Mit freundlicher Unterstützung von
← Zurück zu Berufsfelder
Unterwasserfotograf/innen fotografieren Meeresleben, Taucher/innen, Wracks und Produkte unter Wasser, für Magazine, Tourismus, Forschung, Naturschutz und Werbung. Voraussetzung sind fotografisches Können und eine solide Tauchausbildung mit viel Erfahrung; hauptberuflich arbeiten nur wenige in diesem Feld, die meisten selbstständig und in Kombination mit Tauchreisen, Workshops oder anderen Fotoaufträgen.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Foto-Berufe · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Unterwasserfotografin, UW-Fotograf/in, Tauchfotograf/in, underwater photographer

Was macht ein Unterwasserfotograf?

Ein Unterwasserfotograf bringt Bilder aus einer Welt mit, die die meisten Menschen nie selbst sehen. Das kann ein Korallenriff für ein Reisemagazin sein, eine seltene Art für ein Forschungsprojekt, ein Model im Pool für eine Kampagne oder eine Uhr für die Werbung eines Herstellers. Licht, Farbverlust unter Wasser und Aufnahmetechnik beschreibt der Eintrag Unterwasserfotografie. Hier geht es um den Beruf: Aufgaben, Auftraggeber, Wege und Einkommen.

Erklärung: Aufgaben und Auftraggeber

Unterwasserfotografie ist ein kleines Spezialgebiet. Die Arbeit verteilt sich auf mehrere Felder:

  • Editorial und Naturfotografie: Reportagen für Tauch-, Natur- und Reisemagazine sowie Buchprojekte.
  • Tourismus: Bilder für Tauchbasen, Resorts, Reiseveranstalter und Tourismusverbände.
  • Wissenschaft und Naturschutz: Dokumentation für Forschungsinstitute, Behörden und Umweltorganisationen.
  • Werbung: Produkte wie Tauchcomputer, Uhren, Kameras oder Bademode, oft im Pool unter kontrollierten Bedingungen.
  • Bildagenturen und Lizenzen: Verkauf von Nutzungsrechten an vorhandenen Bildern.
  • Workshops und Fotoreisen: Viele Unterwasserfotograf/innen geben ihr Wissen auf Kursen und Tauchreisen weiter.

Feste Stellen gibt es kaum. Die meisten sind selbstständig und verbinden mehrere Einnahmequellen, oft auch mit Fotografie an Land, etwa als Naturfotograf/in: Beruf, Einkommen, Wege und Ethik oder Tierfotograf/in: Beruf, Aufgaben, Gehalt und Wege.

Wie wird man Unterwasserfotograf?

Zwei Fähigkeiten müssen zusammenkommen: sicheres Tauchen und professionelle Fotografie.

  1. Tauchausbildung: Einen anerkannten Tauchschein erwirbt man über Tauchorganisationen und Tauchschulen, aufbauend bis zu fortgeschrittenen Stufen. Viele Organisationen bieten zusätzlich Spezialkurse für Unterwasserfotografie an. Wichtig sind Tarierung, Ruhe unter Wasser und Erfahrung aus vielen Tauchgängen, denn wer mit der Kamera beschäftigt ist, muss das Tauchen im Griff haben.
  2. Tauchtauglichkeit: Vor der Tauchausbildung ist eine ärztliche Tauchtauglichkeitsuntersuchung üblich. Zertifizierte Ärzt/innen dafür listet die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM).
  3. Fotografie lernen: über eine duale Ausbildung zum Fotografen oder zur Fotografin (drei Jahre, Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer, gesetzliche Mindestvergütung 2026 ab 724 Euro im ersten Jahr laut BIBB), eine schulische Ausbildung in Fotodesign oder ein Studium.
  4. Portfolio und Netzwerk: Wettbewerbe, Veröffentlichungen in Magazinen und Kontakte zu Tauchbasen öffnen Türen.

