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Creative-Commons-Lizenzen sind standardisierte, weltweit verwendete Lizenzmodelle, mit denen Urheber ihre Werke unter definierten Bedingungen zur freien Nutzung freigeben können, ohne auf ihr Urheberrecht zu verzichten.

Rubrik: Recht & Wirtschaft · Unterrubrik: Urheberrecht · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: CC-Lizenz, CC BY, CC BY-SA, CC BY-NC, CC0, offene Lizenz


Hinweis: Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Bei konkreten rechtlichen Fragen wenden Sie sich bitte an eine qualifizierte Rechtsanwältin oder einen qualifizierten Rechtsanwalt.

Was sind Creative-Commons-Lizenzen?

Creative Commons (CC) ist eine US-amerikanische Non-Profit-Organisation, die seit 2001 standardisierte Lizenzverträge entwickelt und bereitstellt. CC-Lizenzen ermöglichen Urhebern, ihre Werke – Fotos, Texte, Musik, Videos, Datensätze – unter klar definierten Bedingungen der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Im Gegensatz zu vollständig vorbehaltenen Rechten („Alle Rechte vorbehalten") kommunizieren CC-Lizenzen transparent, was erlaubt ist und was nicht. Das Urheberrecht selbst bleibt beim Urheber – lediglich bestimmte Nutzungsrechte werden vorab eingeräumt.

Erklärung

Die vier Lizenzmodule

CC-Lizenzen setzen sich aus bis zu vier Modulen zusammen:

KürzelNameBedeutung
BYAttributionNamensnennung des Urhebers ist Pflicht
SAShareAlikeAbgeleitete Werke müssen unter gleicher Lizenz stehen
NCNonCommercialKeine kommerzielle Nutzung erlaubt
NDNoDerivativesKeine Bearbeitungen erlaubt

Die sechs Haupt-Lizenztypen (CC 4.0)

  1. CC BY – Nur Namensnennung erforderlich; maximale Freiheit für Nachnutzer (auch kommerziell, auch mit Bearbeitung).
  2. CC BY-SA – Namensnennung + Weitergabe unter gleichen Bedingungen (Copyleft-Prinzip; wie Wikipedia).
  3. CC BY-NC – Namensnennung + nur nicht-kommerzielle Nutzung.
  4. CC BY-NC-SA – Namensnennung + nicht-kommerziell + Copyleft.
  5. CC BY-ND – Namensnennung + keine Bearbeitungen (unveränderte Weitergabe).
  6. CC BY-NC-ND – Namensnennung + nicht-kommerziell + keine Bearbeitungen (restriktivste CC-Lizenz).

CC0 – Gemeinfrei-Widmung

Eine Sonderrolle nimmt CC0 ein: Hierbei verzichtet der Urheber in dem nach geltendem Recht maximal möglichen Umfang auf alle Rechte – das Werk wird „in die Gemeinfreiheit entlassen". In Deutschland ist ein vollständiger Verzicht auf das Urheberrecht wegen seiner Unveräußerlichkeit (§ 29 UrhG) rechtlich nicht möglich; CC0 wirkt hier als umfangreiche Nutzungsrechtseinräumung ohne Bedingungen.

Was bedeutet „Namensnennung" (BY)?

Die Namensnennungspflicht ist in allen CC-Lizenzen (außer CC0) enthalten. Die Angabe muss den Namen des Urhebers, die verwendete CC-Lizenz, einen Link zur Lizenz und ggf. einen Hinweis auf Änderungen enthalten – in einer dem Medium angemessenen Form. In sozialen Medien genügt oft eine kurze Angabe im Posting; in gedruckten Publikationen sollte die vollständige Quellenangabe erscheinen.

Die Frage der kommerziellen Nutzung

Das Modul NC (NonCommercial) ist eines der am häufigsten missverstandenen Elemente. „Kommerziell" bedeutet nicht nur direkter Verkauf: Auch Werbebanner auf einer Website, gesponserte Content-Plattformen oder die Nutzung im bezahlten Unternehmenskontext können als kommerziell gelten. Im Zweifel sollte man sich an den Urheber wenden oder eine lizenzfreie Alternative wählen.

