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Belle Époque bezeichnet die elegante Modeepoche um 1890 bis 1914, geprägt von der geschwungenen S-Kurven-Silhouette, opulenten Roben und großen Hüten.

Rubrik: Mode · Unterrubrik: Modegeschichte · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Fin de Siècle, Edwardianische Mode, edwardian era, La Belle Époque

Was ist die Belle Époque?

Die Belle Époque ist die „schöne Epoche" zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und dem Ersten Weltkrieg. In der Mode steht sie für die geschwungene S-Kurven-Silhouette, kostbare Stoffe, Spitzen und eine raffinierte, repräsentative Eleganz.

Erklärung

Die Belle Époque war eine Zeit relativen Friedens und kulturellen Aufschwungs in Europa, besonders in Paris. Die Mode dieser Epoche zeichnete sich durch das sogenannte „Geradevorder-Korsett" aus, das den Oberkörper nach vorn, das Gesäß nach hinten drückte und so die charakteristische S-Kurven-Silhouette erzeugte. Die Brust wirkte tief und voll, die Taille schmal, die Hüfte betont.

Frauen der Belle Époque trugen bodenlange Roben aus Seide, Chiffon und Spitze, dazu üppig dekorierte, breitkrempige Hüte. Das in den USA durch Illustrator Charles Dana Gibson populäre „Gibson Girl" verkörperte das Schönheitsideal: schlank, hochgesteckte Frisur, selbstbewusst. In England sprach man von der edwardianischen Mode nach König Edward VII.

Die Belle Époque war zugleich die Blütezeit der Pariser Haute Couture mit Häusern wie Worth und Paul Poiret, der gegen Ende der Epoche das Korsett zugunsten fließenderer Linien aufzulösen begann. Mit dem Ersten Weltkrieg endete die Belle Époque abrupt und machte einer funktionaleren Mode Platz.

Beispiele

  • Beispiel 1: Die S-Kurven-Silhouette durch das Geradevorder-Korsett um 1900.
  • Beispiel 2: Das „Gibson Girl" als Schönheitsideal der Jahrhundertwende.
  • Beispiel 3: Breitkrempige, mit Federn und Blumen dekorierte Hüte.
  • Beispiel 4: Spitzen- und Chiffonroben der Pariser Salons.
  • Beispiel 5: Paul Poirets frühe, korsettfreie Entwürfe als Wendepunkt.

In der Praxis

Belle-Époque-Mode ist in Filmen über die Jahrhundertwende und im Theater beliebt (etwa „Titanic"-Settings). Kostümbildner/innen müssen das spezielle S-Kurven-Korsett korrekt einsetzen, da es die gesamte Haltung verändert. Modezeitschriften der Zeit und Fotografien dienen als Quellen. Pastelltöne, Spitzen und fließende Stoffe sind charakteristisch.

Vergleich & Abgrenzung

Die Belle Époque wird oft mit der Mode der 1920er verwechselt. Die 1920er lösten jedoch die taillierte S-Kurve durch eine gerade, hüftbetonte Flapper-Linie ab.

MerkmalBelle ÉpoqueMode der 1920er
SilhouetteS-Kurve, KorsettGerade, hüftbetont
RocklängeBodenlangKürzer (Knie)

Häufige Fragen (FAQ)

Was kennzeichnet die Mode der Belle Époque? Die Belle Époque ist durch die S-Kurven-Silhouette, das Geradevorder-Korsett, bodenlange Roben aus Seide und Spitze sowie große, reich dekorierte Hüte gekennzeichnet.

Wann war die Belle Époque? Die Belle Époque umfasst etwa die Zeit von 1890 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 und gilt als kulturelle Blütezeit besonders in Frankreich.

Weiterführend

  • Mendes, Valerie; de la Haye, Amy (2010): Fashion since 1900. Thames & Hudson, London.
  • Steele, Valerie (1998): Paris Fashion: A Cultural History. Berg Publishers, Oxford.
  • Loschek, Ingrid (2005): Reclams Mode- und Kostümlexikon. Reclam, Stuttgart.
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