Kollektionsaufbau und Linienplanung strukturieren eine Modekollektion, indem sie festlegen, welche Teile, Looks und Preislagen sie umfasst und wie sie zusammenwirken.
Rubrik: Mode · Unterrubrik: Modedesign-Prozess · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Kollektionsstruktur, Line Planning, Kollektionsplanung
Was ist Kollektionsaufbau und Linienplanung?
Kollektionsaufbau und Linienplanung bezeichnen das Strukturieren einer Kollektion zu einem stimmigen, verkaufsfähigen Ganzen. Es wird festgelegt, wie viele und welche Teile entstehen, wie sie sich kombinieren lassen und welche Funktion jedes Stück erfüllt. Kollektionsaufbau und Linienplanung verbinden so kreative Idee mit kaufmännischer Logik.
Erklärung
Eine Kollektion ist mehr als eine Sammlung einzelner Entwürfe. Der Kollektionsaufbau ordnet die Teile nach Kategorien – etwa Oberteile, Hosen, Kleider, Outerwear – und nach Funktion innerhalb des Looks. Die Linienplanung legt darüber hinaus fest, wie viele Stile pro Kategorie, welche Farb- und Materialvarianten und welche Preislagen geplant sind. Ziel ist eine ausgewogene Mischung aus verlässlichen Basics, profilierenden Trendteilen und aufmerksamkeitsstarken Statement-Pieces.
Beim Kollektionsaufbau achten Designer/innen auf einen roten Faden: Farbwelt, Materialien und Silhouetten sollen erkennbar zusammengehören. Gleichzeitig müssen sich die Teile untereinander kombinieren lassen, damit Kund/innen mehrere Stücke kaufen. Die Linienplanung berücksichtigt zudem wirtschaftliche Vorgaben wie Margen, Mengen und Lieferzeitpunkte. Sie steht in enger Beziehung zum Range Plan, der das Sortiment kaufmännisch ausplant (Goworek 2007). Der Kollektionsaufbau folgt dem saisonalen Modezyklus und muss frühzeitig stehen, weil er Material- und Produktionsplanung steuert.
Beispiele
- Beispiel 1: Eine Kollektion aus 30 Teilen, aufgeteilt in 40 % Basics, 40 % Trend, 20 % Statement.
- Beispiel 2: Ein durchgängiges Farbkonzept aus drei Hauptfarben und zwei Akzenttönen über alle Teile.
- Beispiel 3: Eine Linienplanung, die jedes Oberteil mit mindestens zwei Hosen kombinierbar macht.
- Beispiel 4: Eine Capsule Collection aus wenigen, stark untereinander kombinierbaren Teilen.
- Beispiel 5: Ein gestaffelter Liefertermin-Plan (Drops) innerhalb einer Saison.
In der Praxis
In der Praxis visualisieren Teams den Kollektionsaufbau auf einer Übersichtswand oder in einer Matrix, die Teile, Farben und Preislagen zeigt. So werden Lücken und Überschneidungen früh sichtbar. Die Linienplanung wird regelmäßig mit Einkauf und Vertrieb abgestimmt, da diese die wirtschaftliche Tragfähigkeit prüfen. Wichtig ist Disziplin: Zu viele Einzelteile erhöhen Kosten und Komplexität, zu wenige schwächen die Auswahl. Eine gute Planung balanciert kreative Vielfalt und kaufmännische Effizienz.
Vergleich & Abgrenzung
Der Kollektionsaufbau ist gestalterisch-strukturell, der Range Plan ist primär kaufmännisch und mengenorientiert.
| Merkmal | Kollektionsaufbau | Range Plan |
|---|---|---|
| Fokus | Struktur/Looks | Sortiment/Mengen |
| Perspektive | gestalterisch | kaufmännisch |
| Ergebnis | stimmige Kollektion | geplantes Sortiment |
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Kollektionsaufbau und Range Plan? Der Kollektionsaufbau strukturiert die Kollektion gestalterisch in Looks und Teile. Der Range Plan plant das Sortiment kaufmännisch nach Mengen, Preislagen und Lieferterminen.
Wie viele Teile gehören in eine Kollektion? Das hängt von Markttyp und Marke ab. Wichtiger als die Zahl ist eine ausgewogene Mischung aus Basics, Trend- und Statement-Teilen mit erkennbarem roten Faden.
Weiterführend
- Goworek, Helen (2007): Fashion Buying. Blackwell.
- Renfrew, Elinor; Renfrew, Colin (2009): Developing a Collection. AVA Publishing.
- Jenkyn Jones, Sue (2011): Fashion Design. Laurence King.

