Das Farb- und Materialkonzept (CMF) legt Color (Farbe), Material und Finish (Oberfläche) einer Kollektion systematisch fest, damit alle Teile gestalterisch zusammenwirken.
Rubrik: Mode · Unterrubrik: Modedesign-Prozess · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: CMF, Color Material Finish, Farb-Material-Konzept
Was ist ein Farb- und Materialkonzept (CMF)?
Ein Farb- und Materialkonzept (CMF) ist die abgestimmte Festlegung von Farben, Materialien und Oberflächen für eine Kollektion oder ein Produkt. CMF steht für Color, Material und Finish. Das Farb- und Materialkonzept stellt sicher, dass die sinnliche und visuelle Wirkung aller Teile zusammenpasst und die Markenidentität trägt.
Erklärung
Der Begriff CMF stammt ursprünglich aus dem Industrie- und Produktdesign und hat sich auch in Mode und Accessoires etabliert. Das Konzept gliedert sich in drei Dimensionen: Color beschreibt die Farbpalette inklusive Haupt-, Neben- und Akzentfarben, oft referenziert über Pantone-Codes. Material legt die verwendeten Stoffe, Leder, Garne oder Kunststoffe fest. Finish beschreibt die Oberfläche und Veredelung – matt, glänzend, gewaschen, beschichtet, strukturiert.
Im Designprozess der Mode bündelt das Farb- und Materialkonzept die Ergebnisse aus Moodboard und Materialauswahl zu einem verbindlichen System. Es definiert etwa, welche Farben in welchen Materialien erscheinen und welche Oberflächen kombiniert werden dürfen. Ein gutes CMF schafft Wiedererkennbarkeit und verhindert beliebige Einzelentscheidungen. CMF-Entscheidungen wirken stark auf die emotionale Wahrnehmung eines Produkts (Becker 2016). Das Konzept dient als Referenz für technische Zeichnung, Tech Pack und Mustererstellung und sorgt dafür, dass die Kollektion als Einheit erscheint.
Beispiele
- Beispiel 1: Eine Farbpalette aus drei Tönen, kombiniert mit mattem Leinen und glänzender Seide.
- Beispiel 2: Ein CMF-Board mit Pantone-Codes, Stoffmustern und Finish-Proben.
- Beispiel 3: Festlegung, dass die Akzentfarbe nur in beschichteten Oberflächen erscheint.
- Beispiel 4: Ein gewaschenes Denim-Finish als durchgängiges Merkmal einer Linie.
- Beispiel 5: Materialwechsel (matt vs. glänzend) zur Differenzierung von Preisstufen.
In der Praxis
In der Praxis wird das CMF auf einem eigenen Board oder Datenblatt mit echten Material- und Farbproben dokumentiert. Pantone-Referenzen sichern die Farbkommunikation mit Lieferanten und Produktion. Wichtig ist Konsistenz: Wenn eine Farbe in mehreren Materialien erscheint, muss sie überall gleich wirken, was Farbabmusterung erfordert. Profis prüfen Finish-Wirkungen unter realem Licht. Das Farb- und Materialkonzept wird mit Einkauf und Produktion abgestimmt, da Finish und Veredelung Kosten und Lieferzeit beeinflussen.
Vergleich & Abgrenzung
Das CMF-Konzept ist ein abgestimmtes Gesamtsystem, die Materialauswahl betrifft nur die einzelnen Stoffe.
| Merkmal | CMF-Konzept | Materialauswahl |
|---|---|---|
| Umfang | Farbe + Material + Finish | nur Material |
| Charakter | System | Einzelentscheidung |
| Funktion | Stimmigkeit sichern | Stoffe festlegen |
Häufige Fragen (FAQ)
Wofür steht CMF? CMF steht für Color, Material und Finish – also Farbe, Material und Oberfläche. Das Konzept legt diese drei Dimensionen für eine Kollektion abgestimmt fest.
Was ist der Unterschied zwischen CMF-Konzept und Materialauswahl? Die Materialauswahl wählt konkrete Stoffe. Das CMF-Konzept ordnet Farbe, Material und Oberfläche zu einem stimmigen Gesamtsystem für die ganze Kollektion.
Weiterführend
- Becker, Liane (2016): CMF Design: The Fundamental Principles of Colour, Material and Finish Design. Frame Publishers.
- Hallett, Clive; Johnston, Amanda (2014): Fabric for Fashion: The Complete Guide. Laurence King.
- Eiseman, Leatrice (2017): The Complete Color Harmony, Pantone Edition. Rockport.

