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Recherche und Trendanalyse in der Mode ist die systematische Sammlung und Auswertung von Markt-, Zielgruppen- und Trenddaten als Entscheidungsgrundlage für eine Kollektion.

Rubrik: Mode · Unterrubrik: Modedesign-Prozess · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Moderecherche, Trend Research, Trendforschung

Was ist Recherche und Trendanalyse?

Recherche und Trendanalyse bezeichnen den Vorgang, relevante Informationen über Markt, Konsumverhalten und kommende Strömungen zu sammeln und für den Designprozess nutzbar zu machen. Die Recherche liefert das Material, die Trendanalyse interpretiert es und leitet Richtungen ab. Recherche und Trendanalyse machen Designentscheidungen begründbar statt zufällig.

Erklärung

Die Recherche unterscheidet primäre und sekundäre Quellen. Primärrecherche umfasst eigene Beobachtungen wie Street-Style-Fotos, Messebesuche, Interviews oder Materialscouting. Sekundärrecherche nutzt bestehende Quellen – Trendreports, Fachpresse, Verkaufsdaten und Plattformen wie WGSN oder Pantone-Veröffentlichungen. Aus dieser Basis filtert die Trendanalyse wiederkehrende Muster: Farben, Silhouetten, Materialien, Themen und gesellschaftliche Strömungen.

Trends bewegen sich auf mehreren Ebenen. Langfristige Megatrends wie Nachhaltigkeit oder Digitalisierung wirken über Jahre, während saisonale Mikrotrends schnell kommen und gehen. Eine fundierte Recherche und Trendanalyse ordnet Beobachtungen diesen Ebenen zu und prüft ihre Relevanz für die eigene Zielgruppe. Methodisch helfen Werkzeuge wie SWOT-Analyse, Trendkarten und Konsumentenmilieus (Raymond 2010). Wichtig ist die kritische Distanz: Nicht jeder Laufsteg-Trend passt zu einer Marke. Die Ergebnisse fließen in Briefing, Konzept und Moodboard ein und prägen die spätere Material- und Farbauswahl.

Beispiele

  • Beispiel 1: Analyse von WGSN-Reports zur Identifikation der Leitfarben für die kommende Herbst/Winter-Saison.
  • Beispiel 2: Street-Style-Dokumentation während der Fashion Weeks zur Beobachtung realer Tragweisen.
  • Beispiel 3: Auswertung eigener Verkaufsdaten, um erfolgreiche Schnitte fortzuschreiben.
  • Beispiel 4: Messebesuch (z. B. Première Vision) zur Materialrecherche.
  • Beispiel 5: Social-Listening auf Plattformen zur Erkennung früher Mikrotrends.

In der Praxis

In der Praxis kombinieren Modeunternehmen kostenpflichtige Trenddienste mit eigener Beobachtung. Eine gute Recherche und Trendanalyse trennt belastbare Signale von kurzlebigem Hype und dokumentiert Quellen nachvollziehbar. Tools reichen von Trendplattformen über Tabellenkalkulation für Verkaufsdaten bis zu Stimmungsboards. Wichtig ist die zeitliche Vorlaufplanung: Wegen langer Produktionszyklen muss die Analyse oft zwölf bis achtzehn Monate vor Verkaufsstart abgeschlossen sein.

Vergleich & Abgrenzung

Recherche sammelt Informationen, Trendanalyse interpretiert sie und leitet Handlungsrichtungen ab.

MerkmalRechercheTrendanalyse
Tätigkeitsammelnauswerten
ErgebnisMaterial/DatenRichtungsempfehlung
FokusBreiteRelevanz

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Recherche und Trendanalyse? Recherche ist das Sammeln von Informationen aus primären und sekundären Quellen. Trendanalyse ist die Auswertung dieser Informationen, um daraus Richtungen für die Kollektion abzuleiten.

Wie weit im Voraus erfolgt die Trendanalyse? Wegen langer Vorlaufzeiten in der Produktion findet die Trendanalyse häufig zwölf bis achtzehn Monate vor dem Verkaufsstart einer Saison statt.

Weiterführend

  • Raymond, Martin (2010): The Trend Forecaster's Handbook. Laurence King.
  • Brannon, Evelyn L. (2010): Fashion Forecasting. Fairchild.
  • Sorger, Richard; Udale, Jenny (2017): The Fundamentals of Fashion Design. Bloomsbury.
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