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Kameramann/-frau (DoP) ist eine Fachkraft für Bildgestaltung in Film- und TV-Produktionen, die in enger Zusammenarbeit mit der Regie Licht, Optik, Komposition und Kamerabewegungen konzipiert und technisch umsetzt.

Rubrik: Berufsfelder · Unterrubrik: Film & TV · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Director of Photography (DoP), Cinematographer, Bildgestalter/in, Kamerafrau

Was ist ein/e Kameramann/-frau?

Der oder die Director of Photography (DoP) ist die höchste kameratechnische Instanz am Set. Er/sie bestimmt, wie der Film visuell aussieht – welche Linsen eingesetzt werden, wie Szenen ausgeleuchtet werden und welche Bewegungen die Kamera ausführt. Dabei arbeitet der DoP eng mit dem Filmregisseur/in und dem Gaffer (Oberbeleuchter/in) zusammen.

Erklärung

Aufgabenbereiche

Vorproduktion:

  • Analyse des Drehbuchs auf visuelle Erfordernisse
  • Entwicklung eines Lichtkonzepts und Look Books
  • Auswahl von Kamerasystem und Objektiven (Testdrehs)
  • Abstimmung mit dem Production Designer (Szenenbildner/in) bezüglich Set-Design und Farbpalette

Dreharbeiten:

  • Bedienung oder Leitung der Kamera (je nach Produktion selbst filmend oder als Chef über Kameraoperator/innen)
  • Lichtführung gemeinsam mit dem Gaffer (Oberbeleuchter/in)
  • Einsatz von Spezialtechniken: Steadicam-Operator, Drone, Kran
  • Einhaltung der technischen Parametern (Belichtung, Framerate, Auflösung)

Postproduktion:

Technisches Equipment (Auswahl)

BereichBeispiele
KamerasARRI Alexa 35, RED V-Raptor, Sony Venice 2, Blackmagic URSA
ObjektiveZeiss Master Prime, Cooke S7i, Canon Cinema Prime
StabilisierungMovi, DJI Ronin, Steadicam-Operator
LichtmessungSekonic-Belichtungsmesser, Vectorscope

Beispiele

Renommierte deutsche DoPs sind Hagen Bogdanski (BVK, Barbara, 2012) und Frank Griebe (Arbeiten mit Tom Tykwer). International bekannt sind Roger Deakins (Oscars für Blade Runner 2049 und 1917) und Emmanuel Lubezki (The Revenant).

In der Praxis

Ausbildungsweg

  1. Filmhochschule im Studiengang Kamera: HFF München, dffb Berlin, Filmakademie Baden-Württemberg, ifs Köln – Zulassung über Portfolio und praktischen Test
  2. Ausbildung zum Mediengestalter/in Bild und Ton (3 Jahre, IHK/Rundfunkanstalten) als technischer Einstieg
  3. Assistent/in am Set: 2./3. Kameraassistenz → 1. Kameraassistenz (Focus Puller) → Kameraoperator → DoP

Der Aufstieg über die Set-Hierarchie dauert in der Praxis 5–10 Jahre.

Vergütung

  • Kameraassistent/in (Einstieg): 250–380 € pro Drehtag
  • Kameraoperator/in: 400–600 € pro Drehtag
  • DoP (Low-Budget-Spielfilm): 600–1.200 € pro Drehtag
  • DoP (TV-Produktion, ARD/ZDF): 1.200–2.500 € pro Drehtag
  • DoP (internationales Feature): ab 3.000 € aufwärts pro Drehtag

Relevante Verbände und Organisationen

  • BVK – Bundesverband Kamera (bvkamera.org)
  • German Films (Verbindung zur internationalen Kino-Branche)
  • IMAGO – Internationale Vereinigung der Kameraleute

Vergleich & Abgrenzung

Im Unterschied zum Steadicam-Operator, der ein Spezialist für eine bestimmte Kameratechnik ist, übernimmt der DoP die Gesamtverantwortung für alle Kamera- und Lichtentscheidungen. Der Gaffer (Oberbeleuchter/in) (Oberbeleuchter) setzt das Lichtkonzept des DoP technisch um, erfindet es aber nicht.

Häufige Fragen (FAQ)

Filmt der DoP immer selbst? Nicht zwingend. Bei kleinen Produktionen oft schon, bei großen Spielfilmen oder Serien gibt es zusätzlich einen Kameraoperator, der die eigentliche Kamerabedienung übernimmt.

Welches Kamerasystem ist das beste? Es gibt keines. Die Systemwahl hängt von Budget, gewünschtem Look, Produktionsbedingungen und persönlicher Präferenz ab. ARRI gilt als Standard im High-End-Bereich, REDs für HDR-lastige Produktionen.

Was ist der Unterschied zwischen DoP und Cinematographer? Keine inhaltliche Differenz – Cinematographer ist die englischsprachige Bezeichnung, im deutschsprachigen Raum ist Director of Photography oder Kameramann/-frau gebräuchlicher.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Malkiewicz, Kris: Cinematography, Fireside, 2005
  • Brown, Blain: Cinematography: Theory and Practice, Focal Press, 2016
  • Ettedgui, Peter: Cinematography, RotoVision, 1998
  • BVK – Bundesverband Kamera: Berufsbild Kamera, 2021, bvkamera.org
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