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Messekonzept ist das strategische Planungsdokument, das Ziele, Zielgruppe, Botschaften, Budget und Umsetzungsmaßnahmen eines Messeauftritts in einem kohärenten Rahmen zusammenfasst.

Rubrik: Messe, Event & Ausstellungsdesign · Unterrubrik: Grundlagen · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Messeauftrittskonzept, Messestrategie, Messebriefing

Was ist ein Messekonzept?

Ein Messekonzept legt vor dem eigentlichen Messebau den gesamten strategischen Rahmen für einen Messeauftritt fest. Es beantwortet die Fragen: Warum nehmen wir an dieser Messe teil? Wen wollen wir ansprechen? Und wie kommunizieren wir unsere Botschaft wirkungsvoll? Ohne ein durchdachtes Konzept riskieren Aussteller hohe Kosten ohne klaren Rückfluss.

Erklärung

Ein vollständiges Messekonzept umfasst mehrere aufeinander aufbauende Ebenen. Auf der strategischen Ebene werden Messeziele definiert: Neukundengewinnung, Bestandskundenpflege, Produktlaunch, Markenbildung oder Marktforschung. Diese Ziele müssen messbar sein – zum Beispiel über Leadquantität, Besucherkontakte oder Presseerwähnungen.

Auf der kommunikativen Ebene formuliert das Konzept die Kernbotschaft, den Claim und die visuelle Leitidee des Auftritts. Diese Botschaft wird anschließend durch Grafik, Architektur, Licht und digitale Medien am Messestand transportiert.

Die operative Ebene umfasst Budgetplanung, Flächenbelegung, Standgröße, Lieferantenwahl, Personalplanung und Logistik. In Deutschland orientieren sich viele Aussteller dabei an den Richtlinien des AUMA (Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft), der unter anderem Checklisten und Kostenübersichten für Messeauftritte bereitstellt.

Ein gut entwickeltes Messekonzept dient als internes Briefingdokument für alle Beteiligten: Messestandbauer, Grafikdesigner, Marketingabteilung und Vertriebsteam sprechen dieselbe Sprache und arbeiten auf dasselbe Ziel hin. Es ist auch die Grundlage für die spätere Erfolgsmessung nach der Messe: Wurden die gesetzten Ziele erreicht? Welche Maßnahmen haben funktioniert?

Typischerweise wird das Messekonzept 6–12 Monate vor der Messe erstellt. Bei großen internationalen Fachmessen wie der Messe Frankfurt, der Hannover Messe oder der CES in Las Vegas empfiehlt sich sogar ein noch früherer Start, da begehrte Standflächen oft 1–2 Jahre im Voraus vergeben werden.

Beispiele

  1. Messe Frankfurt / Ambiente: Ein mittelständischer Haushaltswarenhersteller erarbeitet ein Messekonzept mit dem Ziel, drei neue Produktlinien zu launchen und 200 qualifizierte Händlerkontakte zu gewinnen. Die Kernbotschaft lautet „Nachhaltiges Design für den modernen Alltag".
  2. IAA Mobility München: Ein Automobilzulieferer entwickelt ein Konzept, das technische Innovation mit emotionaler Erlebnisinszenierung verbindet – interaktive Demonstrationsstationen stehen im Mittelpunkt.
  3. Museum / Sonderausstellung: Ein Stadtmuseum erstellt ein Ausstellungskonzept für eine Retrospektive zur Stadtentwicklung. Zielgruppe: Schulklassen und Geschichtsinteressierte ab 14 Jahren.
  4. Corporate Event / Produktlaunch: Ein Softwareunternehmen konzipiert einen Messeauftritt auf der CeBIT-Nachfolgemesse, der Demostationen, Expert Talks und Networking-Zonen integriert.
  5. Best Practice – Bosch auf der Hannover Messe: Bosch kommuniziert jährlich ein durchgängiges Konzeptthema, das Standarchitektur, Produktpräsentation und digitale Kanäle verbindet.

In der Praxis

Das Messekonzept beginnt mit einem Workshop zwischen Marketing, Vertrieb und Geschäftsführung. Ergebnis ist ein Briefingdokument, das Ziele, Budget und Kernbotschaft festhält. Anschließend werden Messebauunternehmen (z. B. Expomobilia, Messen & Events) und Grafikagenturen gebrieft. Digitale Tools wie Microsoft Visio, Miro oder PowerPoint unterstützen die konzeptionelle Arbeit. Die AUMA-Checkliste „Messebeteiligung planen" ist ein bewährtes Hilfsmittel für Einsteiger. Nach der Messe sollte ein strukturiertes Debriefing das Konzept evaluieren.

Vergleich & Abgrenzung

Das Messekonzept ist breiter als ein Messebau-Briefing (das nur die baulichen Anforderungen beschreibt) und spezifischer als eine allgemeine Marketingstrategie. Es unterscheidet sich auch vom Eventkonzept, da es stärker auf B2B-Kommunikation, Lead-Generierung und branchenspezifische Fachpublika ausgerichtet ist. Während ein Eventkonzept Unterhaltung und Erlebnis priorisiert, steht beim Messekonzept die geschäftliche Zielerreichung im Vordergrund.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie früh sollte ich mit dem Messekonzept beginnen? Für größere Messen (ab 50 m² Standfläche) sollte das Konzept mindestens 9–12 Monate vor der Messe vorliegen. Kleinere Auftritte können auch mit 6 Monaten Vorlauf gut umgesetzt werden. Entscheidend ist, dass die Standfläche rechtzeitig gebucht wird – bei großen Messen oft 12–18 Monate im Voraus.

Was kostet ein professionelles Messekonzept? Die Konzeptentwicklung durch eine Agentur kostet je nach Umfang zwischen 2.000 und 20.000 Euro. Bei einem Gesamtbudget von etwa 50.000 Euro für einen mittleren Messeauftritt sollten rund 5–10 % auf Konzept und Planung entfallen. Inhouse-Entwicklungen sparen Agenturkosten, erfordern aber ausreichend interne Kapazitäten.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • AUMA – Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (2023): Leitfaden Messebeteiligung. AUMA Berlin.
  • Kirchgeorg, M. / Springer, C. / Brühe, C. (2012): Live Communication Management. Gabler Verlag.
  • Online: www.auma.de – Checklisten und Leitfäden für Aussteller
  • Online: www.famab.de – FAMAB Kommunikationsverband (Messebau, Live Communication)
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