Mit freundlicher Unterstützung von
← Zurück zu Berufsfelder
Reisefotograf/innen fotografieren Orte, Landschaften, Menschen und Kultur für Reisemagazine, Tourismusverbände, Hotels, Reiseveranstalter und Bildagenturen. Der Beruf ist frei zugänglich, verlangt aber fotografisches Können, Geschäftssinn und ein starkes Portfolio; feste Stellen sind selten, fast alle arbeiten selbstständig und kombinieren Aufträge, Lizenzen und Fotoreisen. KSK-Versicherte im Bereich Bildende Kunst meldeten zum 01.01.2026 ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 21.100 Euro.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Foto-Berufe · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Reisefotografin, Travel-Fotograf/in, Tourismusfotograf/in, travel photographer

Was macht ein Reisefotograf?

Ein Reisefotograf erzählt mit Bildern von Orten. Das kann eine Reportage über ein Bergdorf für ein Magazin sein, eine Bildserie über eine Region für den Tourismusverband oder ein Shooting für ein Hotel, das neue Gäste gewinnen will. Anders als im Urlaub stehen nicht schöne Erinnerungen im Mittelpunkt, sondern Bilder, die sich verkaufen und veröffentlichen lassen. Wie man Orte und Menschen erzählerisch fotografiert, zeigt der Eintrag Reportagefotografie; hier geht es um den Beruf.

Erklärung: Aufgaben und Auftraggeber

Reisefotografie klingt nach Traumberuf, ist aber ein hart umkämpfter Markt. Die Arbeit verteilt sich auf mehrere Säulen:

  • Tourismusmarketing: Bilder für Tourismusverbände, Städte, Regionen, Hotels und Reiseveranstalter, die Websites, Kataloge und Social Media bestücken.
  • Editorial: Reportagen und Bildstrecken für Reise- und Lifestylemagazine sowie Reiseführer.
  • Bildagenturen: Lizenzen für bestehende Bilder, die weltweit verkauft werden, siehe Stock-Fotograf/in: Verdienst, Plattformen, Einstieg.
  • Unternehmen: Fluggesellschaften, Kreuzfahrtunternehmen und Outdoormarken brauchen Bildwelten für Kampagnen.
  • Fotoreisen und Workshops: Viele Reisefotograf/innen leiten Reisen für Hobbyfotograf/innen und verdienen damit einen festen Teil ihres Einkommens.
  • Eigene Kanäle: Bücher, Vorträge, Blogs und Social Media, die Aufmerksamkeit und Kooperationen bringen.

Hinzu kommt viel Organisation: Reisen planen, Genehmigungen einholen, Budgets kalkulieren, Bildrechte verwalten und Kund/innen akquirieren.

Wie wird man Reisefotograf?

Die Bezeichnung ist nicht geschützt. Üblich ist eine Kombination aus Ausbildung und eigenem Profil:

  1. Fotografisches Handwerk: über eine duale Ausbildung zum Fotografen oder zur Fotografin (drei Jahre, Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer; gesetzliche Mindestvergütung für Ausbildungsbeginne 2026: 724, 854 und 977 Euro laut BIBB), eine schulische Ausbildung in Fotodesign oder ein Studium.
  2. Spezialisierung: etwa auf Hotels und Architektur, Outdoor und Abenteuer, Kulinarik oder Menschen und Kultur.
  3. Portfolio und Geschichten: Redaktionen kaufen eher fertige Geschichten als einzelne schöne Bilder. Wer schreiben kann, verkauft Text und Bild im Paket.
  4. Netzwerk: Kontakte zu Redaktionen, Agenturen und Tourismusverbänden entstehen über Veröffentlichungen, Messen und Empfehlungen.

Sprachkenntnisse, Erfahrung mit Reiseplanung und ein vernünftiger Umgang mit Risiken unterwegs sind im Alltag mindestens so wichtig wie die Kamera.

