Mediengestalter/in Digital und Print ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, in dem Gestaltung und technische Produktion von Medien für digitale und gedruckte Ausgaben erlernt wird.
Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Karriere & Ausbildung · Niveau: Einsteiger
Was macht ein/eine Mediengestalter/in Digital und Print?
Mediengestalterinnen und Mediengestalter Digital und Print sind die gestalterischen Allrounder der Medienbranche. Sie konzipieren und produzieren Printmedien (Flyer, Kataloge, Verpackungen, Bücher), digitale Medien (Websites, Social-Media-Grafiken, Banner) und Bewegtbild-Inhalte. Sie arbeiten sowohl kreativ an der Gestaltung als auch technisch an der Medienproduktion – von der ersten Layoutidee bis zur druckreifen Datei oder fertigen Website.
Der Beruf ist einer der vielseitigsten in der Medienbranche und bildet eine ideale Grundlage für Spezialisierungen in den Bereichen UI/UX Design, Motion Design, Fotografie, Webentwicklung oder Printproduktion.
Tätigkeiten und Aufgaben
- Gestaltung: Layouts entwickeln für Print (Zeitschriften, Bücher, Werbemittel) und Digital (Websites, Apps, Social Media)
- Typografie und Bildbearbeitung: Schriften einsetzen, Bilder freistellen, retuschieren und für verschiedene Ausgabemedien optimieren
- Druckvorstufe: Druckdaten erstellen, Farbprofile anlegen, Reinzeichnung und Druckfreigabe
- Webdesign: Einfache Websites gestalten und umsetzen (HTML/CSS-Grundkenntnisse)
- Kundenkommunikation: Aufträge entgegennehmen, Korrekturen einarbeiten, Freigaben einholen
- Datei- und Projektmanagement: Versionierung, Archivierung, Ordnung in Dateistrukturen
Die IHK-Ausbildung im Detail
Eckdaten
- Offizieller Name: Mediengestalter/in Digital und Print
- Ausbildungsdauer: 3 Jahre (Verkürzung auf 2,5 Jahre möglich bei guten Leistungen oder vorherigem Abschluss)
- Ausbildungstyp: Dualer Ausbildungsberuf (Berufsschule + Betrieb)
- Zuständige Kammer: IHK (Industrie- und Handelskammer)
- Berufsfeld-Nummer BBiG: BIBB-Nummer 73212 (Druck/Medienberufe)
- Ausbildungsvergütung: 600–850 €/Monat (je nach Betrieb und Tarifvertrag, IG Medien/ver.di-Tarife)
Fachrichtungen (Wahlpflichtbereiche ab dem 2. Jahr)
Auszubildende wählen im zweiten Ausbildungsjahr eine von drei Fachrichtungen:
- Gestaltung und Technik – Fokus auf visuelle Gestaltung und Medienproduktion
- Beratung und Planung – Fokus auf Projektmanagement, Kundenkommunikation und Konzeption
- Konzeption und Visualisierung – Fokus auf kreative Konzepte, Storyboards, Ideenentwicklung
Prüfungsstruktur
Zwischenprüfung (nach ca. 1,5 Jahren):
- Schriftliche Prüfung zu gestalterischen und technischen Grundlagen
- Praxisaufgabe (z. B. Layout oder Druckdatei erstellen)
Abschlussprüfung (Teil 1 und Teil 2):
- Teil 1 (nach 2 Jahren): Praktische Arbeitsproben aus dem Betrieb + schriftlicher Test
- Teil 2 (nach 3 Jahren): Fachgespräch (20 Min.), schriftliche Prüfung in Wirtschaftskunde und Fachkunde, praktische Projektarbeit mit Präsentation
Berufsschulinhalte
- Gestaltungsgrundlagen (Farbe, Form, Komposition)
- Typografie und Schriftsatz
- Druckvorstufe und Reprografie
- Webdesign (HTML/CSS-Grundlagen)
- Medienrecht und Urheberrecht
- Betriebswirtschaftliche Grundlagen
Gehalt
| Phase | Bruttovergütung | Quelle |
|---|---|---|
| Ausbildung 1. Lehrjahr | 600–720 €/Monat | IHK-Vergütungsreport 2024 |
| Ausbildung 2. Lehrjahr | 650–770 €/Monat | IHK-Vergütungsreport 2024 |
| Ausbildung 3. Lehrjahr | 700–850 €/Monat | IHK-Vergütungsreport 2024 |
| Berufseinsteiger nach Ausbildung | 24.000–30.000 €/Jahr | Gehalt.de 2024 |
| Mit 3–5 Jahren Erfahrung | 30.000–40.000 €/Jahr | Stepstone 2024 |
| Senior / Spezialist | 38.000–52.000 €/Jahr | Gehalt.de 2024 |
Mediengestalter in der Druckindustrie werden nach dem Tarifvertrag der Druckindustrie entlohnt (IG Medien-Tarife). In Werbe- und Digitalagenturen sind Gehälter oft tarifffrei verhandelt.
Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Ausbildung
Die Ausbildung ist ein ausgezeichneter Einstieg, aber viele Mediengestalter bilden sich gezielt weiter:
- Studium: Kommunikationsdesign, Medieninformatik oder Medientechnik – oft mit Anrechnung von Ausbildungszeiten
- DTP-Meister/in (IHK): Meisterprüfung in der Druckindustrie
- Geprüfte/r Medienfachwirt/in (IHK): Kaufmännische Führungsqualifikation für die Medienbranche
- Fachwirt/in für Medien- und Informationsdienste – Verwaltungsweiterbildung
- Spezialisierungskurse: UX/UI Design, Motion Design, Webentwicklung (React, WordPress), Printproduktion
- Adobe-Zertifizierungen: Adobe Certified Professional für InDesign, Illustrator, Photoshop
Arbeitgeber und Branchen
- Druckereien und Reprohäuser – Klassische Ausbildungsbetriebe
- Werbeagenturen – Vielzahl von Agenturen bildet Mediengestalter aus
- Verlage – Buchverlage, Zeitungsverlage, Fachverlage
- Corporate Design-Abteilungen – Inhouse-Teams in Unternehmen jeder Größe
- Webagenturen – mit Fokus auf digitale Gestaltung
- Drucksachenhersteller und Verpackungsdesigner
Gefragte Tools und Skills
Adobe Creative Suite (Pflicht):
- Adobe InDesign – Layoutgestaltung für Print und Digital Publishing
- Adobe Illustrator – Vektorgrafiken, Logos, Illustrationen
- Adobe Photoshop – Bildbearbeitung, Retusche, Compositing
Digitale Produktion:
- Adobe XD / Figma – UI-Mockups und Webdesign
- HTML / CSS – Grundkenntnisse für einfache Webseiten
- CMS-Systeme: WordPress, Typo3 (Grundkenntnisse)
Druckproduktion:
- Farbmanagement (ICC-Profile, CMYK vs. RGB, Farbräume)
- PDF-Erstellung und Preflight-Prüfung (Acrobat Professional)
- Kenntnis von Papierformaten, Druckverfahren (Offset, Digitaldruck, Siebdruck)
Vergleich & Abgrenzung
| Beruf | Unterschied zum Mediengestalter |
|---|---|
| Grafik- und Kommunikationsdesigner (Studium) | Tieferer konzeptioneller Ansatz, stärker kreatives Arbeiten, höheres Einkommenspotenial |
| Drucker/in | Ausschließlich Produktion, keine Gestaltungsaufgaben |
| Webentwickler/in | Programmierung im Vordergrund, weniger gestalterisch |
| Medientechnologe/-in | Technische Spezialisierung auf Druckprozesse, weniger Design |
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist besser: Mediengestalter-Ausbildung oder direkt Kommunikationsdesign studieren? Das hängt vom persönlichen Profil ab. Die Ausbildung ist praktisch, schneller abgeschlossen und führt sofort in den Berufsalltag. Das Studium bietet tieferes gestalterisches und konzeptionelles Denken, öffnet Türen zu Führungspositionen und kreativen Agenturjobs. Viele erfolgreiche Designer starten mit der Ausbildung und studieren danach – mit der Möglichkeit, Ausbildungszeiten anrechnen zu lassen.
Kann man als Mediengestalter gut verdienen? Der Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt deutlich unter dem eines Studienabgängers. Mit Weiterbildung, Spezialisierung (z. B. UX Design, Motion Design) und Berufserfahrung lassen sich jedoch Gehälter von 40.000–55.000 € erreichen. Als Freelancer mit klarem Nischenfokus sind auch höhere Umsätze möglich.
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Weiterführend
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