlag/Sender)
  • Vergütung: 1.200–2.200 € brutto/Monat
  • Abschluss: Intern anerkannt (kein staatlicher Abschluss)
  • Anbieter: Tageszeitungen, Zeitschriften, TV-Sender, Online-Redaktionen, Nachrichtenagenturen

Inhalte:

  • Nachrichtenrecherche und Schreiben
  • Textgattungen: Meldung, Bericht, Reportage, Kommentar, Interview
  • Redigieren und Schlussredaktion
  • Fotografieren, Videoschnitt (je nach Medium)
  • SEO und Social-Media-Redaktion (zunehmend Standard)
  • Medienrecht, Datenschutz, Quellenprüfung

Zugang: Meist Studienabschluss (Publizistik, Medienwissenschaft, Fachstudium) oder nachgewiesene journalistische Praxis (Hospitanzen, Freie Mitarbeit). Bewerbung mit Leseproben (Eigenartikel).

2. Journalistenschule

Journalistenschulen bieten intensive Kompaktausbildungen an, die theoretisches Handwerk und praktische Übungen verbinden.

Wichtige Journalistenschulen im DACH-Raum:

SchuleOrtDauerModell
Deutschen Journalistenschule (DJS)München18 MonateDuales Modell: Schule + Redaktion
Axel Springer AkademieBerlin18 MonateVolontariat mit Ausbildungsstruktur
Kölner JournalistenschuleKöln2 JahreKombination Studium + Journalistik
Hamburg Media SchoolHamburgDiverseWeiterbildung und Vollzeitprogramme
Henri-Nannen-SchuleHamburg12 MonatePrintjournalismus (Gruner+Jahr-Netzwerk)
Institut für Journalistik WienWien1–2 JahreDiverse Programme
MAZ MedienausbildungszentrumLuzern (CH)VariabelAus- und Weiterbildung

Zulassung: Die DJS gilt als begehrteste Journalistenschule Deutschlands; Aufnahmeverfahren mit schriftlichem Test, Probearbeiten und Gespräch. Annahmerates deutlich unter 5 %.

3. Journalismus-Studium

Journalismus kann als eigenständiger Studiengang oder Schwerpunkt in Kommunikations- und Medienwissenschaft studiert werden.

Ausgewählte Studiengänge:

HochschuleStudiengangOrtAbschluss
Universität LeipzigJournalistikLeipzigB.A. / M.A.
Universität DortmundJournalistikDortmundB.A. / M.A.
Freie Universität BerlinPublizistikBerlinB.A. / M.A.
Hochschule MainzMedien (Journalismus)MainzB.A.
Hamburg Media SchoolFernsehjournalismusHamburgM.A.
FHWienJournalismus und MedienmanagementWienB.A. / M.A.
MAZ / Uni ZürichMAS JournalismusZürichMAS (CH)

Studieninhalte:

  • Journalistisches Schreiben, Recherchieren, Redigieren
  • Multimedia-Journalismus (Text, Audio, Video)
  • Datenjournalismus und Faktenchecken
  • Kommunikations- und Politikwissenschaft
  • Medienethik und Medienrecht
  • Praktika (obligatorisch)

In der Praxis: Berufsfelder

Anstellungsformen

  • Redakteur/in in Festanstellung: Zeitung, Online-Plattform, TV/Radio, Agentur
  • Freier Journalist/in: Auftragsarbeit für verschiedene Auftraggeber
  • Korrespondent/in: Regional- oder Auslandsberichterstattung
  • Datenjournalist/in: Analyse und Visualisierung großer Datensätze

Gehalt

PositionBrutto/Monat
Volontär/in1.200–2.200 €
Redakteur/in (Einstieg)2.500–3.200 €
Redakteur/in (erfahren)3.000–4.500 €
Chefredakteur/in (klein)4.000–7.000 €
Freie (Ø)Stark variabel, 1.500–5.000 €

Wichtige Tarifverträge: DJV (Deutscher Journalisten-Verband) und ver.di verhandeln Gehaltstarifverträge für Redakteure bei Zeitungen, Online-Medien und öffentlich-rechtlichem Rundfunk.


Vergleich & Abgrenzung

WegDauerStärkeSchwäche
Volontariat18–24 MonatePraxis, NetzwerkKein formaler Abschluss
Journalistenschule12–24 MonateStrukturierte AusbildungSelektiv, teuer
Studium3–4 JahreTheorie, AbschlussWeniger Praxis
Kombination5–6 JahreOptimalZeitaufwand

Häufige Fragen (FAQ)

Braucht man ein Studium für Journalismus? Formal nein. Praktisch bevorzugen viele Redaktionen Bewerber mit Hochschulabschluss. Eigene Texte, Hospitanzen und ein starkes Portfolio können aber einen Abschluss ersetzen.

Wie kommt man an ein Volontariat? Bewerbung mit Leseproben (eigenen Artikeln), Nachweis von Hospitanzen/Freier Mitarbeit und Empfehlungsschreiben. Für große Medien (Spiegel, Zeit, ARD) ist ein Studienhintergrund nahezu obligatorisch.

Lohnt sich Journalismus noch als Beruf? Trotz Medienkrise und Stellenabbau bei Printmedien gibt es weiterhin Stellen, besonders im digitalen und datenjournalistischen Bereich. Spezialisierung (Wissenschaftsjournalismus, Wirtschaft, Datenjournalismus) verbessert die Chancen erheblich.

Kann man Journalismus berufsbegleitend lernen? Ja. Weiterbildung und Zertifikate in der Medienbranche und Online-Kurse für Medienschaffende: Plattformen im Vergleich bieten journalistische Weiterbildungen; der DJV und die Journalistenschulen haben Weiterbildungsprogramme für Berufstätige.


Verwandte Einträge


Weiterführend

  • DJV – Deutscher Journalisten-Verband: Berufsverband, Informationen zu Ausbildung und Gehalt djv.de
  • ver.di Fachbereich Medien: Tarifverträge, Beratung
  • netzwerk recherche: Fortbildungen und Stärkung investigativen Journalismus
  • Reporterfabrik: Online-Weiterbildungsangebote für Journalisten
  • bpb.de (Bundeszentrale): Medienkompetenz und Medienethik
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