Ausbildung an der Lazi Akademie

Wer Orte und Menschen so fotografieren will, dass Redaktionen und Tourismusmarken die Bilder kaufen, braucht sicheres Handwerk und eine eigene Bildsprache. Beides steht im Mittelpunkt des Fachbereichs Fotodesign und Digital Imaging der Lazi Akademie in Esslingen am Neckar, einer gemeinnützigen, staatlich anerkannten Berufsfachschule für Gestaltung seit 1950. In drei Jahren Vollzeit lernst du Licht, Porträt und Reportage, Location Scouting, Bildserien und Konzeptfotografie sowie Selbstvermarktung und Präsentation, praxisnah mit Location-Shootings ab dem ersten Semester. Der Abschluss lautet staatlich anerkannte/r Digital Imaging Designer/in, die Ausbildung ist BAföG-förderfähig; mit Mittlerer Reife und ohne Portfolio bewirbst du dich direkt über die Fachbereichsseite.

Was verdient ein Reisefotograf?

Für Reisefotograf/innen gibt es keine eigene amtliche Statistik. Angestellte Fotograf/innen verdienen laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit im Median 3.317 Euro brutto im Monat in Vollzeit, die mittlere Hälfte zwischen 2.550 und 4.290 Euro (Datenstand 2025). Feste Stellen in der Reisefotografie sind aber die Ausnahme. Für Selbstständige ist die Künstlersozialkasse die beste amtliche Orientierung: Im Bereich Bildende Kunst, zu dem die Fotografie zählt, meldeten die Versicherten zum 01.01.2026 ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 21.100 Euro. Unter 30-Jährige lagen bei 19.827 Euro, Berufsanfänger/innen bei 18.266 Euro.

KSK Bildende Kunst, durchschnittliches Jahreseinkommen
18.266 €Berufsanfänger/innen
19.827 €Versicherte unter 30 Jahren
21.100 €Alle Versicherten
Quelle: Künstlersozialkasse, KSK in Zahlen, Stichtag 01.01.2026

Die KSK-Werte sind geschätzte Arbeitseinkommen nach Betriebsausgaben. In der Reisefotografie sind die Ausgaben besonders hoch: Flüge, Unterkünfte, Versicherungen und Ausrüstung müssen Selbstständige oft vorfinanzieren, wenn kein Auftraggeber die Reise bezahlt. Mehr Zahlen stehen auf der Seite Fotograf Gehalt.

Rechtliches unterwegs

Reisefotograf/innen bewegen sich in vielen Rechtsordnungen. In Deutschland regelt die Panoramafreiheit, welche Werke man von öffentlichen Wegen aus fotografieren und nutzen darf; in anderen Ländern gelten oft engere Regeln. Für erkennbare Personen ist das Recht am eigenen Bild zu beachten, für kommerzielle Nutzung braucht es meist eine Einwilligung. Drohnen unterliegen in jedem Land eigenen Vorschriften. Bei Fragen im Einzelfall helfen Berufsverbände oder eine anwaltliche Beratung.

Beispiele

  • Beispiel 1, Tourismusverband: Eine Reisefotografin fotografiert eine Woche lang Wanderwege, Gastgeber/innen und Dörfer einer Mittelgebirgsregion für Website und Prospekte.
  • Beispiel 2, Magazin: Ein Fotograf verkauft eine Reportage über einen Nachtmarkt in Asien mit Text und Bildern an ein Reisemagazin.
  • Beispiel 3, Hotel: Eine Fotografin liefert Bilder von Zimmern, Spa und Restaurant eines Boutiquehotels.
  • Beispiel 4, Bildagentur: Ein Fotograf lizenziert ältere Bilder einer Hafenstadt über eine Agentur weiter.
  • Beispiel 5, Fotoreise: Eine Reisefotografin leitet eine Fotoreise nach Island und zeigt Teilnehmer/innen Landschaftsfotografie bei wechselndem Licht.

