Plakatfeder ist eine besonders breite Schreibfeder für große Schriften und Plakate, die viel Tusche fasst und breite, gleichmäßige Striche zieht.
Rubrik: Kalligrafie · Unterrubrik: Werkzeuge & Materialien · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: poster nib, Automatic Pen, Breitzugfeder, Schildfeder
Was ist eine Plakatfeder?
Die Plakatfeder ist eine sehr breite Variante der Breitfeder, die für große Formate wie Plakate, Banner und Schilder gedacht ist. Ihre Schreibkante ist deutlich breiter als die einer normalen Breitfeder und fasst entsprechend mehr Tusche, sodass lange, breite Striche in einem Zug gelingen.
Erklärung
Die Plakatfeder löst ein praktisches Problem: Wer große Buchstaben schreiben will, braucht eine breite Kante und ein großes Tintenreservoir. Viele Plakatfedern arbeiten daher mit zwei aufeinanderliegenden Metallblättern (Doppelkante), zwischen denen die Tusche kapillarisch gehalten wird – das bekannteste Beispiel ist der „Automatic Pen". Andere Plakatfedern sind einfach sehr breit dimensionierte Bandzugfedern. Die Tusche wird nicht durch Tauchen, sondern oft mit einem Pinsel zwischen die Blätter eingestrichen, was die Schreibdauer pro Befüllung stark verlängert.
Plakatfedern erzeugen wie die Breitfeder Strichkontraste über den Federwinkel, allerdings in größerem Maßstab. Manche Modelle haben gezahnte oder mehrteilige Kanten, die mehrere parallele Linien gleichzeitig ziehen – nützlich für dekorative Effekte. Wegen der großen benetzten Fläche braucht es saugfähiges, aber nicht durchschlagendes Papier. Plakatfedern sind im Werkstatt-, Schul- und Schaufensterbereich verbreitet, wo schnell lesbare, große Schriften gefragt sind. Sie ergänzen die feineren Breit- und Redisfedern nach oben hin in der Strichbreite.
Beispiele
- Automatic Pen: Doppelblatt-Plakatfeder in vielen Breiten, mit Pinsel befüllbar.
- Coit Pen: Amerikanische Plakatfeder mit auswechselbaren, teils gezahnten Kanten.
- Brause breite Bandzugfeder: Große Breitfeder bis 5 mm für Plakatschriften.
- Schaufenster-Beschriftung: Große Preis- und Aktionsschriften.
- Dekorative Banner: Mehrlinige Effekte mit gezahnten Plakatfedern.
In der Praxis
Plakatfedern werden meist nicht getaucht, sondern mit einem Pinsel zwischen die Blätter mit Tusche oder Gouache befüllt – das erlaubt auch dickflüssige, deckende Farben. Vor dem Schreiben testet man den Strich auf Probepapier, da die große Fläche viel Material abgibt. Wegen der Breite ist eine ruhige, gleichmäßige Führung wichtig. Nach Gebrauch werden die Blätter gründlich gereinigt, damit keine Tusche eintrocknet und die Kapillarwirkung erhalten bleibt. Großformatiges, gut geleimtes Papier verhindert Durchschlagen.
Vergleich & Abgrenzung
Die Plakatfeder unterscheidet sich von normaler Breit- und Redisfeder vor allem durch Größe und Befüllung.
| Merkmal | Plakatfeder | Breitfeder |
|---|---|---|
| Strichbreite | sehr breit | fein bis mittel |
| Befüllung | oft Pinsel/Reservoir | Tauchen |
| Einsatz | Plakate, Banner | Buchschriften |
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Plakatfeder und Breitfeder? Die Plakatfeder ist eine sehr breite, großformatige Feder mit viel Tintenkapazität für Plakate und Banner, oft mit Doppelkante. Die normale Breitfeder ist feiner und für Buchschriften gedacht. Beide nutzen den Federwinkel für Strichkontrast.
Wie befüllt man eine Plakatfeder? Viele Plakatfedern werden nicht getaucht, sondern mit einem Pinsel zwischen die Metallblätter mit Tusche oder Gouache eingestrichen. So bleibt die Feder lange schreibfähig und kann auch deckende Farben aufnehmen.
Weiterführend
- Harris, David (2003): The Art of Calligraphy. Dorling Kindersley.
- Mediavilla, Claude (2006): Kalligraphie. Verlag Hermann Schmidt.
- Gourdie, Tom (1982): Calligraphic Styles. Taplinger Publishing.

