Italic (Chancery Italic) ist die moderne kalligrafische Kursivschrift mit leicht geneigten, ovalen Buchstaben, die direkt aus der Renaissance-Kanzleischrift Cancelleresca hervorging.
Rubrik: Kalligrafie · Unterrubrik: Lateinische Schriften · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Chancery Italic, Italic Hand, italische Kursive, moderne Kanzleikursive
Was ist die Italic?
Die Italic (Chancery Italic) ist eine geneigte, fließende Kursivschrift, die heute zu den beliebtesten Schriften der westlichen Kalligrafie zählt. Sie basiert auf der italienischen Kanzlei-Kursive der Renaissance und verbindet zügiges Schreiben mit großer Eleganz und guter Lesbarkeit.
Erklärung
Die Italic im kalligrafischen Sinn ist die moderne Fortführung der Cancelleresca, der Kanzlei-Kursive des 16. Jahrhunderts. Im 20. Jahrhundert belebten Kalligrafen wie Alfred Fairbank und Edward Johnstons Schülerkreis diese Schrift wieder und machten sie zu einer der meistgeübten Handschriften der modernen Kalligrafie. Charakteristisch sind die ovalen (nicht runden) Buchstabenformen, die leichte Rechtsneigung von etwa 5 bis 10 Grad sowie die feinen Ein- und Ausstriche, die zu Verbindungen führen können.
Die Italic existiert in zwei Hauptformen: einer formalen, aufrechteren Variante und einer schnelleren, stärker verbundenen Schreibvariante. Ihre Bedeutung liegt in ihrer Vielseitigkeit – sie eignet sich für Urkunden, Einladungen, Gedichte und auch als alltagstaugliche Schönschrift. Zudem prägte die Italic-Bewegung den Schreibunterricht im 20. Jahrhundert und beeinflusst die Gestaltung kursiver Druckschriften.
Beispiele
- Beispiel 1: Alfred Fairbanks „A Handwriting Manual" (1932) zur Italic-Handschrift.
- Beispiel 2: Moderne Hochzeitseinladungen und Urkunden in Italic.
- Beispiel 3: Gedichttafeln und kalligrafische Karten.
- Beispiel 4: Schreibunterricht nach der Italic-Methode an Schulen des 20. Jahrhunderts.
- Beispiel 5: Schriftproben mit ovalen Grundformen und leichter Neigung.
In der Praxis
Die Italic schreibt man mit der Breitfeder bei einem Schreibwinkel von etwa 40 bis 45 Grad und einer Buchstabenneigung von rund 5 bis 10 Grad nach rechts. Grundlage ist das ovale „o", aus dem sich die übrigen Buchstaben ableiten. Wichtig sind gleichmäßige Neigung, paralleler Strichverlauf und ein flüssiger Rhythmus. Die Italic gilt als ausgezeichnete Schrift nach der Foundational Hand und kann sowohl formal als auch zügig geschrieben werden. Geeignet sind Breitfedern und glattes Papier.
Vergleich & Abgrenzung
Die Italic wird oft mit der historischen Cancelleresca gleichgesetzt. Sie ist deren direkte Fortführung; der Begriff „Italic" betont eher die moderne, lehrbare Form, „Cancelleresca" die historische Renaissance-Schrift.
| Merkmal | Italic | Foundational Hand |
|---|---|---|
| Neigung | geneigt | aufrecht |
| Grundform | oval | rund (Kreis) |
| Tempo | zügig, kursiv | ruhig, formal |
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Italic und Foundational Hand? Die Foundational Hand ist eine aufrechte, kreisbasierte Buchschrift; die Italic ist geneigt, oval und kursiv. Beide gehören zum Grundkanon der Breitfeder-Kalligrafie.
Ist die Italic dasselbe wie kursiver Druck? Nein. Die kalligrafische Italic ist eine handgeschriebene Schrift; kursive Druckschriften sind davon inspiriert, aber technisch eigenständige Schriftarten.
Weiterführend
- Fairbank, Alfred (1932): A Handwriting Manual. London: Faber & Faber.
- Gourdie, Tom (1955): Italic Handwriting. London: Studio Vista.
- Harris, David (2003): The Art of Calligraphy. London: Dorling Kindersley.

