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Papier für Kalligrafie ist ein glatt geleimtes, möglichst säurefreies Schreibpapier, das Tinte ohne Ausbluten annimmt und feine Haarlinien sowie kräftige Abstriche sauber wiedergibt.

Rubrik: Kalligrafie · Unterrubrik: Werkzeuge & Materialien · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Kalligrafiepapier, Schreibpapier, calligraphy paper

Was ist Papier für Kalligrafie?

Papier für Kalligrafie ist der wichtigste Untergrund beim Schreiben mit Feder und Tinte. Gutes Kalligrafiepapier nimmt die Tinte gleichmäßig auf, ohne dass sie in die Fasern einzieht und ausfranst. Entscheidend sind Oberfläche, Leimung, Grammatur und Säurefreiheit.

Erklärung

Die Oberfläche bestimmt, wie die Feder gleitet: Eine zu raue Oberfläche bremst die Spitze und reißt Fasern aus, eine zu glatte lässt die Tinte schlecht haften. Hot-pressed-Papier (heißgepresst) ist glatt und ideal für feine Schrift, während cold-pressed-Papier eine leichte Struktur hat. Die Leimung (engl. „sizing") ist ausschlaggebend: Sie versiegelt die Fasern, sodass die Tinte auf der Oberfläche bleibt und nicht ausblutet (Feathering). Ungeleimtes oder schwach geleimtes Papier saugt die Tinte auf wie Löschpapier.

Die Grammatur, gemessen in Gramm pro Quadratmeter (g/m²), beschreibt das Flächengewicht. Für Übungen reicht Papier ab 90 g/m², für fertige Werke und nasse Techniken eignet sich schwereres Papier ab 160 g/m², das sich bei Feuchtigkeit weniger wellt. Säurefreies, alterungsbeständiges Papier (oft „acid-free" oder nach ISO 9706 zertifiziert) vergilbt nicht und ist Pflicht für Werke, die dauerhaft erhalten bleiben sollen. Wer das richtige Papier für Kalligrafie wählt, vermeidet die häufigste Frustquelle von Anfänger/innen: ausgefranste, verlaufene Schrift.

Beispiele

  • Layout-/Marker-Papier: glatt, günstig, ideal zum Üben (z. B. Rhodia).
  • Hot-pressed-Aquarellpapier: schwer, säurefrei, für fertige Arbeiten.
  • Bütten-/Velin-Papier: hochwertiges Künstler/innenpapier für Urkunden.
  • Übungsblock mit Lineatur: vorgedruckte Hilfslinien für Einsteiger/innen.
  • Pergamentersatz: glattes, leicht transparentes Papier als Vellum-Imitat.

In der Praxis

Vor dem ersten Werk lohnt ein Tropfentest: Ein Tintentropfen, der sauber stehen bleibt, zeigt gute Leimung; verläuft er sternförmig, blutet das Papier aus. Hautfett kann die Annahme stören, daher das Papier nur am Rand anfassen oder mit einem sauberen Blatt unterlegen. Glatte Papiere ab 100 g/m² sind ein guter Allrounder. Bekannte Marken sind Rhodia, Clairefontaine, Hahnemühle und Canson.

Vergleich & Abgrenzung

Papier wird oft mit Pergament/Vellum verwechselt. Papier besteht aus Pflanzenfasern und ist industriell gefertigt, Pergament aus Tierhaut.

MerkmalKalligrafiepapierReispapier (Xuan)
Saugfähigkeitgering (geleimt)hoch (ungeleimt)
Einsatzwestliche Schriftostasiatische Schrift
Oberflächeglattweich, faserig

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Grammatur braucht Papier für Kalligrafie? Zum Üben genügen 90–120 g/m². Für fertige Arbeiten oder nasse Techniken wählt man 160 g/m² oder mehr, damit sich das Papier nicht wellt.

Warum blutet meine Tinte auf dem Papier aus? Das Papier ist zu schwach geleimt oder zu saugfähig. Ein glattes, gut geleimtes oder als „acid-free" gekennzeichnetes Papier hält die Tinte an der Oberfläche und verhindert das Ausfransen.

Weiterführend

  • Harris, David (2003): The Art of Calligraphy. Dorling Kindersley.
  • Mediavilla, Claude (2006): Calligraphy. Scirpus Publications.
  • Hahnemühle (Hrsg.) (2019): Papierkunde für Künstler/innen. Hahnemühle FineArt.
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