Wer im Auftrag gewerblich taucht, sollte sich zu Versicherung und Sicherheitsregeln am Einsatzort beraten lassen; für Einsätze in Häfen oder bei Bauwerken gelten oft eigene Vorschriften.

Ausbildung an der Lazi Akademie

Wer unter Wasser fotografiert, muss Licht, Bildgestaltung und Postproduktion an Land perfekt beherrschen. Diese Grundlagen vermittelt der Fachbereich Fotodesign und Digital Imaging der Lazi Akademie in Esslingen am Neckar, einer gemeinnützigen, staatlich anerkannten Berufsfachschule für Gestaltung seit 1950: drei Jahre Vollzeit mit Studio und Licht, Farblehre und Weißabgleich, Bildretusche und Compositing sowie dem Aufbau eines persönlichen Stils und Portfolios. Der Abschluss lautet staatlich anerkannte/r Digital Imaging Designer/in, die Ausbildung ist BAföG-förderfähig. Voraussetzung ist die Mittlere Reife, ein Portfolio brauchst du nicht, und bewerben kannst du dich direkt über die Fachbereichsseite.

Was verdient ein Unterwasserfotograf?

Eine eigene Statistik für Unterwasserfotograf/innen gibt es nicht. Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit nennt für angestellte Fotograf/innen einen Median von 3.317 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Datenstand 2025), das entspricht rund 39.800 Euro im Jahr. Angestellte Unterwasserfotograf/innen sind jedoch die Ausnahme. Für Selbstständige ist die Künstlersozialkasse die beste amtliche Orientierung: Im Bereich Bildende Kunst, zu dem die Fotografie gehört, meldeten die Versicherten zum 01.01.2026 ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 21.100 Euro, Berufsanfänger/innen 18.266 Euro.

Fotografie, Jahreseinkommen angestellt und selbstständig
KSK Berufsanfänger/innen18.266 €
KSK Bildende Kunst, alle21.100 €
Angestellt, Median bruttorund 39.800 €
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas 2025 (Median 3.317 € im Monat mal zwölf, gerundet); Künstlersozialkasse, Stichtag 01.01.2026

Die Werte sind nicht direkt vergleichbar: Der Entgeltatlas zeigt Bruttogehälter, die KSK geschätzte Arbeitseinkommen nach Betriebsausgaben. Gerade in der Unterwasserfotografie sind die Ausgaben hoch, denn Gehäuse, Blitze, Reisen und Tauchgänge kosten viel. Mehr Zahlen stehen auf der Seite Fotograf Gehalt.

Ausrüstung im Überblick

  • Unterwassergehäuse: passgenau für die Kamera, mit Bedienelementen und dem passenden Port, also einem Domeport für Weitwinkel oder einem Flatport für Makro.
  • Licht: Unterwasserblitze und Dauerlicht, weil Wasser Rot und Orange schon in geringer Tiefe schluckt.
  • Objektive: Fisheye und Weitwinkel für Riffe und Wracks, Makroobjektive für kleine Lebewesen.
  • Tauchausrüstung: eigene, gut gewartete Ausrüstung, mit der man sicher und ruhig tariert.
  • Postproduktion: Farbkorrektur und das Entfernen von Schwebeteilchen gehören fast immer dazu.

Beispiele

  • Beispiel 1, Magazin: Eine Unterwasserfotografin liefert eine Reportage über ein Riff im Roten Meer für ein Tauchmagazin.
  • Beispiel 2, Tourismus: Ein Fotograf erstellt für eine Tauchbasis Bilder für Website und Prospekte.
  • Beispiel 3, Forschung: Eine Fotografin dokumentiert für ein Institut den Zustand von Seegraswiesen in der Ostsee.
  • Beispiel 4, Werbung: Ein Fotograf setzt im Pool eine Taucheruhr mit kontrolliertem Licht in Szene.
  • Beispiel 5, Workshop: Eine Unterwasserfotografin leitet eine Fotoreise und zeigt Teilnehmer/innen, wie sie Blitze richtig positionieren.

