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Filmregisseur/in ist ein kreativer Leitungsberuf im Film- und Fernsehwesen, bei dem die Person die künstlerische Gesamtverantwortung für ein audiovisuelles Werk trägt – von der Interpretation des Drehbuchs über die Führung von Schauspieler/innen und Crew bis zum finalen Schnitt.

Rubrik: Berufsfelder · Unterrubrik: Film & TV · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Regisseur/in, Director, Filmemacher/in

Was ist ein/e Filmregisseur/in?

Eine Filmregisseurin oder ein Filmregisseur ist die zentrale künstlerische Instanz einer Filmproduktion. Während der Produzent/in (Film & TV) die wirtschaftliche Verantwortung trägt, obliegt dem Regisseur die visuelle und inhaltliche Formgebung. Die Regie entscheidet, wie eine Geschichte erzählt wird: durch Bildsprache, Schauspielführung, Rhythmus und Atmosphäre.

Erklärung

Der Beruf umfasst drei Hauptphasen: Vorproduktion, Dreharbeiten und Postproduktion. In der Vorproduktion arbeitet der Regisseur eng mit dem Drehbuchautor/in zusammen, entwickelt ein Regiekonzept, spricht Storyboards und Locations ab und führt Casting-Gespräche gemeinsam mit dem Casting-Direktor/in. Während des Drehs ist er/sie präsent auf dem Set, gibt Anweisungen an Schauspieler/innen, koordiniert den Kameramann/-frau (Director of Photography) bezüglich der Bildgestaltung und behält den zeitlichen Rahmen im Blick.

In der Postproduktion begleitet der Regisseur den Cutter/in (Filmeditor/in) beim Schnitt und arbeitet mit dem Tonmeister/in und Toningenieur/in sowie dem Colorist (Farbkorrektur & Color Grading) zusammen, um die endgültige Fassung zu formen.

Stilrichtungen und Spezialisierungen

Regisseur/innen können sich spezialisieren auf:

  • Spielfilm (Kino oder TV-Movie)
  • Fernsehserien (episodisch arbeitend)
  • Werbung und Imagefilm
  • Dokumentarfilm (vgl. Dokumentarfilm-Macher/in)
  • Musikvideo
  • Kurzfilm (oft als Einstieg)

Beispiele

Bekannte deutschsprachige Regisseure sind Fatih Akin (Gegen die Wand, 2004), Caroline Link (Nirgendwo in Afrika, 2001) oder Maren Ade (Toni Erdmann, 2016). Im Serienbereich arbeiten viele Regisseur/innen episodisch, etwa für ARD- oder ZDF-Produktionen sowie für Streamingdienste.

In der Praxis

Ausbildungsweg

Einen formalen Pflichtweg gibt es nicht, jedoch haben sich folgende Zugänge bewährt:

  1. Filmhochschule: HFF München, dffb Berlin, Filmakademie Baden-Württemberg, KHM Köln – Studiendauer 4–6 Jahre, Aufnahmeverfahren mit Portfolio und Eignungstest
  2. Praktische Erfahrung: Regie-Assistenz (vgl. Aufnahmeleiter/in), Kurzfilme, Werbung
  3. Quereinsteiger/innen: aus Theater, Fotografie, Journalismus

Einstieg und Karriere

Typischer Weg: Regieassistenz → Kurzfilm-Regie → Förderanträge (Kurzfilmförderung) → erster Spielfilm. Nachwuchsförderung bieten u. a. die Filmförderanstalten der Länder (FFF Bayern, MFG Baden-Württemberg) sowie DFFF (Deutscher Filmförderfonds) auf Bundesebene.

Vergütung

  • Einstieg (Werbung/Kurzfilm): 500–2.000 € pro Drehtag
  • TV-Regisseur/in (Episode): 8.000–20.000 € pro Episode
  • Spielfilm (Low-Budget): 15.000–60.000 € Gesamthonorar
  • Established Director: 60.000–250.000 € und mehr pro Projekt

Vergütungsrahmen werden teilweise durch die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und den Bundesverband Regie (BVR) verhandelt.

Relevante Verbände

  • BVR – Bundesverband Regie (bundesverband-regie.de)
  • AG DOK – Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm
  • Bundesverband Kinderfilm
  • ver.di, Fachgruppe Medien

Vergleich & Abgrenzung

Der Regisseur unterscheidet sich vom Produzent/in (Film & TV) dadurch, dass er/sie nicht primär wirtschaftlich denkt. Vom Drehbuchautor/in unterscheidet er sich dadurch, dass er/sie die Vorlage interpretiert und umsetzt, statt sie zu verfassen – obwohl manche Regisseur/innen auch das Drehbuch selbst schreiben (sog. Autorenfilm).

Häufige Fragen (FAQ)

Braucht man ein Studium, um Regisseur/in zu werden? Nein, formal nicht – aber ein Hochschulabschluss erleichtert den Zugang zu Fördergeldern, Netzwerken und Koproduktionspartnern erheblich.

Wie unterscheidet sich Kino- von Serienregie? Bei Kinoproduktionen hat der Regisseur in der Regel mehr künstlerische Freiheit und mehr Zeit je Szene. In der Serienregie arbeiten mehrere Regisseur/innen an einer Staffel, wobei ein Showrunner den Gesamtstil vorgibt.

Verdienen Regisseur/innen an Tantiemen? Ja, über die VGF (Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten) und die GVL können anteilige Ausschüttungen anfallen.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Brik, Lutz: Regie: Die Kunst des Filmemachens, Ullstein, 2012
  • Katz, Steven D.: Film Directing Shot by Shot, Michael Wiese Productions, 1991
  • Lanzendörfer, Tim / Penner, Claudia: Der Spielfilm – Dramaturgie und Regie, UVK Verlag, 2020
  • Bundesverband Regie (BVR): Berufsbild Regisseur/in, 2022, bundesverband-regie.de
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