Aktuelle Version und Kompatibilität

Die aktuelle Version ist CC 4.0 (seit 2013), die international harmonisiert wurde. Ältere Versionen (1.0 bis 3.0) können an nationale Rechtsordnungen angepasst sein. SA-Lizenzen verschiedener Versionen sind nicht immer miteinander kompatibel – das kann bei Remix-Projekten relevant werden.

Beispiele

  1. Fotograf auf Flickr: Ein Naturfotograf lädt seine Bilder unter CC BY 2.0 hoch. Ein Reiseblog darf diese Bilder kostenfrei nutzen, solange der Name des Fotografen und die Lizenz angegeben werden.
  2. Agentur-Kontext: Eine Agentur sucht Illustrationen für eine Werbekampagne. Bilder unter CC BY-NC sind nicht geeignet – die kommerzielle Nutzung ist ausgeschlossen. Nur CC BY oder CC0 kommen in Betracht.
  3. Social Media: Ein Content-Creator verwendet ein CC BY-SA-Lied als Hintergrundmusik. Das fertige Video muss ebenfalls unter CC BY-SA veröffentlicht werden – das ShareAlike-Prinzip greift.
  4. Grenzfall Blog-Post: Ein Redakteur übersetzt einen CC BY-ND-Artikel. Das ist nicht erlaubt – ND schließt jede Bearbeitung, auch Übersetzungen, aus.
  5. Korrekte Handhabung: Ein Dozent nutzt CC BY-SA-Material für Unterrichtszwecke, nennt Urheber und Lizenz vollständig und gibt das angepasste Material unter CC BY-SA weiter.

In der Praxis

Checkliste für die Nutzung von CC-lizenzierten Werken:

  • [ ] Welche CC-Lizenz gilt genau? (Version, Module)
  • [ ] Ist die geplante Nutzung kommerziell? (NC-Werke dann ausschließen)
  • [ ] Soll das Werk bearbeitet werden? (ND-Werke dann ausschließen)
  • [ ] Namensnennung vollständig und sichtbar angegeben? (Name, Lizenzlink, ggf. Änderungshinweis)
  • [ ] Bei SA: Wird das Werk unter gleicher Lizenz weitergegeben?
  • [ ] Lizenz-Version geprüft? (CC 4.0 vs. ältere Versionen)

Vergleich & Abgrenzung

LizenztypKommerzielle NutzungBearbeitungNamensnennung
CC0JaJaNein
CC BYJaJaJa
CC BY-SAJaJa (mit SA)Ja
CC BY-NCNeinJaJa
CC BY-NDJaNeinJa
CC BY-NC-NDNeinNeinJa

Im Unterschied zu proprietären Lizenzen (z. B. Getty, Shutterstock) muss bei CC-Lizenzen kein individueller Lizenzvertrag abgeschlossen werden – die Lizenz gilt automatisch bei Einhaltung der Bedingungen.

Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich ein CC-lizenziertes Werk in meiner Unternehmenskommunikation nutzen? Das hängt von der Lizenz ab. CC BY und CC BY-SA erlauben kommerzielle Nutzung; CC BY-NC und CC BY-NC-ND schließen sie aus. Was genau „kommerziell" bedeutet, ist nicht abschließend definiert – im Zweifel sollte der Urheber direkt kontaktiert oder ein Anwalt befragt werden.

Verliere ich mein Urheberrecht, wenn ich eine CC-Lizenz vergebe? Nein. Das Urheberrecht bleibt beim Urheber; es werden lediglich Nutzungsrechte vorab und standardisiert eingeräumt. Der Urheber kann das Werk weiterhin selbst nutzen, verkaufen oder auch anderen Personen andere Lizenzen erteilen. Eine einmal vergebene CC-Lizenz kann jedoch nicht für bereits lizenzierte Nutzungen widerrufen werden.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Creative Commons (2024): About the Licenses. creativecommons.org/licenses
  • Wandtke, A.-A. / Bullinger, W. (Hrsg.) (2022): Praxiskommentar zum Urheberrecht. 6. Aufl. C.H.Beck.
  • Online: irights.info – CC-Lizenzen erklärt; wiki.creativecommons.org
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