Standfotograf/innen, auch Setfotograf/innen genannt, fotografieren während der Dreharbeiten zu Kino- und Fernsehfilmen, Serien und Werbefilmen Szenen und Making-of-Bilder, aus denen später Pressefotos, Plakate und Social-Media-Motive entstehen. Der Weg führt meist über Fotografie, Erfahrung am Filmset und Kontakte zu Produktionen; feste Stellen sind selten, die meisten arbeiten frei pro Produktion.
Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Foto-Berufe · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Standfotografin, Setfotograf/in, Unit Stills Photographer, Filmstandfotograf/in, Set-Fotografie
Was macht ein Standfotograf?
Ein Standfotograf liefert die Bilder, mit denen ein Film vermarktet wird. Wer ein Filmplakat, ein Szenenfoto in der Zeitung oder ein Bild auf einer Streamingplattform sieht, sieht sehr oft die Arbeit der Standfotografie. Der Begriff stammt aus der Zeit, als Szenen für Fotos eigens nachgestellt und „stehend“ fotografiert wurden. Heute fotografieren Standfotograf/innen meist während der laufenden Proben und Takes, ohne den Dreh zu stören.
Erklärung: Aufgaben am Set
Standfotograf/innen sind Teil des Filmteams, aber nicht der Kameraabteilung. Ihre Aufgaben:
- Szenenfotos: Bilder, die aussehen wie Standbilder aus dem Film, aber mit höherer Auflösung und eigener Bildgestaltung.
- Making-of: Regie, Kamera, Team und Darsteller/innen bei der Arbeit, für Presse, Bonusmaterial und Social Media.
- Porträts und Specials: Rollenporträts und inszenierte Motive, oft für Plakat und Kampagne, manchmal in einem eigenen Shooting.
- Bildauswahl und Freigabe: Die Bilder werden sortiert, bearbeitet und an Produktion, Verleih oder Sender übergeben, oft mit Freigabeschleifen bei Darsteller/innen und Regie.
Die Arbeit verlangt Fingerspitzengefühl. Am Set gelten Ruhe und Konzentration, und die Fotografie darf weder Ton noch Kamera noch Schauspiel stören. Standfotograf/innen stimmen sich deshalb eng mit Regie, Regieassistenz und der Aufnahmeleitung ab.
Auftraggeber
Gebucht werden Standfotograf/innen von Produktionsfirmen, oft auf Wunsch von Verleih, Sender oder Streamingdienst, die die Bilder für die Vermarktung brauchen. Bei großen Produktionen sind sie viele Drehtage dabei, bei kleineren nur an ausgewählten Tagen mit wichtigen Szenen. Daneben fotografieren viele auch für Theater, Werbefilmproduktionen und Musikvideos. Die Rechte an den Bildern liegen in der Regel nach Vertrag bei der Produktion; was genau gilt, regelt jede Vereinbarung einzeln.
Wie wird man Standfotograf?
Eine eigene Ausbildung zum Standfotografen gibt es nicht. Üblich ist dieser Weg:
- Fotografie lernen: über eine duale Ausbildung zum Fotografen oder zur Fotografin (drei Jahre, Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer; gesetzliche Mindestvergütung für Ausbildungsbeginne 2026: 724, 854 und 977 Euro laut BIBB), eine schulische Ausbildung in Fotodesign oder ein Studium.
- Filmset kennenlernen: etwa als Set-Runner, bei Kurzfilmen, Abschlussfilmen oder kleinen Produktionen.
- Portfolio aufbauen: Szenenbilder und Making-of von eigenen Projekten zeigen, dass man Filmästhetik versteht.
- Kontakte pflegen: Aufträge kommen fast immer über Empfehlungen von Produktionen, Regie und Kameraleuten.
Hilfreich ist ein Verständnis von Bildgestaltung im Film, denn Standfotos sollen zur Lichtstimmung und Kameraarbeit passen, die im Eintrag Kamerafrau und Kameramann beschrieben ist.
Ausbildung an der Lazi Akademie
Standfotografie verbindet zwei Welten, und genau das macht der Fachbereich Fotodesign und Digital Imaging der Lazi Akademie in Esslingen am Neckar möglich. An der gemeinnützigen, staatlich anerkannten Berufsfachschule für Gestaltung, gegründet 1950, lernst du drei Jahre in Vollzeit Studio und Licht, Porträt und Expression, Shooting Direction und Retusche und arbeitest fachbereichsübergreifend mit Film, Grafik und GenAI zusammen. Der Abschluss lautet staatlich anerkannte/r Digital Imaging Designer/in, die Ausbildung ist BAföG-förderfähig. Mit Mittlerer Reife und ohne Portfolio bewirbst du dich direkt über die Fachbereichsseite.
Was verdient ein Standfotograf?
Für die Standfotografie gibt es keine eigene amtliche Statistik, und belastbare veröffentlichte Tagessätze liegen uns nicht vor. Gagen werden je Produktion verhandelt. Als Orientierung dienen zwei amtliche Quellen. Angestellte Fotograf/innen verdienen laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit im Median 3.317 Euro brutto im Monat in Vollzeit, die mittlere Hälfte liegt zwischen 2.550 und 4.290 Euro (Datenstand 2025). Selbstständige Fotograf/innen sind oft über die Künstlersozialkasse versichert; im Bereich Bildende Kunst meldeten die Versicherten zum 01.01.2026 ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 21.100 Euro, Berufsanfänger/innen 18.266 Euro.