In der Praxis

Reisefotograf/innen planen ihre Motive nach Licht und Wetter, stehen oft vor Sonnenaufgang auf und arbeiten bis in die blaue Stunde. Leichte, robuste Ausrüstung ist wichtiger als die größte Auswahl: eine zuverlässige Kamera, zwei bis drei Objektive, ein Reisestativ und ausreichend Speicher mit doppelter Datensicherung unterwegs. Wirtschaftlich hilft es, jede Reise mehrfach zu nutzen, etwa für einen Auftrag, eine Reportage und Agenturbilder zugleich. Für Landschaftsmotive lohnt der Blick in den Eintrag Landschaftsfotografie.

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalReisefotograf/inFotojournalist/in
ZielOrte erlebbar machen, oft für TourismusEreignisse dokumentieren, Nachrichten
AuftraggeberTourismus, Magazine, AgenturenZeitungen, Agenturen, Sender
BildspracheÄsthetisch, einladendDokumentarisch, unverändert
TempoPlanbar, saisonalOft kurzfristig

Quelle: Eigene Darstellung nach diesem Eintrag.

Die Reisereportage liegt zwischen beiden Feldern. Mehr zum journalistischen Arbeiten steht im Eintrag Fotojournalist/in: Aufgaben, Ausbildung, Gehalt, Bildethik.

Häufige Fragen

Wie wird man Reisefotograf? Die Bezeichnung ist frei. Üblich sind eine Fotografenausbildung, eine schulische Ausbildung in Fotodesign oder ein Studium, dazu eine Spezialisierung, ein starkes Portfolio und Kontakte zu Redaktionen, Agenturen und Tourismusverbänden.

Kann man von Reisefotografie leben? Einige schaffen das, meist mit mehreren Einnahmequellen wie Aufträgen im Tourismus, Lizenzen, Fotoreisen und Vorträgen. KSK-Versicherte im Bereich Bildende Kunst meldeten zum 01.01.2026 durchschnittlich 21.100 Euro Jahreseinkommen.

Wer bezahlt die Reisen eines Reisefotografen? Bei Aufträgen von Tourismusverbänden, Hotels oder Unternehmen übernehmen meist die Auftraggeber die Reisekosten. Bei eigenen Projekten und Reportagen tragen Fotograf/innen sie oft selbst und refinanzieren sie über Verkäufe.

Welche Ausrüstung braucht ein Reisefotograf? Wichtig sind eine zuverlässige, nicht zu schwere Kamera, wenige vielseitige Objektive, ein Reisestativ und eine sichere Datensicherung. Je nach Spezialisierung kommen Blitz, Drohne oder Unterwassergehäuse dazu.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Künstlersozialkasse (2026): KSK in Zahlen, Durchschnittseinkommen der Versicherten nach Alter und der Berufsanfänger/innen zum 01.01.2026. kuenstlersozialkasse.de
  • Bundesagentur für Arbeit (2026): Entgeltatlas, Beruf „Fotograf/in“, Datenstand Entgeltatlas 2025, abgerufen November 2026. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas
  • Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) (2025): Mindestausbildungsvergütung 2026. bibb.de
  • Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG), § 59 Werke an öffentlichen Plätzen. gesetze-im-internet.de
← Zurück zu Berufsfelder
Infotag

Sei am Mittwoch dabei.
Bring Eltern oder Freunde mit.

Ein halber Nachmittag, der dir drei Jahre Klarheit bringen kann. Kostenlos, unverbindlich, ehrlich.

  • Rundgang durch Studios, Schnitträume und Tonstudio
  • Echte Absolventenfilme sehen
  • 1:1-Beratung zu Bewerbung & BAföG
  • Studierende direkt fragen
  • Kaffee, kein Sales-Pitch
  • Auch online möglich

Platz beim Infotag reservieren

Dauert 30 Sekunden. Bestätigung per E-Mail.
100 % kostenlos · keine Verpflichtung · jederzeit absagbar