In der Praxis

Sicherheit geht immer vor dem Bild. Unterwasserfotograf/innen tauchen mit Partner/in, planen Luftvorrat und Dekompression und achten auf Strömung und Sicht. Respekt vor der Natur gehört zum Berufsethos: Tiere werden nicht bedrängt, Korallen nicht berührt. Bei Personenaufnahmen gelten dieselben Regeln wie an Land, etwa das Recht am eigenen Bild. Wirtschaftlich zahlt es sich aus, Bildrechte sauber zu verwalten und Motive mehrfach zu lizenzieren.

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalUnterwasserfotograf/inNaturfotograf/in
UmgebungUnter Wasser, PoolAn Land, in der Luft
ZusatzqualifikationTauchausbildung, viel TaucherfahrungArtenkenntnis, Geduld
AusrüstungGehäuse, Ports, UnterwasserblitzeTeleobjektive, Tarnzelte
Kosten pro EinsatzSehr hoch durch Reisen und TauchgängeJe nach Projekt

Quelle: Eigene Darstellung nach diesem Eintrag.

Viele Unterwasserfotograf/innen arbeiten auch an Land; der Übergang zum Eintrag Naturfotograf/in: Beruf, Einkommen, Wege und Ethik ist fließend.

Häufige Fragen

Wie wird man Unterwasserfotograf? Man braucht eine fundierte Tauchausbildung mit viel Erfahrung und professionelles fotografisches Können, etwa aus einer Fotografenausbildung, einer schulischen Ausbildung in Fotodesign oder einem Studium. Aufträge kommen meist über Portfolio, Wettbewerbe und Kontakte zu Tauchbasen und Magazinen.

Was verdient ein Unterwasserfotograf? Eine eigene Statistik gibt es nicht. Angestellte Fotograf/innen verdienen laut Entgeltatlas 2025 im Median 3.317 Euro brutto im Monat, KSK-Versicherte im Bereich Bildende Kunst meldeten zum 01.01.2026 durchschnittlich 21.100 Euro im Jahr.

Welchen Tauchschein braucht man? Eine gesetzliche Vorgabe für Fotograf/innen gibt es nicht. Üblich sind fortgeschrittene Tauchscheine und Spezialkurse für Unterwasserfotografie, vor allem aber viel Erfahrung, damit die Kamera nicht von der Sicherheit ablenkt.

Kann man Unterwasserfotografie im Pool üben? Ja. Viele beginnen im Schwimmbad mit Tarierung und Kamerabedienung. Auch Werbe- und Modeshootings unter Wasser finden oft im Pool statt.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Bundesagentur für Arbeit (2026): Entgeltatlas, Beruf „Fotograf/in“, Datenstand Entgeltatlas 2025, abgerufen November 2026. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas
  • Künstlersozialkasse (2026): KSK in Zahlen, Durchschnittseinkommen zum 01.01.2026. kuenstlersozialkasse.de
  • Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) (2026): Informationen zur Tauchtauglichkeit. gtuem.org
  • Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) (2025): Mindestausbildungsvergütung 2026. bibb.de
← Zurück zu Berufsfelder
Infotag

Sei am Mittwoch dabei.
Bring Eltern oder Freunde mit.

Ein halber Nachmittag, der dir drei Jahre Klarheit bringen kann. Kostenlos, unverbindlich, ehrlich.

  • Rundgang durch Studios, Schnitträume und Tonstudio
  • Echte Absolventenfilme sehen
  • 1:1-Beratung zu Bewerbung & BAföG
  • Studierende direkt fragen
  • Kaffee, kein Sales-Pitch
  • Auch online möglich

Platz beim Infotag reservieren

Dauert 30 Sekunden. Bestätigung per E-Mail.
100 % kostenlos · keine Verpflichtung · jederzeit absagbar