Die beiden Werte sind nicht direkt vergleichbar: Der Entgeltatlas zeigt Bruttogehälter von Angestellten, die KSK geschätzte Arbeitseinkommen nach Betriebsausgaben. Standfotograf/innen arbeiten projektweise, zwischen Produktionen liegen oft Pausen, die man mit anderen Aufträgen füllt. Mehr Zahlen stehen auf der Seite Fotograf Gehalt.
Ausrüstung im Überblick
- Leise Kamera: Spiegellose Kameras mit elektronischem Verschluss arbeiten lautlos; früher waren Schallschutzgehäuse für Spiegelreflexkameras Standard.
- Objektive: lichtstarke Festbrennweiten und Telezooms, um aus der Distanz und bei Filmlicht ohne Blitz zu arbeiten.
- Dunkle Kleidung und kleine Ausrüstung: Am Set soll man nicht auffallen oder Reflexe verursachen.
- Workflow: sichere Datensicherung am Drehtag und eine Bildauswahl nach den Vorgaben von Verleih und Sender.
Beispiele
- Beispiel 1, Kinofilm: Eine Standfotografin begleitet einen Spielfilm 25 Drehtage lang; ein Szenenfoto wird später das Kinoplakat.
- Beispiel 2, Serie: Ein Fotograf ist an den Schlüsseltagen einer Streamingserie dabei und fotografiert zusätzlich Rollenporträts.
- Beispiel 3, Fernsehfilm: Ein Sender braucht Pressebilder für die Programmankündigung; die Standfotografin liefert eine Auswahl mit Bildunterschriften.
- Beispiel 4, Werbefilm: Bei einem Werbedreh entstehen parallel Fotos für Anzeigen und Social Media.
- Beispiel 5, Making-of: Ein Fotograf dokumentiert ein Musikvideo von der Probe bis zum letzten Take.
In der Praxis
Gute Standfotograf/innen lesen den Drehplan, kennen die wichtigen Szenen und wissen, wann sie sich bewegen dürfen. Viele Bilder entstehen während der Proben, manche Motive werden nach einem Take kurz nachgestellt, wenn Regie und Darsteller/innen zustimmen. Mit Darsteller/innen gehen Standfotograf/innen respektvoll um, denn nicht jedes Bild wird freigegeben. Rechtliche Grundlagen zu Personenaufnahmen stehen im Eintrag Recht am eigenen Bild.
Vergleich & Abgrenzung
| Merkmal | Standfotograf/in | Kamerafrau/Kameramann |
|---|---|---|
| Medium | Einzelbild (Foto) | Bewegtbild |
| Aufgabe | Bilder für Presse und Marketing | Bildgestaltung des Films |
| Abteilung | Eigenständig, nah an Produktion und Presse | Kameraabteilung |
| Bezahlung | Pro Produktion verhandelt | Tarif TV FFS oder verhandelt |
Quelle: Eigene Darstellung nach diesem Eintrag.
Abzugrenzen ist die Standfotografie auch vom Eintrag Analogfotograf/in: Beruf, Markt und Ausbildung, der Fotografie auf analogem Film beschreibt und nichts mit Filmsets zu tun hat.
Häufige Fragen
Was macht ein Setfotograf? Setfotograf/innen, auch Standfotograf/innen genannt, fotografieren während der Dreharbeiten Szenen, Making-of und Porträts. Die Bilder nutzen Produktion, Verleih und Sender für Presse, Plakat und Social Media.
Wie wird man Standfotograf? Eine eigene Ausbildung gibt es nicht. Die meisten lernen Fotografie über eine Ausbildung oder ein Studium, sammeln Erfahrung an Filmsets und bekommen Aufträge über Empfehlungen.
Was verdient ein Standfotograf? Eine eigene Statistik gibt es nicht, Gagen werden pro Produktion verhandelt. Angestellte Fotograf/innen verdienen laut Entgeltatlas 2025 im Median 3.317 Euro brutto im Monat; KSK-Versicherte im Bereich Bildende Kunst meldeten zum 01.01.2026 durchschnittlich 21.100 Euro im Jahr.
Darf der Standfotograf während der Takes fotografieren? Das entscheiden Produktion und Regie. Mit lautlosen Kameras ist es oft möglich, bei sensiblen Szenen wird aber nur in Proben oder gar nicht fotografiert.
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Weiterführend
- Bundesagentur für Arbeit (2026): Entgeltatlas, Beruf „Fotograf/in“, Datenstand Entgeltatlas 2025, abgerufen November 2026. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas
- Künstlersozialkasse (2026): KSK in Zahlen, Durchschnittseinkommen zum 01.01.2026. kuenstlersozialkasse.de
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) (2025): Fotograf/Fotografin, Neuordnung 2025 und Mindestausbildungsvergütung 2026. bibb.de
- BFF Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestalter (2026): Informationen zu Nutzungsrechten und Verträgen. bff.de
