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LinkedIn für Kreative bezeichnet die strategische Nutzung der Plattform LinkedIn zur Selbstvermarktung, Vernetzung und Akquise in kreativen Berufsfeldern – von Grafikdesign über Fotografie bis zu UX/UI und Motion Design.

Was ist LinkedIn?

LinkedIn ist mit über 950 Millionen Nutzern weltweit (Stand 2024) das größte professionelle soziale Netzwerk. In Deutschland nutzen laut Statista (2023) über 20 Millionen Menschen die Plattform – Tendenz steigend.

Für Kreative ist LinkedIn besonders wertvoll, weil hier nicht nur andere Kreative, sondern vor allem potenzielle Auftraggeber aktiv sind: Art Directoren, Marketing Manager, Unternehmenskommunikation, Verlage, Agenturen.

Erklärung

Das optimale LinkedIn-Profil für Kreative

Profilbild Professionelles, freundliches Foto – kein Logo, kein Urlaubsfoto. Das Gesicht sollte mindestens 60 % des Bildausschnitts einnehmen. Hintergrund einfarbig oder dezent.

Hintergrundbild (Banner) Dieser Bereich wird von vielen unterschätzt: Hier kann man einen Eindruck der eigenen Arbeit geben – ein eigenes Projekt, ein Showreel-Standbild, eine markante Grafik. Maße: 1584 × 396 px.

Headline (Überschrift) Nicht einfach nur den Jobtitel einsetzen. Stattdessen: Nutzenversprechen formulieren.

Schlecht: „Grafikdesigner" Besser: „Brand Designer | Ich helfe Startups, ihre Identität visuell zu finden"

Zusammenfassung (About) Hier in 3–5 Absätzen erzählen: Was macht man? Für wen? Was unterscheidet einen von anderen? Mit Link zur Portfolio-Website erstellen – Die eigene Online-Präsenz für Kreative abschließen.

Arbeitserfahrung Für jede Station: kurze Beschreibung der Aufgaben, wichtige Projekte, Ergebnisse. Medien (Bilder, PDFs, Links) können direkt an Stationen angehängt werden.

Skills & Empfehlungen Skills von Kollegen oder Kunden bestätigt zu bekommen stärkt die Glaubwürdigkeit. Empfehlungsschreiben (1–3 Sätze, von ehemaligen Kunden oder Arbeitgebern) sind besonders wertvoll.

Featured Section Prominente Platzierung von Portfolio-Links, Case Studies, veröffentlichten Artikeln oder Downloads. Die Featured Section erscheint direkt unter der Zusammenfassung.

Content-Strategie auf LinkedIn

Kreative, die regelmäßig posten, haben deutlich mehr Profil-Aufrufe und Anfragen als solche, die nur passiv auf der Plattform sind. Empfehlung: 2–3 Posts pro Woche.

Funktionierender Content für Kreative:

  • Process Posts – Zeige Work-in-Progress, Skizzen, Entwicklungsprozesse
  • Case Studies – Erkläre ein Projekt: Problem → Lösung → Ergebnis
  • Learnings und Einblicke – Was hast du aus einem schwierigen Projekt gelernt?
  • Behind the Scenes – Einblicke in den Arbeitsalltag
  • Meinungen und Analysen – Gedanken zur Branche, zu Trends, zu Tools

LinkedIn bevorzugt algorithmisch Inhalte mit hohem Engagement (Kommentare > Likes > Shares). Fragen am Ende des Posts erhöhen die Interaktionsrate.

Netzwerken auf LinkedIn

Kontaktanfragen sollten immer mit einer persönlichen Nachricht verknüpft sein. Generische Anfragen ohne Text werden häufig ignoriert. Gute Einstiegsnachricht:

„Hallo [Name], ich bin [eigene Tätigkeit] und habe Ihren Beitrag über [Thema] gelesen. Ich finde Ihre Arbeit bei [Unternehmen] sehr inspirierend und würde mich freuen, in Kontakt zu sein."

LinkedIn Creator Mode aktivieren: Dieser Modus priorisiert die Follower-Funktion gegenüber Verbindungen und steigert die organische Reichweite von Inhalten.

Beispiele

Beispiel: UX-Designer, aktiver Content Creator Jonas postet jeden Dienstag einen kurzen Case Study-Post: Problem, Prozess, Resultat, in drei kurzen Abschnitten. Er verknüpft immer einen Link zu seiner Website. Nach sechs Monaten regelmäßigen Postens erhält er monatlich 2–3 Anfragen direkt über LinkedIn.

Beispiel: Fotografin, passiv optimiertes Profil Laura nutzt LinkedIn nicht aktiv zum Posten, hat aber ein vollständiges Profil mit klarer Headline, 15 Arbeitsbeispielen in der Featured Section und drei Empfehlungen von Kunden. Sie wird monatlich von Suchenden über die LinkedIn-Suche gefunden.

In der Praxis

Profil-SEO nutzen. LinkedIn funktioniert wie eine Suchmaschine. Wer seine Headline, Zusammenfassung und Stellenbeschreibungen mit relevanten Keywords versieht (z. B. „Brand Design München", „UX Research", „Food Photography"), wird in der LinkedIn-Suche gefunden.

Kommentare > eigene Posts. Wer auf den Posts von relevanten Personen (Art Directoren, Agenturchefs, Verlagsredakteure) substanzielle Kommentare hinterlässt, wird von deren Publikum gesehen – oft mit geringerer Hürde als eigene Posts.

Nicht spammen. Massenhafte Kontaktanfragen oder generische Pitchnachrichten schaden mehr als sie nutzen. Qualität und Persönlichkeit zählen.

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalLinkedInInstagram
ZielgruppeProfessionals, B2BConsumer, B2C
Content-FormatText, Artikel, BilderBilder, Videos, Stories
NetzwerkfokusBeruflichLebensstil & Kreation
Akquise-PotenzialHoch (B2B)Mittel
AlgorithmusEngagement-basiertReichweitenbasiert

Häufige Fragen (FAQ)

Soll ich LinkedIn auf Deutsch oder Englisch nutzen? Das hängt von der Zielgruppe ab. Für nationale Kunden: Deutsch. Für internationale Auftraggeber oder wenn man remote international arbeiten möchte: Englisch, oder zwei Profilversionen.

Wie oft soll ich posten? 2–3 Mal pro Woche ist optimal. Weniger als 1× pro Woche lässt den Algorithmus die Reichweite reduzieren. Wichtiger als Frequenz ist Konsistenz.

Was ist LinkedIn Premium wert? Für Kreative in der Akquise kann LinkedIn Sales Navigator (ca. 80 €/Monat) nützlich sein, um gezielt Entscheidungsträger zu finden. Das reguläre Premium (ca. 35 €/Monat) ist für die meisten Kreativen nicht zwingend notwendig.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • LinkedIn Marketing Solutions: Content Marketing Best Practices (2024), business.linkedin.com
  • Richard van der Blom: LinkedIn Algorithm Report 2024, jusconnecting.com
  • Statista: „LinkedIn-Nutzer Deutschland 2023", statista.com
  • Melanie Deziel: The Content Fuel Framework, 2020
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LinkedIn für Kreative – Die eigene Marke professionell aufbauen — Wiki | Lazi Akademie Esslingen