Radiergummi und Korrekturmittel sind die Hilfsmittel der Kalligrafie zum spurlosen Entfernen von Bleistift-Hilfslinien und zum Ausbessern von Tintenfehlern, von weichem Knetgummi über Deckweiß bis zum Auskratzen.
Rubrik: Kalligrafie · Unterrubrik: Werkzeuge & Materialien · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Knetradierer, Deckweiß, Korrekturweiß, Tintenkiller, eraser
Was sind Radiergummi und Korrekturmittel?
Radiergummi und Korrekturmittel dienen in der Kalligrafie dazu, Bleistift-Hilfslinien nach dem Schreiben zu entfernen und kleine Fehler in der Tinte zu kaschieren. Da Tinte meist nicht radierbar ist, kommen je nach Untergrund unterschiedliche Korrekturtechniken zum Einsatz.
Erklärung
Hilfslinien werden in der Kalligrafie immer mit Bleistift vorgezeichnet und nach dem vollständigen Trocknen der Tinte ausradiert. Hierfür eignet sich ein weicher Knetgummi (Kneadable Eraser), der die Graphitspuren aufnimmt, ohne die Papieroberfläche aufzurauen oder die Tinte zu verschmieren. Ein harter Radierer kann dagegen die Schreibfläche beschädigen und matte Tinte abreiben. Wichtig ist, erst zu radieren, wenn die Tinte absolut trocken ist – sonst entstehen Schlieren.
Bei Tintenfehlern hängt das Korrekturmittel vom Untergrund ab. Auf Papier lässt sich Tinte kaum entfernen; kleine Patzer kaschiert man mit Deckweiß (weiße Gouache oder ein spezielles Korrekturweiß), über das nach dem Trocknen wieder geschrieben werden kann. Auf festem Papier oder Karton hilft vorsichtiges Abkratzen der obersten Faserschicht mit einem scharfen Messer oder einer Rasierklinge, anschließend wird die Stelle mit dem Falzbein geglättet. Auf Pergament und Vellum ist das Auskratzen mit dem Federmesser die klassische und beste Methode, weil die Tinte dort nicht tief einzieht. Radiergummi und Korrekturmittel sind damit ebenso wichtig wie Feder und Tinte – sie entscheiden, ob ein kleiner Fehler das ganze Werk ruiniert.
Beispiele
- Knetgummi: nimmt Graphit auf, ohne die Tinte zu verschmieren.
- Weicher Radierer (Plastik/PVC-frei): für größere Graphitflächen.
- Deckweiß (Gouache): überdeckt Tintenfehler auf Papier.
- Rasierklinge/Skalpell: kratzt Tinte auf festem Karton ab.
- Federmesser: klassisches Auskratzen auf Pergament und Vellum.
In der Praxis
Vor dem Radieren prüft man mit dem Finger, ob die Tinte vollständig trocken ist. Der Knetgummi wird durch Tupfen statt Reiben verwendet, um die Oberfläche zu schonen. Deckweiß deckt am besten in dünnen, mehreren Schichten. Beim Auskratzen arbeitet man mit flacher Klinge und sehr leichtem Druck. Ein Tintenradierer oder Glasfaserstift kann hartnäckige Stellen entfernen, raut das Papier aber auf.
Vergleich & Abgrenzung
Deckweiß und Radiergummi werden manchmal verwechselt: Der Radiergummi entfernt Bleistift, das Deckweiß überdeckt Tinte.
| Merkmal | Knetgummi | Deckweiß |
|---|---|---|
| Ziel | Graphit | Tinte |
| Wirkung | entfernt | überdeckt |
| Untergrund | Papier | Papier |
Häufige Fragen (FAQ)
Wie entfernt man Hilfslinien, ohne die Schrift zu verschmieren? Erst nach vollständigem Trocknen der Tinte radieren und einen weichen Knetgummi verwenden, den man eher tupft als reibt. So nimmt er das Graphit auf, ohne die Schreibfläche oder die Schrift zu beschädigen.
Kann man Tintenfehler in der Kalligrafie korrigieren? Auf Papier kaum durch Radieren, aber durch Überdecken mit Deckweiß oder vorsichtiges Abkratzen auf festem Karton. Auf Pergament und Vellum lässt sich die Tinte am besten mit dem Federmesser herauskratzen.
Weiterführend
- Harris, David (2003): The Art of Calligraphy. Dorling Kindersley.
- Gordon, Lydia (1990): The Calligrapher's Handbook. A & C Black.
- Mediavilla, Claude (2006): Calligraphy. Scirpus Publications.

