Der Range Plan (Sortimentsplanung) ist die kaufmännische Planung, welche Modeartikel in welchen Mengen, Farben, Preislagen und Lieferterminen eine Saison ausmachen.
Rubrik: Mode · Unterrubrik: Modedesign-Prozess · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Sortimentsplanung, Range Planning, Range Architecture
Was ist ein Range Plan?
Ein Range Plan, deutsch Sortimentsplanung, ist die strukturierte Aufstellung, welche Produkte ein Modeunternehmen in einer Saison anbietet und in welchem Umfang. Er definiert Kategorien, Stilanzahl, Farbvarianten, Preislagen und Mengen. Der Range Plan verbindet die kreative Kollektion mit den wirtschaftlichen Zielen des Unternehmens.
Erklärung
Während der Kollektionsaufbau die Looks gestalterisch strukturiert, beantwortet der Range Plan kaufmännische Fragen: Wie viele Oberteile, Hosen und Kleider werden gebraucht? In welchen Preislagen? Welche Mengen rechtfertigen die Produktionskosten? Der Range Plan ordnet Teile häufig in einer Matrix nach Kategorie, Preisstufe und Funktion (Good, Better, Best) an und sorgt für eine ausgewogene Sortimentsbreite und -tiefe.
Die Sortimentsplanung berücksichtigt Verkaufsdaten der Vorsaison, Margenziele, Lagerlogik und Liefertermine. Ein guter Range Plan vermeidet Lücken (fehlende Schlüsselartikel) ebenso wie Überschneidungen (zu viele ähnliche Teile, die sich gegenseitig die Verkäufe nehmen, sogenannte Kannibalisierung). Er wird gemeinsam von Design, Einkauf und Merchandising entwickelt (Goworek 2007). Der Range Plan steht früh im Designprozess fest, weil er Budget, Materialbedarf und Produktionskapazität steuert. Spätere Designentscheidungen müssen sich in seinen Rahmen einfügen.
Beispiele
- Beispiel 1: Eine Matrix mit 12 Oberteilen, 8 Hosen und 6 Kleidern über drei Preisstufen.
- Beispiel 2: Ein Range Plan, der pro Schlüsselartikel drei Farbvarianten vorsieht.
- Beispiel 3: Eine Sortimentsplanung mit gestaffelten Lieferterminen über die Saison.
- Beispiel 4: Ein Good-Better-Best-Aufbau einer Sortimentslinie für unterschiedliche Budgets.
- Beispiel 5: Anpassung des Range Plans nach Bestseller-Analyse der Vorsaison.
In der Praxis
In der Praxis entsteht der Range Plan meist in Tabellenkalkulation oder Merchandising-Software, die Mengen, Preise und Margen verknüpft. Teams achten auf Sortimentsbreite (Anzahl Kategorien) und -tiefe (Varianten je Artikel). Eine zentrale Aufgabe ist die Vermeidung von Kannibalisierung durch zu ähnliche Teile. Der Range Plan wird laufend mit aktuellen Verkaufszahlen abgeglichen und vor der finalen Produktionsfreigabe geschärft. Disziplin in der Planung senkt das Risiko teurer Überbestände.
Vergleich & Abgrenzung
Der Range Plan ist kaufmännisch-mengenorientiert, der Kollektionsaufbau gestalterisch-strukturell.
| Merkmal | Range Plan | Kollektionsaufbau |
|---|---|---|
| Fokus | Mengen/Preise | Looks/Struktur |
| Perspektive | kaufmännisch | gestalterisch |
| Werkzeug | Tabelle/Software | Übersichtswand |
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Range Plan und Kollektionsaufbau? Der Range Plan plant das Sortiment kaufmännisch nach Mengen, Preislagen und Terminen. Der Kollektionsaufbau strukturiert dieselbe Kollektion gestalterisch in Looks und Teile.
Was bedeuten Sortimentsbreite und -tiefe? Breite meint die Anzahl der Produktkategorien, Tiefe die Anzahl der Varianten (Farben, Größen) je Artikel. Ein ausgewogener Range Plan steuert beide bewusst.
Weiterführend
- Goworek, Helen (2007): Fashion Buying. Blackwell.
- Jackson, Tim; Shaw, David (2009): Mastering Fashion Marketing. Palgrave Macmillan.
- Easey, Mike (2009): Fashion Marketing. Wiley-Blackwell.

