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Großformatdruck für Plakate bezeichnet alle Druck- und Ausgabeverfahren für Plakatformate ab DIN A0 aufwärts – vom beleuchteten Citylightformat über 18-Bogen-Großflächen bis zum mehrstöckigen Megaboard – inklusive der spezifischen Anforderungen an Dateiaufbereitung und Medienwahl.

Rubrik: Grafik & Kommunikationsdesign · Unterrubrik: Plakatgestaltung · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Large Format Printing, Wide Format Printing, Großflächendruck

Was ist Großformatdruck für Plakate?

Wenn ein Plakat die DIN-A-Normformate übersteigt oder für den Außeneinsatz produziert wird, gelten andere technische Regeln als für den normalen Büroadruck. Auflösung, Farbmodus, Materialwahl und Dateistruktur müssen den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Formats entsprechen – sonst entstehen unscharfe Motive, Farbabweichungen oder drucktechnische Fehler.

Erklärung

Standardformate im Überblick:

Das DIN A0 (841 × 1.189 mm) ist das kleinste Format im Segment der Großformatplakate und wird häufig für Innenraumplakate (Messen, Veranstaltungen) und als Grundeinheit für Außenklebungen genutzt.

Das Citylight-Format (1.185 × 1.750 mm) ist das meistverbreitete Außenwerbeformat in deutschen Innenstädten. Es wird in beleuchteten Kästen (Backlitfolien) oder als normales Papierplakat in Schaufenstern und öffentlichen Kästen eingesetzt. Das Brutto-Satzmaß beträgt 1.185 × 1.750 mm; der Beschnittzugabe von 5–10 mm je Seite wird vom Betreiber angegeben.

Das Großflächenformat (auch: 18-Bogen, 3.560 × 2.520 mm) ist das Standardformat für Straßenplakatwände (Litfaßsäule: 334 × 234 cm). Es wird aus mehreren Bahnen zusammengeklebt und setzt bei der Dateivorbereitung präzise Anschnittlinien voraus.

Megaboards und Ganzzüge (20 m² bis mehrere Hundert m²) werden für spektakuläre Außenwerbung an Gebäuden, auf Gerüstplanen oder als Bauzaunbanner eingesetzt. Diese Formate werden heute ausschließlich mit Großformat-Tintenstrahldruckern (Wide-Format-Inkjet) auf Folien, Banner- oder Gewebesubstraten produziert.

Auflösungsregeln nach Format:

  • DIN A0 bis Citylight: 150–200 dpi bei Endformat
  • Großflächenformat (18-Bogen): 72–100 dpi bei Endformat
  • Megaboards (über 10 m²): 30–72 dpi bei Endformat, da Mindestbetrachtungsabstand größer ist

Der häufige Fehler: Gestalterinnen und Gestalter erstellen Dateien mit 300 dpi in Endgröße – das erzeugt unkontrollierbar große Dateien (DIN A0 bei 300 dpi: über 1 GB) und ist weder notwendig noch praktikabel. Stattdessen: Datei in verkleinertem Maßstab (z. B. 1:5 oder 1:10) anlegen und dem Druckdienstleister den Maßstab kommunizieren.

Farbmodus: Immer CMYK für Druckaufträge. Bei Backlitbeleuchteten Stadtlicht-Formaten kann ein leicht aufgehelltes CMYK sinnvoll sein (Leuchtdichte des Hinterleuchtens verändert die Farbwahrnehmung).

Schwarze Flächen: Auf großen Druckformaten werden tiefschwarze Flächen als „sattes Schwarz" (Rich Black) definiert: typischerweise C:60 M:40 Y:40 K:100. Reines K:100 wirkt auf großen Flächen oft flach und streifig. Für feine Schriften bleibt reines K:100 die sichere Wahl (Passerprobleme bei Rich Black auf kleinen Schriften).

