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Parallel Pen ist ein Kalligrafie-Füller, dessen Schreibkante aus zwei parallel geführten Metallplatten besteht; er liefert besonders scharfe Breitschrift-Striche und kann Farben mischen.

Rubrik: Kalligrafie · Unterrubrik: Werkzeuge & Materialien · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Pilot Parallel Pen, Plattenfeder-Füller, parallel pen

Was ist ein Parallel Pen?

Ein Parallel Pen ist eine besondere Bauart des Kalligrafie-Füllers: Statt einer klassischen Feder bilden zwei dünne, parallel aneinanderliegende Metallplatten die Schreibkante. Zwischen ihnen läuft die Tinte kapillarisch zur Spitze. Diese Konstruktion erzeugt außergewöhnlich saubere, scharfkantige Breitschrift-Striche.

Erklärung

Der Parallel Pen wurde von Pilot entwickelt und hat sich als eigene Werkzeugkategorie etabliert. Das Plattenprinzip sorgt dafür, dass die Tinte über die gesamte Breite der Kante gleichmäßig austritt – die Strichkanten werden dadurch schärfer als bei vielen herkömmlichen Italic-Füllern. Wie eine Breitfeder erzeugt der Parallel Pen Strichkontraste über den Federwinkel und eignet sich für Italic, Versalien und dekorative Breitschriften. Er ist in mehreren Kantenbreiten erhältlich, von schmal bis sehr breit.

Eine Besonderheit ist die Farbmischung: Hält man die Kante eines Parallel Pen kurz gegen die eines zweiten, befüllt mit anderer Farbe, übernimmt der Stift einen Teil der Fremdfarbe und schreibt einen sanften Verlauf, bis die eigene Tinte wieder durchläuft. Das macht das Werkzeug bei farbigem Lettering beliebt. Befüllt wird mit füllertauglicher Tinte aus Patronen; pigmentierte Tusche ist nicht geeignet. Mit der mitgelieferten Reinigungslamelle lässt sich zwischen den Platten verkrustete Tinte entfernen. Der Parallel Pen gilt als einsteigerfreundlich, weil er ohne Tauchen auskommt und dennoch den scharfen, kontrastreichen Strich liefert, der sonst eine Tauch-Breitfeder erfordert.

Beispiele

  • Pilot Parallel Pen 1,5 / 2,4 / 3,8 / 6,0 mm: Die vier gängigen Kantenbreiten.
  • Italic-Schrift: Saubere, kontrastreiche Kursive mit scharfen Kanten.
  • Versalien und Titel: Breite, plakative Schriftzüge.
  • Farbverläufe: Sanfte Übergänge durch Kantenkontakt zweier Stifte.
  • Unterricht: Einstieg in die Breitschrift ohne Tusche und Tauchen.

In der Praxis

Der Parallel Pen wird mit Patronen befüllt; vor dem ersten Schreiben kurz anschreiben, bis Tinte durchläuft. Die breite Kante wird wie eine Breitfeder im konstanten Winkel geführt. Für Farbverläufe tippt man die Kante kurz an einen zweiten, anders gefärbten Stift. Trocknet Tinte zwischen den Platten ein, reinigt man sie mit der beiliegenden Metalllamelle und spült den Stift mit Wasser. Glattes Papier sorgt für saubere Kanten und schont das Plattenpaar.

Vergleich & Abgrenzung

Der Parallel Pen wird oft mit dem normalen Kalligrafie-Füller verwechselt.

MerkmalParallel PenKalligrafie-Füller
Schreibkantezwei Metallplattengeschliffene Feder
Strichkantebesonders scharfmoderat
Farbmischungdirekt möglichkaum

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Parallel Pen und normalem Kalligrafie-Füller? Der Parallel Pen hat statt einer Feder zwei parallele Metallplatten als Schreibkante, die einen besonders scharfen Strich erzeugen und sogar Farbverläufe erlauben. Der klassische Kalligrafie-Füller nutzt eine breit geschliffene Feder mit meist weicherem Kantenbild.

Wie erzeugt man mit dem Parallel Pen Farbverläufe? Man tippt die Schreibkante kurz gegen die eines zweiten Parallel Pen mit anderer Tintenfarbe. Der Stift übernimmt etwas Fremdfarbe und schreibt einen weichen Übergang, bis die eigene Tinte wieder vollständig durchläuft.

Weiterführend

  • Harris, David (2003): The Art of Calligraphy. Dorling Kindersley.
  • Pilot (2021): Parallel Pen User Guide. pilotpen.eu.
  • Mediavilla, Claude (2006): Kalligraphie. Verlag Hermann Schmidt.
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