← Zurück zu Kalligrafie
Foundational Hand ist die von Edward Johnston um 1906 aus der englischen Karolingischen Minuskel abgeleitete, runde Breitfeder-Buchschrift, die als Grundlage der modernen westlichen Kalligrafie gilt.

Rubrik: Kalligrafie · Unterrubrik: Lateinische Schriften · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Johnston Hand, Foundational, englische Rundschrift

Was ist die Foundational Hand?

Die Foundational Hand ist eine runde, klar konstruierte Buchschrift, die Edward Johnston zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte. Er orientierte sich an englischen Handschriften des 10. Jahrhunderts und schuf damit eine Schrift, die heute weltweit als Einstiegs- und Referenzschrift der Breitfeder-Kalligrafie unterrichtet wird.

Erklärung

Edward Johnston (1872–1944) gilt als Begründer der modernen Kalligrafie-Bewegung. Für seine Foundational Hand studierte er mittelalterliche Manuskripte, insbesondere den englischen Ramsey-Psalter (um 980), und destillierte daraus ein System klarer, geometrisch nachvollziehbarer Buchstabenformen. Der Kreis bildet das Grundgerüst des kleinen „o", aus dem sich Bögen und Rundungen ableiten. Der Schreibwinkel liegt typischerweise bei etwa 30 Grad, die Buchstabenhöhe beträgt rund viereinhalb Federbreiten.

Die Bedeutung der Foundational Hand liegt darin, dass sie alle wesentlichen Prinzipien der Breitfeder vereint: konstanter Winkel, klarer Strich-Kontrast zwischen Haar- und Schattenstrichen sowie ausgewogene Proportionen. Wer diese Schrift beherrscht, hat das Fundament, um anschließend gotische, humanistische oder kursive Schriften zu erlernen – daher der Name „Foundational".

Beispiele

  • Beispiel 1: Johnstons eigenes Lehrwerk „Writing & Illuminating, & Lettering" (1906) mit Musteralphabeten.
  • Beispiel 2: Übungsalphabete in heutigen Kalligrafie-Kursen als erste formale Buchschrift.
  • Beispiel 3: Gedichttafeln und Urkunden, die in ruhiger Foundational Hand gesetzt werden.
  • Beispiel 4: Schriftproben mit eingezeichneten Federbreiten zur Proportionskontrolle.
  • Beispiel 5: Vergleichende Tafeln, die Foundational Hand neben ihrer Vorlage, der Karolingischen Minuskel, zeigen.

In der Praxis

Geschrieben wird die Foundational Hand mit einer Breitfeder bei konstantem Schreibwinkel von etwa 30 Grad. Die x-Höhe beträgt rund viereinhalb Federbreiten, Ober- und Unterlängen ungefähr drei Federbreiten. Wichtig sind das runde „o" als Maßstab, gleichmäßige Buchstabenabstände und ein bewusster Bogenansatz. Geeignete Werkzeuge sind Stahl-Breitfedern (z. B. 2,5–3,5 mm) und glattes, gut leimgebundenes Papier. Anfänger/innen sollten zuerst die Rundbuchstaben üben.

Vergleich & Abgrenzung

Die Foundational Hand wird oft mit der Karolingischen Minuskel verwechselt, von der sie abgeleitet ist. Die Karolingische Minuskel ist die historische Originalschrift des 9.–12. Jahrhunderts; die Foundational Hand ist Johnstons moderne, didaktisch geglättete Neufassung.

MerkmalFoundational HandKarolingische Minuskel
Entstehungum 1906, Edward Johnstonab ca. 780, Frankenreich
ZweckLehr- und Referenzschriftmittelalterliche Buchschrift
Formgebungsystematisiert, kreisbasiertgewachsen, regional variabel

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Foundational Hand und Karolingischer Minuskel? Die Karolingische Minuskel ist die historische mittelalterliche Schrift; die Foundational Hand ist Johnstons moderne, lehrtaugliche Ableitung daraus mit vereinheitlichten Proportionen.

Warum heißt sie „Foundational"? Weil sie als Fundament dient: Sie vermittelt die Grundprinzipien der Breitfeder, auf denen alle weiteren historischen Schriften aufbauen.

Weiterführend

  • Johnston, Edward (1906): Writing & Illuminating, & Lettering. London: John Hogg.
  • Harris, David (2003): The Art of Calligraphy. London: Dorling Kindersley.
  • Mediavilla, Claude (2006): Kalligraphie. Vom Zeichen zur Schrift. Hamburg: Hauschka.
← Zurück zu Kalligrafie
Infotag · 13. Mai · 15:00 Uhr · Vor Ort

Sei am Mittwoch dabei.
Bring Eltern oder Freunde mit.

Ein halber Nachmittag, der dir drei Jahre Klarheit bringen kann. Kostenlos, unverbindlich, ehrlich.

  • Rundgang durch Studios, Schnitträume und Tonstudio
  • Echte Absolventenfilme sehen
  • 1:1-Beratung zu Bewerbung & BAföG
  • Studierende direkt fragen
  • Kaffee, kein Sales-Pitch
  • Auch online möglich

Platz beim Infotag reservieren

Dauert 30 Sekunden. Bestätigung per E-Mail.
100 % kostenlos · keine Verpflichtung · jederzeit absagbar