Performance Max (PMax) ist ein vollautomatischer Google Ads Kampagnentyp, bei dem künstliche Intelligenz alle Google-Kanäle (Suche, Display, YouTube, Gmail, Maps, Discover) in einer einzigen Kampagne bespielt und die Ausspielung vollständig auf vorgegebene Conversion-Ziele optimiert.
Was ist Performance Max?
Performance Max wurde 2021 von Google eingeführt und seit 2022 als Nachfolger der Smart Shopping Campaigns und lokaler Kampagnen ausgerollt. Das Besondere: PMax ist kein einzelner Kanal, sondern ein kanalübergreifendes Kampagnensystem. Eine einzige PMax-Kampagne kann gleichzeitig auf Google Suche, Google Display, YouTube, Gmail, Google Maps und Google Discover ausgespielt werden.
Die Steuerung übernimmt vollständig Googles KI: Sie entscheidet, wann, wo und an wen welche Anzeige ausgespielt wird – mit dem Ziel, den definierten Conversion-Wert oder die Anzahl der Conversions zu maximieren. Werbetreibende stellen Assets bereit (Bilder, Videos, Texte) und legen Ziel-KPIs fest, den Rest erledigt die Automatisierung.
Erklärung
Asset Groups Das zentrale Bauelement von PMax sind Asset Groups. Jede Asset Group enthält alle notwendigen Anzeigenmaterialien:
- Bis zu 20 Bilder
- Bis zu 5 Videos (YouTube-Links)
- Bis zu 5 Logos
- Bis zu 15 Überschriften
- Bis zu 5 Beschreibungen
- Endgültige URL (Landing Page)
Google kombiniert diese Assets automatisch in passende Anzeigenformate für jeden Kanal.
Audience Signals Werbetreibende können der KI Zielgruppen-Signale geben (Audience Signals), die als Ausgangspunkt dienen – z. B. Remarketing-Listen, Kundendaten oder Interessens-Segmente. Die KI verwendet diese als Hinweis, kann aber auch darüber hinaus optimieren, wenn sie bessere Ergebnisse erwartet.
Gebotsstrategie PMax arbeitet ausschließlich mit Smart-Bidding-Strategien:
- Maximize Conversions (mit optionalem Ziel-CPA)
- Maximize Conversion Value (mit optionalem Ziel-ROAS)
Manuelle Gebote sind nicht möglich – PMax setzt voraus, dass ausreichend Conversion-Daten vorhanden sind. Google empfiehlt mindestens 30–50 Conversions im Monat für stabile Optimierung.
Reporting und Transparenz PMax ist in puncto Transparenz eingeschränkt: Werbetreibende sehen keine keyword-genauen Berichte oder Placement-spezifischen Daten auf Klickebene. Google stellt Insights zu Suchthemen, Asset-Performance und Zielgruppen-Segmenten bereit – aber deutlich weniger granular als bei manuellen Kampagnen.
Seit 2023 bietet Google zusätzliche Berichtsoptionen für PMax, darunter Suchbegriff-Kategorien und Performance-Aufschlüsselung nach Kanälen.
Beispiele
E-Commerce (Shopping): Ein Online-Modehandel nutzt PMax mit verknüpftem Google Merchant Center-Feed, um Produkte auf Shopping, Display, YouTube und Gmail gleichzeitig zu bewerben. Die KI verschiebt Budget automatisch dorthin, wo gerade die beste ROAS zu erzielen ist.
Lokales Unternehmen: Eine Restaurantkette in mehreren Städten nutzt PMax für lokale Ziele – Anrufe, Routenanfragen und Store-Visits. Google Maps wird als Kanal automatisch mitgespielt.
Lead-Generierung: Eine Versicherungsgesellschaft nutzt PMax mit Ziel-CPA für Angebotsanfragen über alle Kanäle gleichzeitig.
In der Praxis
PMax entfaltet sein Potenzial am besten unter folgenden Bedingungen:
- Ausreichend Conversion-Daten vorhanden: Ohne ausreichende historische Daten optimiert die KI blind. Zunächst klassische Kampagnen aufbauen.
- Hochwertige Assets bereitstellen: Je besser und vielfältiger die Assets, desto mehr Kombinationen kann die KI testen. Videos sind besonders wertvoll.
- Klare Conversion-Ziele definieren: PMax optimiert genau das, was als Conversion hinterlegt ist. Sind Micro-Conversions (Seitenaufrufe, kurze Sessions) als Conversion markiert, optimiert die KI darauf – und treibt möglicherweise wenig wertvolle Ereignisse hoch.
- Audience Signals sorgfältig wählen: Eigene Kundenlisten und Remarketing-Audiences als Signale nutzen.
- Brand-Suchbegriffe ausschließen: Über Kampagnenausschlüsse sicherstellen, dass PMax keine Brand-Suchanfragen kannibalisiert, die ohnehin konvertieren würden.
- Mindestens 6–8 Wochen Lernphase einplanen: PMax braucht Zeit zum Lernen. In dieser Phase nicht zu stark eingreifen.
Vergleich & Abgrenzung
| Merkmal | PMax | Suchkampagne | Smart Shopping |
|---|---|---|---|
| Kanalabdeckung | Alle Google-Kanäle | Nur Suchnetzwerk | Shopping + Display |
| Kontrolle | Gering | Hoch | Mittel |
| Transparenz | Eingeschränkt | Hoch | Mittel |
| Keyword-Steuerung | Keine | Vollständig | Keine |
| Geeignet für | Datenreiche Advertiser | Präzises Keyword-Targeting | E-Commerce |
| Status (2024) | Aktuell, wird gefördert | Weiterhin verfügbar | Durch PMax ersetzt |
Häufige Fragen (FAQ)
Ersetzt PMax alle anderen Kampagnentypen? Nein. Suchkampagnen, Display-Kampagnen und YouTube-Kampagnen bleiben weiterhin verfügbar und sinnvoll, wenn gezieltere Steuerung gewünscht ist. Google empfiehlt PMax ergänzend zu Suchkampagnen.
Was passiert, wenn PMax und Suchkampagnen dieselben Keywords haben? Bei Überschneidungen hat in der Regel die Suchkampagne Vorrang, wenn das Gebot und die Anzeigenqualität hoch genug sind. Google hat jedoch 2023 Anpassungen vorgenommen, die PMax in bestimmten Auktionen bevorzugen.
Kann man bei PMax Placements oder Keywords ausschließen? Direkte Keyword-Ausschlüsse sind nicht möglich. Brand-Keywords können über Account-Ausschlüsse oder separate Brand-Kampagnen gesteuert werden. Seit 2023 können Suchbegriff-Ausschlüsse auf Kampagnenebene beantragt werden (über den Google-Support).
Ist PMax für kleine Budgets geeignet? Eingeschränkt. Mit wenig Budget und wenig Conversion-Daten hat die KI zu wenig Lernfähigkeit. Für kleine Konten empfehlen Experten den Start mit manuellen Suchkampagnen.
Verwandte Einträge
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Weiterführend
- Google (2024): Performance Max – Übersicht und Best Practices.
- Google (2024): Performance Max Insights.
- Ginny Marvin / Google Ads Liaison (2023): Performance Max Updates 2023.
- Seifert, M. (2023): Google Performance Max – Chancen und Grenzen im E-Commerce. Handelskraft.
- Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) (2024): Google Ads für den E-Commerce.