Papier und Materialien:

  • Standardpapier für normale Außenplakate: 115–150 g/m² Offsetpapier (nassfest beschichtet für Witterungsschutz)
  • Backlit-Folien: transluzentes PVC oder PET-Folie (115–150 µm) für Lightboxen
  • Bannergewebe (PVC-beschichtet): für strapazierfähige Außenpräsentation, UV-beständig
  • Aufkleber/Vinylfolien: für Schaufenster, Fahrzeuge, Gebäudeflächen

Druckverfahren:

  • Offsetdruck: Wirtschaftlich ab ca. 500–1.000 Exemplaren; beste Druckqualität für Papierplakate bis DIN A0; begrenzt auf Papiermaterialien
  • Digitaldruck (Tonerbasiert): Für Kleinauflagen ab 1 Stück; DIN A0 bis gelegentlich Großformat; günstiger Einstieg
  • Tintenstrahlgroßformatdruck (Inkjet/Wide-Format): Für alle Formate über DIN A0 und für flexible Trägermaterialien (Folien, Banner, Gewebe); Standardverfahren für Außenwerbung

Logistische Hinweise: Bei Großflächenformat werden Plakate in Bahnen von ca. 89 cm Breite gedruckt und auf der Plakatwand Streifen für Streifen zusammengeklebt. Dateiaufbereitung in Bahnen mit Überlappung ist in diesem Fall nötig.

Beispiele

  1. Citylightplakate für Kinostarts (Arthouse-Kinos): 1.185 × 1.750 mm, Backlitdruck, lebendige Farbwiedergabe; hohe Sichtbarkeit in Fußgängerzonen.
  2. Wahlkampfgroßflächen (Bundestagswahl): 18-Bogen (3.560 × 2.520 mm), Offsetdruck auf Papier, mehrteilige Klebung; typisch für Litfaßsäulen und Baugerüste.
  3. Festivalplakate (Rock am Ring Megaboard): Gewebebanner auf Metallrahmen, Inkjetdruck, UV-laminiert; mehrere Meter hoch über dem Festivalgelände.
  4. Bauzaunplane für Bauprojekte: Gedruckte PVC-Folie mit Ösen, bis 100 m lang; verbindet Bauschutz mit Kommunikation.
  5. Ganzzugbeklebung (U-Bahn): Foliendruck, Rundum-Beklebung; Sonderformat, das präzise Übergänge zwischen Folienabschnitten erfordert.

In der Praxis

Checkliste vor der Druckdatenabgabe:

  • Format in korrekter Größe mit Beschnittzugabe (3–10 mm je nach Druckbetrieb)
  • Auflösung entsprechend Betrachtungsabstand (s. Tabelle oben)
  • Farbmodus: CMYK, Farbprofil ISO Coated v2 (ECI) für Offsetdruck
  • Schriften in Pfade konvertiert (Outline Fonts)
  • Verknüpfte Bilder eingebettet oder mitgeliefert
  • Schnittmarken aktiviert
  • PDF/X-1a oder PDF/X-4 als Ausgabeformat

Vergleich & Abgrenzung

Der Großformatdruck unterscheidet sich vom normalen Posterformat (DIN A1, A2) durch die Anforderungen an Skalierung, Material und Druckverfahren. Das DOOH – Digital Out-of-Home-Format (Digital Out-of-Home) ist die digitale Alternative zum physischen Großformatdruck – kein Druck nötig, dafür pixelgenaue Bildschirmauflösung und Animationsformate.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Auflösung brauche ich für ein DIN-A0-Plakat? 150 dpi in Endgröße sind für DIN A0 ausreichend, da das Plakat typischerweise aus 1–3 Metern betrachtet wird. 300 dpi sind nur bei sehr kleinen Schriften oder feinen Linien nötig. Beim Anlegen der Datei in verkleinertem Maßstab (z. B. 1:5 = A4-Größe) entsprechend 750 dpi verwenden.

Was ist der Unterschied zwischen Citylight und 18-Bogen-Großfläche? Citylight (1.185 × 1.750 mm) ist ein Einzelplakat, meist in einem beleuchteten Kasten; es wird als Ganzes gedruckt und eingesetzt. Die 18-Bogen-Großfläche (3.560 × 2.520 mm) ist deutlich größer, wird aus Streifen zusammengeklebt und steht auf dedizierten Werbeflächen oder Litfaßsäulen.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Zahn, Markus: Druckproduktion heute. Stiebner, München 2018.
  • ECI (European Color Initiative): ISO Coated v2 Farbprofil und Anwendungshinweise. www.eci.org, 2023.
  • fogra.org: Technische Standards für Druckdaten. FOGRA Forschungsgesellschaft Druck, München (laufend aktualisiert).
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